Psalmen 11

David verliert die Zuversicht nicht, ob auch seine Freunde ihm raten, die Flucht zu ergreifen, da ihm Verderben droht, dem zu entgehen seine Aussicht ist. (V. 4) Er setzt sein Vertrauen auf den allwissenden und gerechten Richter, der die Unschuldigen schützen und die Sünder niederwerfen wird.

Zum Ende, Für den Musikmeister. - ein Psalm Davids. Aus der Zeit der ersten Nachstellungen seitens Saul. - Auf den Herrn vertraue ich; wie mögt ihr zu meiner Seele Zu mir. - sagen: Fliehe wie ein Sperling Das hebr. Wort bezeichnet jeden kleinen Vogel. Dieser flieht vor Jägern aus der Ebene in das waldige Gebirge. - auf das Gebirge? An einen geschützten Ort, wo mich die Feinde nicht erreichen können. Hebr.: eurem Gebirge: das Gebirge, das euch schon früher wirksam geschützt. - Denn siehe, die Sünder spannen den Bogen, halten ihre Pfeile in dem Köcher Hebr.: über die Sehne. - bereit, um sie im Dunkeln Im Verborgenen, hinterlistig. - abzuschießen auf die, welche aufrichtigen Herzens sind; Auf mich und meine unschuldigen Genossen. - denn was du vollbracht hast, zerstören sie, Hebr.: Werden die Grundpfeiler (der Gerechtigkeit) gestürzt. Was du als Grundpfeiler der Macht und Würde des Reiches geschaffen, haben sie zerstört. So fliehe denn. - was aber hat der Gerechte ausgerichtet? Der Herr ist in seinem heiligen Tempel, Wo bin ich ohne Gott sicher, mit ihm aber, was habe ich zu fürchten? Sind die Feinde mir an Macht überlegen, der Herr ist allmächtig; sind sie listig, der Herr ist allwissend. Sie rechnen auf das Gelingen ihrer Anschläge, der Herr ist allgerecht und macht sie zuschanden. - der Herr hat im Himmel seinen Thron; Als höchster Richter. - seine Augen schauen auf den Armen, seine Wimpern durchforschen die Menschenkinder. Der Herr durchforscht Prüft. - den Gerechten und den Gottlosen; wer aber Gewalttat liebt, hasst seine Seele. Sein Seelenheil. Hebr.: den hasst seine (Gottes) Seele. Der Sinn ist der gleiche wie in der Vulgata, welche den Erfolg des Hasses Gottes ausdrückt. - Er lässt über die Gottlosen Schlingen Blitze. - regnen, Das Verderben kommt über die Bösen von oben, und zwar in Fülle. - Feuer und Schwefel Anspielung auf Sodoma und Gomorrha. - und Sturmwind Hebr.: Glutwind, der Samum. Vergl. [Jes 51,17.22]. - ist der Anteil ihres Bechers. Der ihnen gebührende Anteil. Die Mahlvorsteher weisen jedem Gaste seinen Anteil am Weine an. - Denn der Herr ist gerecht und liebt Rechttun, sein Auge schaut Mit Wohlgefallen. - auf die Rechtlichkeit. Hebr.: Redliche werden sein Angesicht schauen. Zunächst ist hierdurch das Wohlwollen Gottes bezeichnet. Ob auch mehr? Ob ein wirkliches Schauen? Wohl verlor sich der Ausblick der Gerechten des A. B. in der Scheol, aber dennoch sandte der Glaube auch in diese einen Hoffnungsstrahl und der Gerechte tröstet sich eines zukünftigen Schauens Gottes. [Ps 19, Ps 29] Das Neue Testament hat dies Sehnen des Alten erfüllt, als der Erlöser den Tod durch seinen Tod besiegte und die Frommen mit sich aus der Vorhölle in den Himmel emporführte. Aug. und Hieron. fassen den Psalm insbesondere als gegen die Verführungskünste der Irrlehrer gerichtet. Doch ist der Psalm auch Ausdruck des Vertrauens, dass wir, nachdem der Herr am Kreuze die Hölle besiegt hat und im Himmel thront, keinen Feind mehr zu fürchten haben.

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