Psalmen 141
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Bitte um Erhörung. (V. 2) Gebet um Hilfe, damit David nicht zum Murren oder zu anderen Sünden hingerissen werde, da er doch bereit ist, von Gerechten Züchtigung anzunehmen, und alle Gemeinschaft mit den Bösen verabscheut. (V. 6) Im Gebet erlangt er Sicherheit, dass die Häupter seiner Feinde umkommen und die übrigen sich bessern werden. Ist er auch zurzeit noch mit den Seinen in Todesgefahr, so bittet er doch von neuem mit Vertrauen um Hilfe.
1 Ein Psalm Davids. Aus der Zeit der Verfolgung Sauls? [1Sam 24,1] - Zu dir rufe ich, o Herr! erhöre mich; Hebr.: eile zu mir. - merke auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe. 2 Mein Gebet steige wie Rauchopfer Das abendliche Rauchopfer. - zu dir empor, Hebr.: Stehe vor dir, gelte. - meiner Hände Erhebung sei wie ein Abendopfer. Das selbstständige, unblutige Opfer, das jeden Abend und Morgen dargebracht wurde. Das Gebet am Abend soll wie die abendliche Mincha (Speiseopfer) von Gott angenommen werden. Dieses Opfer [2Mos 29,38ff, 4Mos 28,3] wurde später allgemeine Zeit des Gebetes für die Israeliten. Die Erhebung der Hände ist Gebet, bei dem man die Hände erhebt. - 3 Setze, Herr! meinem Munde eine Wache und feste Tore an meine Lippen ringsum. 4 Lass mein Herz sich nicht boshaften Dingen zuneigen, meiner Sünden Entschuldigung zu suchen, wie die Menschen tun, welche Frevel üben; ich will nicht Anteil haben an dem, was sie sich erwählt haben. Hebr.: Setze, Jahve, eine Hut meinem Munde, Wache über die Tür meiner Lippen. Lass nicht neigen mein Herz zu böser Sache, in Gottlosigkeit Schlimmes zu verüben mit Männern, welche Übles tun, und nicht will ich Geschmack haben an ihren Leckerbissen. – Lass mich durch den Anblick des äußeren Glückes der Sünder nicht verlockt werden, es ihnen nachzumachen. - 5 Der Gerechte Irgend ein Gerechter, der mit Maß und in guter Absicht mich züchtigt. - möge mich züchtigen in Güte und mich rügen, aber des Sünders Öl Das Öl ist Sinnbild der Freude, des Glückes: Ein Wohlergehen wie das der Sünder wünsche ich mir nicht, ja, ich bete sogar, Gott wolle mich damit verschonen. Auch jetzt noch, wo es mir hart geht, wünsche ich mir kein Glück, wie es meinen Feinden gefällt, vielmehr bete ich, Gott wolle mich davor bewahren. Das Ziel des Gebetes ist es also, das Glück der Frevler von sich fern zu halten. Sinn des Hebr.: Schlägt mich ein Gerechter, so ist es Liebe; rügt er mich, so ist es Salbe des Hauptes (macht mir Freude). Nicht weigere sich mein Haupt (sich mit diesem Öl benetzen zu lassen), denn noch (steht es so), dass mein Gebet gegen ihre Bosheit gerichtet ist (noch habe ich trotz all ihrer Bosheit Gottvertrauen und Liebe). - soll mein Haupt nicht salben, denn noch richtet sich mein Gebet wider das, woran sie ihre Lust haben. Der hebr. Text ist nicht unversehrt, auch im folgenden Vers. - 6 Hinabgestürzt wurden von Felsen ihre Richter Die Rädelsführer. Vielleicht ist V. 5 und 6 zu verbinden: da ich noch betete, wurden herabgestürzt usw. - und zerschmettert, sie Die überlebenden Anhänger der „Richter“ werden sich angesichts der Strafgerichte David zuwenden. - werden meine Worte hören, wie gewaltig sie sind. Hebr.: denn sie sind süß. Der plötzliche Untergang der Feinde, der alsbald auf die Bitte Davids erfolgt ist, wird zeigen, dass sein Gebet Gott wohlgefällig gewesen ist. - 7 Wie die Erdschollen aufgerissen über den Acker hingeworfen werden, sind unsere Gebeine hingestreut am Rande der Unterwelt. Man will uns mit Gewalt ans Leben, bereits liegen unsere Gebeine am Rande der Unterwelt (am Grabe), so dass dieser sie jeden Augenblick verschlingen kann. Aber wie das Aufreißen der Erdschollen beim Acker dazu dient, den Boden fruchtbar zu machen, so wird selbst die Todesgefahr zuletzt für den Sänger zum Guten ausschlagen, denn er ist durch Hoffnung fest gegründet im Herrn. Hebr.: Wie man die Erde furcht und spaltet, so sind unsere Gebeine hingestreut an den Scheol. - 8 Doch auf dich, Herr, Herr! blicken ja meine Augen; auf dich hoffe ich, raffe mich nicht dahin! 9 Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir legen, und vor den Fallstricken der Übeltäter! 10 Die Sünder mögen in ihr Netz fallen, ich aber bleibe allein, Frei von Bedrängern bis ich an dem Netze (der Gefahr) vorüber bin, ohne in dasselbe zu geraten. - bis ich daran vorübergegangen. In den ersten christlichen Jahrhunderten wurde dieser Psalm an jedem Abend gebetet. (Ap. Constit., Chrysost.) Im Brevier legt ihn die Kirche dem leidenden Erlöser in den Mund, ebenso wie der Schmerzensmutter. V. 2-4 betet der Priester im Hochamt nach dem Offertorium, damit er Zunge und Lippen, über die das Opfer des Gebetes kommt, rein bewahre vor jeder Sünde, dass seine Gebete wohlgefällig seien.
Zitiert in 3
- V. 2 Summa (EN)(II-II 83.3)
- V. 4 Summa (EN)(II-II 69.1)
- V. 5 Summa (EN)(II-II 115.2)