Psalmen 113
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Aufforderung an alle Diener Gottes, seinen Namen zu preisen. (V. 3) Erhaben ist der Herr, der, in höchsten Höhen herrschend, auch für das Geringste im Himmel und auf Erden Sorge trägt (V. 6), die Armen und Unglücklichen reich macht und glücklich.
1 Alleluja! Lobet den Herrn, ihr Diener! Gottes, alle wahren Israeliten. Die Übersetzung der Vulgata pueri hat den Psalm zum Begräbnispsalm der Kinder werden lassen. - lobet den Namen des Herrn! 2 Der Name des Herrn Gott, wie er sich offenbart. Lobpreis seines offenbarten Wesens ist Hauptbestandteil, ja eigentlicher Grund des Dienstes Gottes. - sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit! 3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergange ist zu lobpreisen der Name des Herrn. 4 Hocherhaben über alle Völker ist der Herr, die Himmel überragt seine Herrlichkeit. Die Gesamtheit der Völker ist groß, doch der Herr ist größer; die Himmel sind herrlich, aber Jahves Herrlichkeit ist noch erhabener, denn er ist überweltlich. - 5 Wer ist wie der Herr, unser Gott? der in der Höhe thront, 6 der tief herabschaut im Himmel und auf Erden? Ob auch Gott im Himmel thront, sieht er doch auch das Niedrigste auf Erden. Hebr.: Wer ist wie Jahve, unser Gott, der hoch thront und tief herniederschaut im Himmel und auf Erden? In V. 7 und 9 wird das Herabschauen in einzelnen Beispielen gekennzeichnet. - 7 der Worte aus dem Liede Annas. - den Geringen aus dem Staube aufrichtet und den Armen aus dem Kote Der Dünger- und Aschenhaufen ist der Aufenthalt der von der menschlichen Gesellschaft Ausgeschlossenen, von wo sie am Tage die Vorübergehenden um Almosen anrufen, und auf denen sie nachts ruhen: Bild der tiefsten Armut und Verlassenheit. - erhebt, 8 um ihn neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes zu setzen; Erhebung aus Kummer und Schmach wird mit den eigenen Worten des Sängers ausgesprochen. - 9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt Solange die Hausfrau noch keine Kinder hat, hat sie noch keinen festen Stand, erst wenn Gott ihr Kinder beschert, wird sie gleichsam im Hause eingewurzelt. - als fröhliche Mutter von Kindern. Mit diesem Psalm beginnt das sogenannte Hallel der Juden, das die Psalmen 112-117 (nach der Zählung der Vulgata) umfasst. Bei der Ostermahlzeit sang man es in zwei Abteilungen, und zwar die erste Abteilung vor Leerung des zweiten Bechers, die zweite unmittelbar nach Einschenkung des vierten Festbechers. An dieses (ägyptische) Hallel schloss sich dann noch das sogenannte große Hallel [Ps 135] an, worauf der vierte Becher geleert wurde. Die Worte: „Nachdem sie den Lobgesang gesprochen“ [Mt 26,30] beziehen sich auf die Absingung des Hallel.