Psalmen 119
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Preis des Gesetzes in 176 Sätzen als Weg des Heiles, mit Einstreuung von Schutzgebetchen, welche die Bereitschaft des Herzens anzeigen, es zu beobachten, oder die Anhänglichkeit an dasselbe aussprechend Gottes Schutz erflehen, um Beseitigung der störenden Versuchungen zur Übertretung bitten oder andere fromme Anmutungen ausdrücken.
Alleluja! Fehlt im Hebr. - Aleph. Der Psalm umfasst 22 Strophen von je 8 Versen, die alle (je acht) mit dem gleichen Buchstaben nach der Reihenfolge des hebräischen Alphabetes beginnen. In jedem der 176 Verse (mit Ausnahme von V. 122) ist von Gottes Offenbarung (Gesetz) die Rede, das unter verschiedenen gleichbedeutenden Benennungen (im Hebr. 10) eingeführt wird: Gesetz, Unterweisung, Weg (der von Gott vorgeschriebene), Rechtssprüche, Gesetze, Gerichte (an den Übertretern des Gesetzes), Zeugnisse (an die Gesetzgebung auf dem Sinai erinnernd), Gerechtigkeit (als Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes), Wahrheit (göttliche), auch Verheißung. Er ist wohl zur Zeit des Exils (oder nach demselben) verfasst; der Psalmist redet als Vertreter des ganzen Volkes. -
1 Glückselig, deren Weg makellos, die nach dem Gesetze des Herrn wandeln! 2 Glückselig, die seine Zeugnisse durchforschen, Hebr.: beachten. - ihn von ganzem Herzen suchen. 3 Denn die, welche Unrecht tun, wandeln nicht auf seinen Wegen. Im Hebr. Fortsetzung der Schilderung: Auch nicht verüben Ungerechtigkeit, auf seinen Wegen gehen sie einher. - 4 Du hast anbefohlen, deine Gebote strenge zu halten. 5 O möchten meine Wege darauf hingerichtet sein, Hebr.: Möchte mein Weg ein ganz gerader werden: mein Wille ohne Abweichen darauf gerichtet sein, Gottes Gebote zu halten. - deine Satzungen zu bewahren! 6 Dann werde ich nicht zuschanden, wenn ich auf alle deine Gebote blicke. 7 Ich will dich mit redlichem Herzen preisen, weil Nach anderen: Wenn. - ich die Rechte deiner Gerechtigkeit Den Ausdruck des gerechten Richterwillens Gottes. - gelernt. 8 Deine Satzungen will ich halten, verlass mich nicht gänzlich. Nirgends. Niemals. -Beth.
9 Wodurch kann ein Jüngling seinen Wandel gerade erhalten? Hebr.: sich in reinem Wandel erhalten. - Indem er deine Worte befolgt. 10 Mit meinem ganzen Herzen suche ich dich, lass mich nicht abirren So ist der Sinn nach dem Hebr. Vulg. wörtlich: Weise mich nicht zurück – durch Entziehung deiner Gnade. - von deinen Geboten! 11 Tief in meinem Herzen bewahre ich Nicht nur eine äußere Vorschrift sind mir deine Aussprüche, sondern die Triebfeder meiner Handlungen. - deine Aussprüche, damit ich nicht wider dich sündige. 12 Gepriesen seist du, Herr! lehre mich deine Satzungen. Rechtssprüche, Ausfluss der göttlichen Gerechtigkeit. - 13 Mit meinen Lippen mache ich alle Rechte deines Mundes kund. 14 An dem Wege deiner Zeugnisse Wandel nach den Geboten, Weg, den sie vorschreiben. - habe ich Freude wie an reichen Schätzen. 15 Deine Gebote will ich eifrig betrachten und deinen Wegen nachsinnen. 16 Deine Satzungen will ich betrachten, deine Worte nimmermehr vergessen.Gimel.
