Psalmen 147

Lobet den Herrn, der das vordem zerstreute Volk in seiner Stadt wieder vereint und dessen Wunden nach seiner Weisheit, Macht und Erbarmung geheilt hat (V. 6), der auch jetzt die Vereinigten nährt und erhält, indem er zeigt, dass nicht Macht, sondern Frömmigkeit ihm gefällt.

Alleluja! Lobet den Herrn, denn Lobsingen ist gut; liebliches und fröhliches Lob werde unserm Gott dargebracht. Hebr.: Lobet den Herrn, denn gut ist's Gott zu besingen, denn lieblich ist's, es ziemet Lobgesang. – Gott ist des Lobes würdig, die Dankbarkeit fordert solches. - Der Herr erbaut Jerusalem, Der Christ, der den Psalm betet, bezieht dies auf die Kirche. - er sammelt die Zerstreuten von Israel. Er heilt, die zerknirschten Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. Wie er an den Zurückgekehrten gezeigt. - Er zählt die Menge der Sterne, ruft sie alle mit Namen. Es ist dem leicht zu helfen, der die den Menschen unzählbaren Sterne in bewusster Zahl erschaffen und sie bei Namen nennt (der Ausdruck ihres Wesens ist). - Groß ist unser Herr und groß seine Macht und seiner Weisheit ist kein Maß. Gott ist wie allmächtig so allweise. - Der Herr erhebt die Sanftmütigen Der sanftmütig Duldenden. - und beugt die Sünder Die böswilligen Sünder. - in den Staub. Singet dem Herrn mit Jubel, preiset unsern Gott auf der Zither! Er überzieht den Himmel mit Gewölk und bereitet Regen der Erde. Er lässt Gras auf den Bergen sprossen Auf Bergen, wohin keine menschliche, pflegende Hand reicht. - und Kräuter zum Dienste der Menschen. Den Zusatz: über den Menschen hat die Septuag. aus [Ps 103,14] eingefügt. - Er gibt dem Vieh seine Nahrung und den jungen Raben, die zu ihm rufen. Vergl. [Job 38,41]. Wenn alle Geschöpfe sich von Gott abhängig fühlen, so soll der Mensch diese Abhängigkeit anerkennen und sich nicht selbst vertrauen. - Er hat nicht Lust An allem, woran das gottentfremdete Selbstvertrauen des Menschen haftet, hat Gott keine Lust. - an der Stärke des Rosses Dessen Reiter sich für unbesiegbar und, flieht er, für unerreichbar hält. - noch Wohlgefallen an den Schenkeln des Mannes. Auf denen er fest zu stehen vermeint, und die ihn, muss er weichen, vermeintlich in sichere Ferne tragen. - Der Herr hat Wohlgefallen an denen, die ihn fürchten, Ihre Abhängigkeit erkennen, ihm anhängen. und an denen, die auf seine Barmherzigkeit hoffen. Alleluja! Im Hebr. ist dieser Psalm mit dem vorhergehenden verbunden. In der Vulgata ist er nicht ohne Grund getrennt, da er mehr spezielles, [Ps 146] ein mehr allgemeines Gepräge hat, in [Ps 146] das Glück des Volkes erst im Entstehen (V. 2, 3, 6), in Psalm 147 dagegen vollendet ist. Von den Juden mögen beide Psalmen schon früh verbunden worden sein. - Lobe, Jerusalem, den Herrn! lobe, Sion, deinen Gott! Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, Vergl. [Neh 7,1-4] - deine Kinder in dir gesegnet. Er hat deinen Marken Frieden gewährt und sättigt dich mit dem Fette des Weizens. Vergl. [Ps 80,17]. - Er sendet sein Wort Sein Machtgeheiß. Es ist sein Bote, der eilt, auszuführen, wozu er gesandt. - aus auf die Erde, gar schnell eilt sein Wort. Er gibt Schnee wie Wolle, So weiß und so flockig. - streut Nebel Hebr. passender: Reif - wie Asche aus. Er wirft seine Schloßen wie Bröcklein Hagel (Schloßen), der wie kleine Bröcklein herabfällt. - hernieder, wer kann bestehen vor seinem Froste? Er entsendet sein Wort und lässt sie Schnee, Reif und Eis. - schmelzen; es weht sein Wind, da fließen die Wasser. Folge vom Wehen der Frühlingslüfte ist das Auftauen und Fließen der Bäche. - Er tut Jakob sein Wort kund, seine Rechte und seine Satzungen Israel. Dieser Gott, der alle Dinge lenkt und nach seinem Willen gestaltet, ist der Gott, der Israel seine Offenbarung gegeben und ihm die Ehrenstelle unter den Völkern verliehen hat. [5Mos 4,7ff.32-34] - Nicht also hat er irgend einem andern Volke getan und seine Rechte ihnen nicht offenbart. Alleluja! Freudenausruf, dass Israel einen so herrlichen Besitz hat, das Gesetz. – Ist die Kirche das wahre Jerusalem, so auch das Gott geweihte Haus ein Jerusalem auf Erden. Darum wird dieser Psalm bei der Kirchweih und in der Vesper des Kirchweihfestes gebetet. Auch die heilige Jungfrau kann in ihrer Herrlichkeit mit Jerusalem verglichen werden.

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