Psalmen 14

Die praktische Gottlosigkeit hat in dem Volke so überhand genommen, dass Gott kaum einen Gerechten mehr zu demselben zu finden vermag. (V. 3) Werden die Verführer des Volkes nie zu besserer Einsicht kommen? Ja, Gottes Gericht wird sie unerwartet ereilen inmitten der Gerechten. (V. 6) Flehen, dass der Herr seinem Volke Heil zuteil werden lasse.

Zum Ende, Für den Vorsänger. - ein Psalm Davids. Aus der Zeit der Empörung Absaloms, als das Volk den ihm von Gott gesetzten König und so auch etwa den Herrn verließ. Psalm 13 stimmt fast ganz mit [Ps 52] überein. Nur ist dort die Überschrift: Trauerlieder nach bekannter Melodie. Am bedeutendsten ist die Abweichung [Ps 52,6], wohl eine spätere Umgestaltung des Textes von 13,6, aber zugleich eine Begründung der Furcht derjenigen, die den Herrn nicht anrufen. - Es spricht der Tor Der der Weisheit und Tugend bare Mensch, der praktische und damit wohl auch theoretische Gottesleugner. - in seinem Herzen: Das Herz ist der Sitz des Denkens und Wollens. - „Es ist kein Gott!“ Elohim, keine Vorsehung, kein gerechter Richter. - Verderbt sind sie und verabscheuungswürdig sind sie geworden in ihren Anschlägen. Offenbarungen des gottabgewandten Herzens. - Keiner ist, der Gutes tue, auch nicht ein einziger. Unter den Menschen insgemein. Wie [1Mos 6,5.12] werden die verschwindenden Ausnahmen nicht beachtet. - Der Herr blickt vom Himmel Wie von einer Warte. – Das Bild ist dem menschlichen Leben entlehnt und auf Gott übertragen. - auf die Menschenkinder, zu sehen, ob einer einsichtig sei oder nach Gott frage. Ob einer Einsicht im Denken und Handeln bewährt, ob jemand Gott vor allem sucht. - Alle Mit Ausnahme eines kleinen Häufleins. - sind abgewichen, insgesamt unnütz Im moralischen Sinne: ohne die Frucht guter Werke. - geworden; keiner ist, der Gutes tue, auch nicht ein einziger. Hyperbolisch, denn Gott hatte zu allen Zeiten solche, die ihn verehrten und anriefen. [Eph 4,14] Die folgenden Worte dieses Verses fehlen im Hebr. und in der Septuag. in eine Abschrift der Septuag gelangt, gingen sie auch in die Itala über. Im Latein. stimmt die Übersetzung mit dem Texte der Vulgata [Roem 3,13-18] überein. In [Ps 52] fehlen auch im lat. Texte diese Worte, welche aus verschiedenen Psalmstellen zusammengewebt [Ps 5,11, Ps 139,4, Ps 9,7, Jes 59,7, Spr 1,16, Ps 35,2] und aus [Roem 3,13] in den Psalm geraten sind. (Hieron.) - Ein offenes Grab ist ihr Schlund; mit ihren Zungen handeln sie trüglich, Natterngift ist unter ihren Lippen. Von Lästerung und Bitterkeit ist ihr Mund voll, behend sind ihre Füße zum Blutvergießen. Ihr ganzes Streben geht dahin, die Menschen zu peinigen und zu quälen. - Verderben und Unglück sind auf ihren Wegen und den Weg des Friedens Sie können nicht Frieden wahren. - kennen sie nicht, die Furcht Gottes ist nicht vor ihren Augen. Sind nicht ohne Einsicht alle, die Übles tun, die mein Volk verschlingen wie einen Bissen Brot? Mit vermeintlicher Berechtigung. - Den Herrn riefen sie nicht an; Dieser Teil von V. 5 gehört im Hebr. noch zu V. 4. - dort Zwar fragen sie jetzt nicht nach Gott, aber dort bei dem künftigen Strafgerichte, wo sonst niemand, d.i. kein Gerechter, zittert, wo diese vielmehr frohlocken werden, da Gott ihre Bedrückungen rächt, werden die Bösen zittern. – Der hebr. Text ist nicht ganz klar. - zitterten sie vor Furcht, wo nichts zu fürchten war. Denn der Herr ist mit dem Geschlechte der Gerechten; den Ratschluss des Armen habt ihr verhöhnt, dass der Herr seine Hoffnung sei. Hebr.: Möget ihr zuschanden machen des Bedrängten Ratschlag (es tut nichts), denn der Herr ist seine Zuflucht. - O dass doch Israel Heil aus Sion Wenn Gott in sein Heiligtum zurückkehrt, beginnt auch für Israel wieder das Heil. - käme! Wenn der Herr die Gefangenschaft seines Volkes Dieser Zusatz ist dem Psalme wohl in der Babylonischen Gefangenschaft beigefügt worden. - abwendet, wird Jakob frohlocken und Israel Die Namen des Stammvaters des Volkes stehen statt des Volkes selbst. – Der Psalm ist für uns eine Klage über die Folgen des Sündenfalls, dass die Menschheit ihrer größeren Mehrheit nach den wahren Gott verleugnete, und die Bitte an den Heiland, er wolle der aus dem Unglauben hervorgegangenen Bosheit mehr und mehr steuern, bis die Sünde mit ihren Folgen einst ganz überwunden ist. sich freuen!

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