17 Erweise deinem Diener Gutes und erhalte mich am Leben, Hebr.: Tue wohl…, dass ich lebe. – Leibliches Leben für den Dichter oder Erhaltung des Volkes, vielleicht aber geistige Belebung. - so will ich deine Worte bewahren. 18 Öffne meine Augen, dass ich die Wunder deines Gesetzes Alle kennen die Worte des Gesetzes, zeige mir die darunter verborgenen Glaubensgeheimnisse. - schaue. 19 Ein Fremdling Ein Beisasse, der keine bleibende Stätte hat. - bin ich auf Erden, verbirg deine Gebote nicht vor mir! Ziehe mir die Decke natürlicher Kurzsichtigkeit weg. - 20 Es verzehrt sich meine Seele im Verlangen Hebr.: zermalmt ist meine Seele in Sehnsucht. - nach deinen Satzungen allezeit. 21 Du bedrohest die Stolzen; verflucht sind, die von deinen Geboten abweichen. 22 Nimm weg von mir Schmach und Verachtung, denn deine Zeugnisse suche ich. 23 Ob auch Fürsten sich setzen, wider mich zu reden, so sinnt dein Diener doch in deinen Satzungen; Ich gehe in der Befolgung deiner Gebote meinen Weg, fest überzeugt, dass jene ohne deine Zulassung mir nicht schaden können. - 24 denn deine Zeugnisse sind meine Betrachtung und deine Satzungen meine Ratgeber. Die mich in keiner Lage ratlos lassen. -Daleth.
25 Es klebt am Boden meine Seele, Hebr.: Dahingelegt in den Staub ist meine Seele. (Tief gedrückt.) - belebe mich nach deinem Worte. Nach deiner Verheißung. - 26 Ich tat meine Wege Meine Kämpfe, meine harte Not. - kund und du erhörtest mich, lehre mich deine Satzungen. 27 Lass mich den Weg deiner Satzungen verstehen, so will ich über deine Wunder nachsinnen. 28 Meine Seele ist ermattet vor Überdruss, An den schmerzlichen äußeren Verhältnissen oder dem schwermutsvollen Seelenzustand. Hebr.: Es tränt meine Seele vor Kummer. - stärke mich durch deine Worte. Hebr.: Und mit deiner Unterweisung begnadige mich. - 29 Den Weg des Unrechtes halte fern von mir und mit deinem Gesetze begnadige mich. 30 Den Weg der Wahrheit Der Treue gegen dich, des Beharrens in der Wahrheit. - habe ich erwählt, deine Rechte nicht vergessen. 31 Ich hänge an deinen Zeugnissen, Herr! lass mich nicht zuschanden werden. 32 Den Weg deiner Gebote will ich laufen, wenn du mir das Herz weit gemacht. Durch Freude, sei es, dass Gott ihn aus äußerer Not befreit, sei es, dass er ihn innerlich zur Haltung des Gesetzes stärkt. -He.
33 Mache mir, Herr! den Weg deiner Satzungen zum Gesetze, Den Weg, der in deinen Satzungen gegeben ist zur Lebensregel. – Hebr.: Lehre mich, o Herr, den Weg deiner Satzungen, dass ich ihn einhalte bis ans Ende. - so will ich ihn allezeit suchen. 34 Gib mir Einsicht, so will ich in deinem Gesetze forschen und es von ganzem Herzen beobachten. 35 Leite mich auf dem Pfade deiner Gebote, denn nach diesem verlange ich. 36 Neige mein Herz deinen Zeugnissen zu und nicht der Habsucht. Eigennutz. - 37 Wende meine Augen ab, dass sie nicht nach Eitlem Nach dem, was ohne göttlichen Gehalt ist, Widergöttlichen. - schauen, belebe mich auf deinem Wege! Hebr.: Kraft deiner Wege belebe mich. Die Wege Gottes sind die Wege, welche er als Gott des Heils innehält und uns gehen heißt. - 38 Bestätige deinem Diener deine Verheißung ob der Furcht vor dir. Hebr.: als welche wirkt, dass man dich fürchtet. Also Vulg.: Verheißung, die du zu dem Zwecke gegeben, dass man um so mehr Furcht vor dir habe. - 39 Nimm weg von mir die Schmach, vor der ich mich fürchte, Er fürchtet, dass seine äußeren Feinde ihn ganz zugrunde richten können, oder noch mehr, dass er das Gesetz Gottes verleugne. - denn deine Rechte sind süß. 40 Siehe, mich verlangt nach deinen Geboten, belebe mich durch deine Gerechtigkeit! Deine Gerechtigkeit hält die Gnadenordnung sowohl ihren Verheißungen wie ihren Verpflichtungen nach aufrecht, so belebe denn mich, den zum Tode Betrübten, neu. -Vau.
41 Deine Gnade Die Gnade innerer Erleuchtung und freudigen Bekenntnisses. - komme über mich, Herr! dein Heil nach deiner Verheißung. 42 So will ich Rede stehen denen, die mich höhnen; denn ich hoffe auf deine Worte. 43 Entziehe nicht ganz meinem Munde das Wort der Wahrheit, Dass ich der Wahrheit nicht Zeugnis geben könnte. - denn auf deine Gerichte setze ich alle meine Hoffnung. 44 Und ich will dein Gesetz allewege halten, immerdar und ewig. 45 Ich will wandeln auf freier Bahn, Getrost und unbeengt. - denn deine Gebote habe ich gesucht. 46 Und ich will von deinen Zeugnissen vor Königen reden und mich nicht schämen. 47 Und will deine Gebote betrachten, die ich liebe, 48 und meine Hände zu deinen Geboten erheben, Wie beim Gebet: Ausdruck des sehnlichsten Verlangens. - die ich liebe, und mich in deinen Satzungen üben.Zain.
