Sprüche 7

d. (Neuntes Lehrgedicht – Kap. 7) Auch dazu ist die Weisheit zu erwerben, damit man aller Unsittlichkeit fern bleibe. (V. 5) In einem Gleichnis zeigt der Dichter, durch welche Künste die Buhlerinnen Unvorsichtige verführen (V. 23), und schließt mit einer gewichtigen Mahnung.

Mein Sohn! bewahre meine Aussprüche und berge meine Gebote bei dir. Sohn, halte meine Gebote, so wirst du leben, Hebr.: lebe: so wirst du sicher leben. - und meine Weisung wie deinen Augapfel. Binde sie an deine Finger, Als Zierde und Schmuck deiner Finger. - schreibe sie auf die Tafel deines Herzens! Anspielung auf [5Mos 6,8, 2Mos 13,16]. - Sprich zu der Weisheit: Du bist meine Schwester, und nenne die Klugheit deine Freundin, Gehe die engste Verbindung mit der Weisheit ein, damit du gefeit seiest gegen die Lockungen der Ehebrecherin. - dass Ziel von V. 1-4. - sie dich bewahre vor dem Weibe eines anderen und vor der Fremden, die süße Worte spricht. Denn ich schaute Die Art der Darstellung lässt nach dem Hebräischen das Ereignis als ein ungewöhnliches erscheinen. Indes dies widerspricht der Absicht des Verfassers, will er doch die Liste und Schliche des ehebrecherischen Weibes im allgemeinen schildern. Zudem wird ihr Haus genannt, ohne dass ihre Person bisher näher bezeichnet ist. Besser wird also mit der Septuag. in V. 6ff die dritte Person gesetzt, die V. 10 und 15 geschildert wird. - durch das Fenster meines Hauses, durch das Gitter, und sah junge Leute und ward eines törichten Jünglings gewahr, der auf der Straße nahe einer Ecke Hebr.: ihrer Ecke, der Ecke ihrer Straße. - vorüberging Hin und herging. - und nahe am Wege ihres Hauses Weg zu oder bei ihrem Hause. - in der Dämmerung dahinschritt, Am Abend (zwischen neun und zwölf) begann er hin und her zu gehen, um Mitternacht war er noch da. - da der Tag sich geneigt hatte, in finsterer, dunkler Nacht. Siehe, da tritt ihm das Weib im Anzuge einer Buhlerin entgegen, bereit, Seelen zu fangen, geschwätzig und flatterhaft, Hebr.: Versteckten Herzens, leidenschaftlich und zuchtlos. - der Ruhe ungewohnt und nicht imstande, ihre Füße im Hause in Ruhe zu wahren, ist sie bald vor der Tür, bald auf den Straßen, bald steht sie an den Ecken lauernd. Nun fasst sie V. 10b-12 sind Beschreibung, V. 13 führt die Handlung fort. - den Jüngling und küsst ihn und schmeichelt ihm mit frecher Miene und spricht: [3Mos 10,15] Von Friedopfern wurde ein Teil zu Hause bei fröhlichem Mahle verzehrt. Ehe das Weib mit ihrem eigentlichen Begehren kommt, malt sie dem Jüngling die Freuden eines ergötzlichen Mahles vor. Schauplatz der Handlung ist Jerusalem. - Ich habe Heilsopfer gelobt und habe heute meine Gelübde erfüllt, darum Um dich an der Mahlzeit teilnehmen zu lassen. - bin ich ausgegangen, dir entgegen, dich zu sehen, verlangend, und nun habe ich dich gefunden. Ich habe mein Bett mit Schnüren geziert, mit bunten Teppichen aus Ägypten belegt. Mit Bettgurten. (Das Hebr. ein wenig anders.) - Ich habe mein Lager mit Myrrhe, Aloe und Zimmet Die gleichen Wohlgerüche. [Hohel 4,14] Vergl. [Ps 44,9]. - besprengt. Komm, wir wollen uns in Liebe berauschen, wollen der ersehnten Umarmungen genießen, bis der Tag anbricht. Denn der Mann ist nicht daheim, Wir haben ihn nicht zu fürchten. - ist fortgezogen auf eine sehr weite Reise. Er hat den Geldbeutel mit sich genommen und wird erst am Tage des Vollmonds Da die Nacht zurzeit dunkel war, war es wohl um Neumond, der Vollmond kam um den 12. Des Monats (bis zum 15. Etwa dauernd. Vergl. [1Koe 12,32].) - wieder nach Hause kommen. So umgarnt sie ihn mit vielem Zureden und reißt ihn fort durch die Schmeicheleien ihrer Lippen. Alsbald Hebr.: plötzlich. Besser Sept.: betört. - folgt er wie ein Stier, der zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein mutwilliges Lamm, Hebr.: wie eine Fußspange zur Züchtigung des Toren, wie ein Vogel in das Fangnetz eilt, und er (der Jüngling) ahnt nicht, dass er um sein leben geht. Die Septuag. übersetzt das erste Glied: wie ein Hund zur Kette. - und der Tor ahnt nicht, dass er in Fesseln geworfen wird, bis ihm ein Pfeil die Leber durchbohrt; Der Pfeil ist das Bild plötzlichen, von Gott gesandten Unglücks. Die Leber galt bei Griechen, Arabern, Römern und Persern als Sitz der Wollust, nach Hieronymus schreiben auch die Ärzte ihr sinnliche Lust und Begierlichkeit zu. - er ist wie ein Vogel, der der Schlinge zueilt, und er weiß nicht, dass es um sein Leben geht. Nun also, mein Sohn! höre auf mich und habe acht auf die Worte meines Mundes. Lass dein Herz nicht abziehen auf ihre Wege und lass dich nicht irreführen auf ihre Pfade. Denn viele hat sie verwundet und niedergestreckt und auch die Stärksten Hebr.: und zahlreich sind, die usw. - sind von ihr getötet worden. Zugrunde gerichtet werden. Wege zur Unterwelt ist ihr Haus, die hinabgehen zu den Kammern des Todes.

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