Psalmen 144

Preis Gottes, der David alle Stämme unterworfen. (V. 2) Des Menschen Ohnmacht und Gottes Macht einander gegenüberstellend, fleht der Dichter, Gott wolle seine Macht gegen die Sünder offenbaren, seinem Erlöser neuen Lobpreis versprechend. (V. 10) Wiederholung der gleichen Bitte mit Hinweis auf die Wohlfahrt der Feinde. (V. 14) Wohl mögen andere diese Wohlfahrt für Glück erachten, er kann nur das Volk glücklich preisen, dessen Herr Gott ist.

Psalm Davids wider Goliath. Der Zusatz: „wider Goliath“, der sich in einigen Manuskripten der Septuag und in der Vulg. findet, ist unecht und wohl durch das V. 10 erwähnte „Schwert des Unheils“ veranlasst. Der erste Teil des Psalmes bis V. 11 besteht fast ganz aus Bruchstücken anderer Psalmen (besonders V. 18), der zweite Teil scheint ein Bruchstück eines anderen Psalmes zu sein. - Gepriesen sei der Herr, mein Gott, der meine Hände zum Kampfe unterwies Durch den Beistand, durch welchen er David zum starken Kriegshelden machte. - und meine Finger zum Streite. Er ist mein Erbarmer und meine Zuflucht, mein Helfer und mein Befreier, mein Schützer, auf ihn vertraue ich; er ist's, der mir mein Volk unterwirft. Alle Stämme. - Herr! was ist der Mensch, dass du dich ihm zu erkennen gibst, Durch Gnadenoffenbarungen. Hebr.: was ist der Mensch, dass du ihn kennst. - oder der Menschensohn, dass du seiner achtest? Der Mensch ist gleich der Nichtigkeit, seine Tage gehen vorüber wie ein Schatten. Hebr.: Ein Mensch, dem Hauche (des Windes, der schnell vorbeigeht) gleicht er, seine Tage sind wie ein Schatten, der hinschwindet. - Neige, Herr! deine Himmel und steige hernieder; rühre die Berge Bild feindlicher Weltmächte. Zu V. 5-8 vergleiche [Ps 17,10ff]. - an, dass sie rauchen. Lass Blitze leuchten und zerstreue sie, entsende deine Pfeile und verwirre sie! Strecke deine Hand aus der Höhe, entreiße mich und errette mich aus mächtigen Wassern, aus der Hand der Söhne der Fremde! Heidnischer Feinde? - Ihr Mund redet Trug, ihre Rechte ist eine Rechte des Unrechtes. Die Rechte, die sich zu falschem Eide erhebt, zu Treubruch. - O Gott! ein neues Lied will ich dir singen, auf zehnsaitiger Harfe dir lobsingen. Der du den Königen Heil Im Kampfe. Hebr.: Sieg. - gewährst, der du David, deinen Diener, dem Schwerte des Unheils entrissen hast; entreiße mich und errette mich aus der Hand der Söhne der Fremde, deren Mund Trug redet und deren Rechte eine Rechte des Unrechtes Hebr.: Lügenrechte. - ist. Ihre Nach der Vulg. bezieht sich die folgende Schilderung äußeren Glückes auf die Feinde. Indes hat die Septuag. die alle Pronomina der ersten Person in die dritte umgewandelt hat, den Psalm so umgestaltet, dass die folgende Schilderung die Furchtbarkeit der Feinde vor Augen stellt, so die Notwendigkeit göttlicher Hilfe zeigend. Hebr.: (Weil? Auf dass?) Unsere Söhne sind wie Pflanzen, groß gezogen in ihrer Jugend, unsere Töchter wie Ecksäulen; geschnitzt (nach anderen: buntgeschmückt) nach Bauart eines Palastes (wie die Ecksäulen von Palästen), unsere Speicher sind voll, spendend von jeglicher Art, unsere Schafe sind tausendfach sich mehrend, ja zehntausendfach auf unseren Triften. Unsere Rinder sind belastet (trächtig), kein Riss, kein Auszug (Ergebung an den Feind), kein Klagegeschrei auf unseren Straßen. - Söhne sind wie junge Pflanzen in ihrer Jugendfülle, ihre Töchter geputzt, ringsum in Schmuck gehüllt, gleich einem Tempel. Dieser Psalm wird nur in der Vesper des Samstags gebetet: Bitte um Hilfe im Kampfe gegen die Feinde des Heiles, Verachtung der Welt, Seligkeit in Gott. Ihre Speicher sind gefüllt, von einem strömt Überfluss in den anderen, ihre Schafe sind fruchtbar und zahllos auf ihren Triften, ihre Rinder sind fett, kein Einsturz, kein Mauerriss noch Klagegeschrei ist auf ihren Gassen. Glückselig preist man ein Volk, dem solches zuteil wird, doch glückselig nur das Volk, dessen Gott der Herr ist!

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