49 Sei eingedenk deiner Verheißung deinem Diener, in der du mir Hoffnung gegeben! Auf glücklichen Ausgang. - 50 Dies ist mein Trost in meinem Elende, Das Verheißungswort Gottes, an das er sich erinnert, in das er sich vertieft. Oder das Hebräische wird verstanden: dass dein Wort mich neu belebt hat. - denn dein Wort belebt mich. 51 Übermütige frevelten allenthalben, Hebr.: Übermütige spotteten meiner gar sehr. - ich aber bin von deinem Gesetze nicht abgewichen. 52 Ich gedachte deiner Gerichte Die je nach dem Verhalten des Menschen gegen Gott verschieden sind. - von Anbeginn, Die seit grauer Vorzeit bewährten. - Herr! und fand Trost. 53 Unmut Hebr.: Zornesglut. - hat mich erfasst um der Sünder willen, die dein Gesetz verlassen. 54 Lobpreis Hebr.: Lieder – so lieblich wie Lieder. - sind mir deine Satzungen am Orte meiner Pilgerschaft. Ist auch die Erde des Menschen, so hat dieser doch keine bleibende Stätte auf derselben. [1Chr 29,15] Gottes Satzungen trösten ihn und beflügeln seine Schritte auf der Pilgerfahrt. - 55 Des Nachts bin ich deines Namens eingedenk, o Herr! und beobachte dein Gesetz. Gottes Name liegt ihm nicht nur bei Tage, sondern auch bei Nacht im Sinne, darum beobachtet er Gottes Gesetz. - 56 Dies ward mein Teil, Gottes Gesetz zu beobachten. Er hat den guten Teil erwählt. - denn ich habe deinen Satzungen nachgestrebt.Heth.
57 Mein Anteil, o Herr! bist du, dein Gesetz zu halten verspreche ich. Hebr.: Herr, mein Teil bist du, ich gedenke zu beobachten deine Worte. - 58 Aus meinem ganzen Herzen flehe ich zu dir empor, erbarme dich meiner nach deiner Verheißung. 59 Ich überdenke meine Wege und Die Folge davon ist, dass ich mich deinem Zeugnisse zuwende. - lenke meine Füße deinen Zeugnissen zu. 60 Bereit bin ich und schrecke nicht zurück, Hebr.: kenne kein Zaudern. - deine Gebote zu halten. 61 Die Schlingen der Sünder Nachstellungen böser Menschen umgeben ihn. - haben mich umfasst, doch dein Gesetz vergesse ich nicht. 62 Ich stehe um Mitternacht auf, dich zu preisen deiner gerechten Gebote wegen. Dankbarkeit treibt ihn an, sich um Mitternacht zu erheben und vor Gott niederzuwerfen im Gebet. - 63 Ich bin der Genosse aller, die dich fürchten, Er steht allen Gottesfürchtigen nahe wegen des V. 62 Gesagten. - und derer, die deine Gebote beobachten. 64 Die Erde, o Herr! ist voll von deiner Huld, deine Satzungen lehre mich! Da deine Huld sich auf Erden nirgends unbezeugt lässt, so gewähre mir die höchste Gnade: die Belehrung über deine Gebote. -Teth.
65 Du hast deinem Diener Gutes erwiesen, Herr! gemäß deinem Worte. 66 Lehre mich Güte, Zucht und Erkenntnis, Hebr.: Güte des (sittlichen) Urteils und Erkenntnis lehre mich. Vulg.: sittliche Güte. - denn auf deine Gebote setze ich mein Vertrauen. 67 Bevor ich gebeugt ward, habe ich gefehlt, darum Vulg.: weil ich gedemütigt bin. - beobachte ich dein Wort. 68 Du bist gütig, Menschenfreundlich. - in deiner Güte lehre mich deine Satzungen! 69 Gar sehr hat sich die Bosheit der Stolzen wider mich gemehrt, Hebr.: es mehren zusammen wider mich die Stolzen Lüge. - ich aber sinne von ganzem Herzen deinen Geboten nach. 70 Geronnen ist wie Milch ihr Herz; Hebr.: Dick wie Fett ist ihr Herz. Das Fett ist Symbol der Fühllosigkeit, eines verstockten Herzens. – Geronnene Milch ist nicht mehr flüssig, nicht beweglich. - ich aber betrachte dein Gesetz. 71 Es ist mir heilsam, dass ich gedemütigt ward, damit ich deine Satzungen lernte. 72 Besser ist für mich das Gesetz deines Mundes als Tausende Goldes und Silbers.Jod.
73 Deine Hände haben mich gemacht und gebildet; gib mir Einsicht, dass ich deine Gebote lerne. 74 Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen, denn auf deine Worte setze ich alle meine Hoffnung. Es ist unmöglich, dass Gott, der den Menschen erschaffen, diesen verlassen und ihm das versagen sollte, was wahrhaft glücklich macht, Verständnis und Erkenntnis seines Wortes. Alle, die Gott fürchten, sollen an seinem Beispiel sehen, wie das Vertrauen auf Gottes Wort belohnt wird. - 75 Ich weiß, Herr! dass deine Gerichte gerecht sind, dass du mich in deiner Treue gedemütigt hast. Dass ihr Grund Gottes Heiligkeit, ihr Ziel das Heil der Menschen ist, dass Gott ihn gedemütigt, es treu mit ihm meinend, denn gerade im Leiden hat er den Wert des göttlichen Wortes recht kennen gelernt. - 76 Möchte deine Huld mich trösten nach deiner Verheißung an deinen Diener! Ob auch durch Einblick in Gottes heilsame Absicht einigermaßen versüßt, bleibt Trübsal doch immer bitter, darum wolle Gottes Huld sich ihm zum Trost erweisen gemäß der dem Sänger gemachten Verheißung. - 77 Möchte dein Erbarmen über mich kommen, dass ich lebe; denn dein Gesetz ist meine Betrachtung. Hebr.: Ergötzen. - 78 Zuschanden mögen werden die Übermütigen, denn sie haben mir Böses getan ohne Ursache, ich aber befleißige mich deiner Gebote. 79 Es mögen sich zu mir wenden, die dich fürchten und die deine Zeugnisse kennen. 80 Möge mein Herz in deinen Satzungen unsträflich sein, auf dass ich nicht zuschanden werde. Nur wenn sein Herz an Gottes Satzungen festhält, ist er vor Enttäuschung sicher. -Kaph.
81 Meine Seele schmachtet nach deinem Heile Dass es ihm widerfahre. - und auf dein Wort Verheißung. - setze ich alle meine Hoffnung. Dass sie eintreffen. - 82 Meine Augen schmachten nach deinem Worte und sagen: Die Geistesaugen. - Wann wirst du mich trösten? 83 Denn ich bin wie ein Schlauch im Reife geworden, Der dem Reif, der Kälte ausgesetzte Schlauch schrumpft zusammen – schwindet hin. – Hebr.: wie ein Schlauch im Rauch. Wenn man einen Schlauch nicht brauchte, hing man ihn auf, wo er freilich dem Rauche ausgesetzt war, da die Hebräer keine Kamine hatten: er ist beiseite gesetzt und den Angriffen seiner Feinde ausgesetzt. - deine Satzungen habe ich nicht vergessen. 84 Wie viel sind noch der Tage deines Dieners, wann wirst du Gericht halten über meine Verfolger? Das Leben hienieden ist kurz, also auch die Zeit, in der du deine Gerechtigkeit offenbaren kannst. - 85 Die Gottlosen sprechen vor mir eitle Dinge, doch nichts wie dein Gesetz. Hebr.: Es graben die Stolzen klaffende Gruben, sie, die mich nicht geartet nach deinem Gesetze. - 86 Alle deine Gebote sind Wahrheit, Untrüglich, so strafe meine Verfolger. - ohne Ursache haben sie mich verfolgt, hilf mir! 87 Gar leicht hätten sie mich auf Erden Oder: im Lande, - in dem sie sich für die Alleinberechtigten halten. - vernichtet, doch ich verließ deine Satzungen nicht. Meine Treue ließ sich nicht erschüttern. - 88 Nach deiner Huld belebe mich, Gewähre mir neue Gnade, damit ich nicht zuletzt unterliege. - so will ich die Zeugnisse deines Mundes bewahren.Lamed.
89 Auf ewig, o Herr! steht dein Wort im Himmel fest. Dort ist die Heimat deines Wortes, das unvergänglich ist, wie der Himmel. Hebr.: Dein Wort steht fest mit (gleich) dem Himmel. - 90 Von Geschlecht zu Geschlecht währt deine Treue, du hast die Erde gegründet und sie dauert fort. 91 Durch deine Anordnung steht die Zeit fest, denn alles dient dir. Hebr.: folgeleistend deinen Entscheidungen stellen sie sich (Himmel und Erde) bereitwilligst noch heut (jenen als Werkzeuge zu dienen). Denn alle Wesen sind deine Diener. - 92 Wäre nicht dein Gesetz meine Betrachtung, so wäre ich wohl umgekommen in meinem Elende. 93 Ich werde deine Satzungen Das Wort (V. 89), das Gesetz (V. 92), die Satzungen (V. 93) bedeuten das Gesetz, insofern es auch Verheißungen enthält. So unveränderlich die Naturgesetze sind (V. 91), so unveränderlich sind Gottes Verheißungen. - ewig nicht vergessen, denn durch sie Die Verheißungen. - hast du mich am Leben erhalten. 94 Dein bin ich, hilf mir, denn deine Satzungen suche ich. 95 Die Sünder lauern mir auf, um mich zu verderben; aber ich richte meinen Sinn auf deine Zeugnisse. 96 Aller geschaffenen Dinge sah ich ein Ende, Oder hebr.: Los alles Vollkommenen ist, das habe ich gesehen, Hinfall. – Alle irdische Vollkommenheit schlägt, auf ihrem Höhepunkt angelangt, in das Gegenteil um. - aber dein Gebot ist überaus weitreichend. Unbeschränkt in seiner Geltung und Bewährung. -Mem.
97 Wie liebe ich dein Gesetz so sehr, o Herr! den ganzen Tag ist es meine Betrachtung. 98 Du machst mich weiser als meine Feinde durch dein Gebot, denn immerdar bleibt es bei mir. 99 Weiser bin ich als alle, die mich lehrten, Die fleischliche Weisheit lehren wollten. - denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen. 100 Ich bin weiser als Greise, Sofern diese nur in weltlichen Dingen Erfahrung hatten. - denn deine Gebote suchte ich. 101 Von jedem bösen Wege hielt ich meine Füße zurück, damit ich deine Worte beobachtete. 102 Von deinen Ordnungen wich ich nicht, denn du gabst sie mir als Gesetz. 103 Wie süß sind deine Worte meinem Gaumen, süßer meinem Munde als Honig! 104 Aus deinen Geboten ward ich einsichtig, darum hasse ich jeden Weg des Unrechts. Alles von Gott Abgewandte. -Nun.
105 Dein Wort ist meinen Füßen eine Leuchte und ein Licht auf meinen Wegen. Der Weg hienieden führt durch Dunkel und an Abgründen vorbei, Gottes Wort ist ihm eine Leuchte, die ihn bewahrt vor Gefahren. - 106 Ich schwur und nahm mir vor, deine gerechten Ordnungen zu beobachten. Hebr.: schwor und hielt es aufrecht – ich schwor, Gottes Ordnungen zu beobachten, und habe meinen Schwur erfüllt. Aber nicht ohne schwere Leiden war dies möglich. (V. 109) - 107 Ich bin schwer gebeugt, o Herr! belebe mich nach deinem Worte. 108 Lass dir, Herr! die freiwilligen Opfer meines Mundes Meine Gebete, in denen ich mich dir hingebe. - wohlgefällig sein und lehre mich deine Ordnungen. 109 Mein Leben trage ich beständig in meinen Händen, Bloß auf der Hand getragen ist das Leben in Gefahr, kann in jedem Augenblicke vom Feinde geraubt werden. - aber ich habe dein Gesetz nicht vergessen. 110 Die Sünder haben mir Fallstricke gelegt, doch ich bin von deinen Geboten nicht abgeirrt. Obgleich sein Leben bedroht ist, wankt er nicht. - 111 Deine Zeugnisse habe ich zum Erbe erlangt auf immer, Sie sind mir deshalb besonders teuer und ich gebe für sie gern alle andere hin. - denn sie sind das Frohlocken meines Herzens. 112 Meines Herzens Neigung richtete ich darauf, deine Satzungen auf immer zu tun um der Vergeltung willen. Hebr.: auf ewig, bis aufs letzte. Vulg.: überzeugt, dass es eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt, bin ich entschlossen, deine Gebote zu halten. -Samech.
113 Die Ungerechten Hebr.: Seitwärts Hinkende: die teilweise dem wahren Gotte huldigen, teilweise dem Heidentum, die wahre Religion und Lüge zu vereinigen suchen. - hasse ich, doch dein Gesetz habe ich lieb. Des Psalmisten Glauben, Hoffen, Lieben gehört Gott allein. - 114 Du bist mein Helfer und mein Beschirmer und auf dein Wort setze ich alle meine Hoffnung. 115 Weichet von mir, ihr Bösewichter! denn ich will die Gebote meines Gottes durchforschen. 116 O nimm mich auf Hebr.: Sei mein Halt. - nach deiner Verheißung, dass ich lebe, und lass meine Hoffnung nicht zuschanden werden! 117 Hilf mir, so werde ich errettet und ich werde in deinen Satzungen immerdar sinnen. 118 Du verwirfst alle, die von deinen Satzungen abirren, denn ihr Sinnen ist ungerecht. Hebr.: denn Lüge ist ihr Truggewebe: ihre betrügerische und verführerische Richtung. - 119 Für Übertreter erachte ich alle Sünder auf Erden, Alle Frevler der Erde (des Landes) tilgst du hinweg als Schlacken. – Es sind wohl Strafurteile, wie [3Mos 26, 5Mos 28] gemeint. Vor diesen fürchtet sich der Dichter, denn Gottes Allmacht kann die Worte alsbald in Taten umsetzen. - darum liebe ich deine Zeugnisse. 120 Durchbohre mit der Furcht vor dir mein Fleisch! Hebr.: Starr aus Schauer vor dir ist mein Fleisch. - denn ich fürchte mich vor deinen Gerichten. Solchen wie [5Mos 28,7] u.a. -Ain.
121 Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt, gib mich nicht denen preis, die mir Gewalt antun! 122 Tritt ein für deinen Diener Wie für deinen Klienten. - zu seinem Heile, dass die Stolzen mich nicht unterdrücken! Überlasse mich nicht der Willkür meiner Feinde. - 123 Meine Augen schmachten nach deinem Heile und nach der Zusage deiner Gerechtigkeit. 124 Verfahre mit deinem Diener deiner Huld gemäß und deine Satzungen lehre mich! Führe mich zu immer tieferer Erkenntnis derselben. - 125 Ich bin dein Diener; gib mir Einsicht, dass ich deine Zeugnisse erkenne! 126 Zeit ist es, zu handeln, o Herr! Hebr.: Für den Herrn. Die große Menge bricht tatsächlich und grundsätzlich Gottes Gesetz, da ist es für ihn einmal Zeit einzugreifen. - sie haben dein Gesetz zunichte gemacht. 127 Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und Edelsteine. Hebr.: mehr als Gold und Feingold. - 128 Darum richte ich mich nach allen deinen Geboten, Was immer sie betreffen. - hasse alle ungerechten Wege.Phe.
129 Gar wunderbar Erhaben über das alltägliche Leben und das Verständnis der Menge. - sind deine Zeugnisse, darum hat meine Seele sie erforscht. 130 Die Belehrung deiner Worte erleuchtet und gibt den Unmündigen Einsicht. Den Einfältigen erschließt Gott die Tiefen seiner Geheimnisse. - 131 Ich öffne meinen Mund und atme lechzend, Ringen des inneren Menschen nach der göttlichen Lebenslust, Bild großen Verlangens. - denn nach deinen Geboten verlangt mich. 132 O schaue auf mich und erbarme dich meiner, nach dem Recht derer, die deinen Namen lieben. 133 Leite meine Schritte nach deinem Ausspruche und kein Unrecht habe Macht über mich! 134 Erlöse mich von den Bedrückungen der Menschen, dass ich deine Gebote halte. 135 Lass dein Angesicht leuchten über deinen Diener Dunkel umgibt jene, die dein Gesetz nicht beobachten. - und lehre mich deine Satzungen! 136 Wasserbäche sind meinen Augen entströmt, weil sie dein Gesetz nicht beobachtet haben. Ähnlich trauert Jeremias über die Verachtung des Herrn und das von den Verächtern selbst herbeigeführte Verderben. -Sade.
137 Du bist gerecht, o Herr! und recht sind deine Gerichte. 138 Du hast als Gerechtigkeit deine Zeugnisse geboten und deine Treue gar sehr. Nach anderen: in Gerechtigkeit, in Treue. – Die Zeugnisse, die Offenbarungen Gottes sind dessen in die irdische Erscheinung getretene Gerechtigkeit, unermessliche Wahrhaftigkeit oder Verheißungstreue. - 139 Mein Eifer verzehrt mich, weil meine Feinde deine Worte vergessen haben. 140 Gar sehr ist dein Ausspruch in Feuer erprobt Bewährt (Bild von geläutertem Metall). - und dein Diener hat ihn lieb. 141 Ich bin jung und verachtet, aber Trotzdem kehre ich mich nicht an die Einreden der älteren und stolzen Gegner. - deine Satzungen vergesse ich nicht. 142 Deine Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit auf ewig und dein Gesetz Wahrheit. 143 Trübsal und Bedrängnis haben mich betroffen, deine Gebote sind meine Betrachtung. 144 Ewig sind deine Zeugnisse gerecht; gib mir Einsicht, so werde ich leben.Koph.
145 Aus ganzem Herzen rufe ich, erhöre mich, Herr! so will ich deinen Satzungen nachforschen. 146 Ich rufe zu dir, hilf mir, dass ich deine Gebote beobachte! 147 Schon früh Vor Morgenanbruch. - nahe ich dir und rufe, denn ich hoffe gar sehr auf deine Worte. Verheißungen. - 148 Meine Augen richten sich zu dir „Zu dir“ fehlt im Hebr. - schon vor der Morgendämmerung, Hebr.: Keine Nachtwache beginnt, der meine Augen nicht zuvorkämen (im Wachen). - damit ich deine Verheißungen betrachte. 149 Herr! erhöre meine Stimme nach deiner Huld und nach deiner Gerechtigkeit belebe mich. 150 Es nahen sich, die mich verfolgen, der Bosheit, Hebr.: Es nahen sich (feindlich), die Schandbarem nachjagen, die von deinem Gesetze sich entfernen. - aber von deinem Gesetze sind sie fern. 151 Nahe bist du, Herr! und alle deine Wege sind Wahrheit. 152 Längst weiß ich aus deinen Zeugnissen, dass du sie auf ewig gegründet hast. So können mich die Einwürfe der Abtrünnigen nicht irre machen. -Resch.
153 Siehe meine Niedrigkeit an und errette mich, denn dein Gesetz habe ich nicht vergessen. 154 Entscheide meinen Handel und erlöse mich, um deiner Verheißung willen belebe mich! 155 Fern ist von den Sündern Heil, denn sie suchen deine Satzungen nicht. 156 Deine Erbarmung, Herr! ist groß, nach deinem Rechte belebe mich. 157 Viele verfolgen und bedrängen mich, von deinen Zeugnissen weiche ich nicht ab. 158 Sehe ich Übertreter, so härme ich mich ab, Hebr.: empfinde ich tiefen Ekel. - weil sie deine Aussprüche nicht beobachten. 159 Siehe, Herr! dass ich deine Gebote liebe, nach deiner Huld belebe mich. 160 Auf Wahrheit beruhen Wahrheit sind alle Teile, ist deine gesamte Offenbarung. - alle deine Worte, ewig währen alle Satzungen deiner Gerechtigkeit.Sin.
161 Fürsten verfolgen mich ohne Ursache, doch vor deinen Worten bebt mein Herz. Mitten in der Verfolgung. Starkmütig ließ ich mich nicht irre machen an deinen Satzungen; nicht Menschen, sondern deine Worte fürchte ich, sie sind meine Freude und Liebe, der Gegenstand meines Dankes und der Grund meiner Hoffnung. - 162 Ich freue mich über deine Verheißungen, wie einer, der auf große Beute trifft. Die Furcht ist mit Freude vereint, diese macht ihn stark im Kampfe. - 163 Ich hasse das Unrecht und verabscheue es, doch dein Gesetz liebe ich. 164 Siebenmal Nicht nur morgens und abends, nicht nur dreimal des Tages [Ps 54,18], sondern siebenmal, d.i. immer wieder, auf jeden Antrieb des Herzens ist, dankt er Gott für seine Satzungen, die so richtig entscheiden, richtig leiten und für alle, die sie lieben, reich sind an Frieden, die auch vor äußerer Gefahr ein Schutz sind. - des Tages spreche ich dein Lob wegen deiner gerechten Satzungen. 165 Reich an Frieden sind, die dein Gesetz lieben, und es gibt für sie keinen Anstoß. Gefahr des Falles aus äußerer Ursache. - 166 Ich harre auf dein Heil, o Herr! Vergl. [1Mos 49,18]. Ich hoffe zuversichtlich auf deine Hilfe, ich bin ja ein Liebhaber und treuer Beobachter deines segenbringenden Gesetzes, wie du selbst es bezeugen musst. - und liebe deine Gebote. 167 Meine Seele beobachtet deine Zeugnisse und liebt sie gar sehr. 168 Ich halte deine Gebote und deine Zeugnisse; denn alle meine Wege sind dir offenbar.Tau.
169 Lass mein Flehen vor dein Angesicht gelangen, o Herr! nach deiner Verheißung gib mir Einsicht. 170 Lass meine Bitte vor dein Angesicht kommen, nach deiner Verheißung errette mich! Da er seines Festhaltens willen an Gottes Wort verfolgt wird, bedarf er ebenso der inneren Festigung wie der Befreiung von äußerer Gewalt. - 171 Meine Lippen sollen überströmen von Lobpreis, weil du mich deine Satzungen gelehrt hast. 172 Meine Zunge soll deine Aussprüche verkünden, denn alle deine Gebote sind Gerechtigkeit. 173 Deine Hand möge mich erretten, denn deine Gebote habe ich erwählt. Gottes Hand und Gottes Gebote sollen sein Beistand sein. - 174 Ich sehne mich nach deinem Heile, o Herr! und dein Gesetz ist meine Betrachtung. 175 Meine Seele wird leben und dich loben und deine Gerichte werden mir helfen. 176 Ich gehe irre wie ein Schaf, das verloren gegangen, suche deinen Diener, Oder das Hebr. wird gefasst: Hab ich mich verirrt, so suche wie ein verlorenes (ein in Gefahr unterzugehen schwebendes) Schaf deinen Diener. Des Dichters Verirrung ist kein Abfall, sein Heim, nach dem er sich, wenn er auf Abwege geraten, zurücksehnt, ist bei dem Herrn. - denn deine Gebote vergaß ich nicht. In der Priem des Breviers werden zwei Absätze (vier Achtverser), in der Terz, Sext und Non je drei wegen ihres praktischen Inhaltes und ihrer moralischen Tendenz gebetet. Die Väter sind voll des Lobes über diesen Psalm (den Aug., Ambros., Hilar., Kassiodor ausführlich erklären).Zitiert in 70
- Dieses Kapitel Kompendium(24)Summa (EN)(I-II 58.2
I-II 63.2 Ecclesia In Medio Oriente(§69)Evangelium Vitae(§52)Gaudete Et Exsultate(§156)Pastores Gregis(§17)Salvifici Doloris(§10)Verbum Domini(§10II-II 67.2 III 86.3 Suppl 15.2) §12 Vita Consecrata(§91)§54) - V. 1 Compendium of the Social Doctrine of the Church(491)Summa (EN)(I-II 5.3)
- V. 2 Compendium of the Social Doctrine of the Church(491)
- V. 3 Compendium of the Social Doctrine of the Church(491)
- V. 4 Compendium of the Social Doctrine of the Church(491)
- V. 5 Compendium of the Social Doctrine of the Church(491)
- V. 8 Summa (EN)(I-II 91.4
I-II 100.2) - V. 20 Summa (EN)(I-II 9.1
I-II 30.1 II-II 8.5) - V. 22 Lumen Gentium(§6)
- V. 30 CCC(¶2465)
- V. 32 Summa (EN)(I-II 98.1)
- V. 33 Summa (EN)(I-II 91.4)
- V. 35 Summa (EN)(II-II 83.5)
- V. 43 Summa (EN)(II-II 177.1)
- V. 51 Summa (EN)(II-II 162.6)
- V. 58 Summa (EN)(III 84.10)
- V. 60 Summa (EN)(II-II 2.5)
- V. 63 Summa (EN)(Suppl 21.1
Suppl 71.1) - V. 72 Summa (EN)(III 70.4)
- V. 82 Summa (EN)(II-II 187.3)
- V. 89 Verbum Domini(§10)
- V. 90 CCC(¶2465)Verbum Domini(§10)
- V. 93 Summa (EN)(I-II 99.2
I-II 99.5) - V. 96 Summa (EN)(I-II 33.1)
- V. 100 Summa (EN)(I 57.5
II-II 1.7 II-II 96.1) - V. 102 Summa (EN)(I-II 99.4)
- V. 103 Summa (EN)(I-II 31.5)Gaudete Et Exsultate(§156)
- V. 105 CCC(¶141
¶1785) Kompendium(24)Ecclesia In Medio Oriente(§69)Gaudete Et Exsultate(§156) - V. 113 Summa (EN)(II-II 25.6)
- V. 114 Pastores Gregis(§17)Verbum Domini(§10)
- V. 120 Summa (EN)(I-II 68.4
II-II 19.12 II-II 141.1) - V. 142 CCC(¶2465)
- V. 160 CCC(¶215)
- V. 165 Compendium of the Social Doctrine of the Church(491)Summa (EN)(I-II 70.3
II-II 29.3 Vita Consecrata(§91)II-II 43.5 II-II 45.6)