Gott meine Stärke, meine Liebe. (V. 4) 1. Gottes Hilfe bei den Nachstellungen seitens Saul (V. 25): In größter Gefahr rief ich Gott an, und nicht umsonst. (V. 7) Gott hat Gerichte gehalten über meine Feinde (V. 16), doch ich selbst blieb unversehrt (V. 19) und ward um meine Gerechtigkeit willen in Sicherheit versetzt (V. 22), da Gott mir half, weil ich seine Gebote gehalten. (V. 25) – Gott verhält sich ja stets gegen die Menschen, wie diese gegen ihn. (V. 28) 2. Beweis: Nur mit Gottes Hilfe hat David alle seine Feinde überwinden können (V. 49): Weil er Gott treu war, hat dieser ihm Leben und Würde erhalten (V. 31), ihm im Kampfe beigestanden (V. 32-34; 35-37), so dass er alle seine Feinde besiegte. (V. 38-40; 41-43) Die Frucht des Sieges war seine ruhige Herrschaft. (V. 46) Danksagung für alles Gute. (V. 49) Epilog: Hingerissen von der Erinnerung an Gottes Wohltaten, will er auch unter den Heiden Gott preisen, von dem er und seine Nachkommenschaft ewig dauernden Segen empfangen.
1Zum Ende,Für den Vorsänger. - von dem Diener des Herrn, David, der an den Herrn die Worte dieses Liedes an dem Tag richtete, als ihn der Herr aus der Hand aller seiner Feinde rettete und aus der Hand Sauls.Saul wird als der schlimmste und hartnäckigste Verfolger besonders erwähnt. – Die heiligen Väter (Hier., Aug.) legen den Psalm dem Heilande in den Mund (ihn so für indirekt messianisch erklärend) oder gehen demselben stellenweise eine typische Deutung auf den Erlöser. - Er sprach:Zwischen dem Psalm, wie er hier geboten wird, und (besonders V. 50 auf Grund von [Roem 15,9]) seiner Wiedergabe [2Sam 22,2ff] finden sich einige Unterschiede. Nach Hier. sind dieselben der Lässigkeit der Schreiber zuzurechnen, wahrscheinlicher aber ist, dass eine doppelte Redaktion vorliegt, ohne dass sich bestimmen lässt, ob beide von David stammen und welches die ursprünglichere ist. Die Abfassung des Psalmes fällt in die letzte Lebenszeit Davids. -2 Ich liebe dich, o Herr!Jahve. - meine Stärke.3 Der Herr ist meine Stütze, meine Zuflucht und mein Erretter; mein Gott ist mein Helfer, ich hoffe auf ihn; er ist mein Beschirmer und das Horn meines Heiles, er nimmt sich meiner an.Hebr.: Jahve mein Fels, meine Burg und mein Erretter, mein Gott ist mein Hort, bei dem ich Zuflucht suche, mein Schild und das Horn meines Heiles, meine Feste. -4 Lobpreisend rufe ich den Herrn an und werde errettet von meinen Feinden.5 Es haben mich TodesschmerzenDie heftigsten Schmerzen, wie sie im Tode zu sein pflegen. Hebr.: des Todes Bande, todbringende Nachstellungen. Der Tod hat wie ein Jäger Strick und Schlingen, um seine Opfer zu fangen. Er sendet als seine Boten Gefahren aus, die überschwemmenden Strömen gleich, über die Bewohner sicherer Orte kommen, sie ins Verderben zu reißen… - umgeben und des Frevels Ströme mich erschreckt.6 Der Unterwelt SchmerzenHebr.: Bande. - umfingen mich, es fassten mich unverhofft Todesschlingen.7 Da rief ich in meiner Drangsal zu dem Herrn und schrie zu meinem Gott, und er hörte meine Stimme aus seinem heiligen TempelVom Himmel. - und mein Rufen kam vor ihn und drang zu seinen Ohren.David erwähnt hier kurz sein Gebet und dessen Erhörung, um dann V. 8-25 die letztere ausführlich in bildlicher Weise zu schildern. -8 Es wankte und bebte die Erde, der Berge Festen zitterten und wankten, denn er war ergrimmt über sie.Die göttliche Hilfe, welche David zuteil ward, wird V. 8-17 in Form einer Theophanie beschrieben. – Erscheinen Gottes zum Gericht, das nach [2Mos 19,9.16ff, 2Mos 20,21, 5Mos 4,11] u.a. geschildert wird. -9 Bei seinem Grimme stieg Rauch auf und vor ihm her brannte Feuer, Glut hat er entzündet.Hebr.: Rauch stieg auf in seiner Nase und Feuer verzehrte (alles) aus seinem Munde, Glutkohlen brannten von ihm hervor. – Gottes innerlicher Zorn ist als Feuer aufgefasst, das in ihm brennt, nach außen offenbart derselbe sich in dem durch die Nase ausströmenden Rauche und dem von seinem Angesichte (besonders den Augen) her verzehrenden Feuer. Letzteres ist Erscheinung der im Innern glühenden Kohlen, deren volle Glut gleichsam aus Gott herausschlägt. -10 Er neigte die Himmel und stieg hernieder, Dunkel war unter seinen Füßen.Beim Gewitter scheinen die Wolken sich zu senken. Gott verbirgt sich in schwarzem Gewölke, um nicht zu erscheinen, und schleudert aus diesem seine Blitze auf die Frevler. Vor dem von Zorn entbrannten und umleuchteten Antlitz Gottes fahren die Wolken von Zeit zu Zeit auseinander, um Blitz und Hagel hindurchzulassen, dazwischen rollen die Donner Gottes. -11 Und er stieg auf Cherubim und flog dahin,Das Bild ist von der Wolke entlehnt, in welcher sich Gottes Gegenwart bisweilen anzeigt über dem Deckel der Bundeslade auf den Flügeln der Cherubim. Dass Jahve auch hier auf den Cherubim thront, kennzeichnet ihn als Bundesgott, der zum Gerichte über seine Feinde kommt. - flog dahin auf den Flügeln des Windes.12 Er machte Finsternis zu seiner Hülle, rings um sich her zu seinem Zelte, Wasserdunkel und dichte Wolken der Lüfte.13 Vor seines Angesichts Glanze zogen WolkenHebr.: seine Wolken. - daher mit Hagelschauer und Feuersglut.Blitzen. -14 Und der Herr donnerte vom Himmel, der Höchste ließ seine Stimme erschallen, Hagelschauer und Feuersglut.Wohl durch die Abschreiber verschuldete versehentliche Wiederholung. -15 Und er entsandte seine Pfeile und zerstreute sie,Die Feinde. - sandte Blitze auf Blitze nieder und erschreckte sie.16 Da zeigten sich die Tiefen der Wasser und bloßgelegt wurden die Grundfesten des Erdkreises, vor deinem Dräuen, o Herr! vor dem Brausen deines schnaubenden Zornes.Hebr.: Vor dem Schnauben des Odems deiner Nase. -17 Er griff hernieder aus der Höhe und erfasste mich und zog mich heraus aus gewaltigen Wassern.Vom erhabenen Himmel sandte er mir Hilfe und entriss mich den Wogen des Unheils. -18 Er entriss mich meinen starken Feinden und denen, die mich hassten; denn sie waren stärker als ich.19 Sie überfielen michUnvermutet. - am Tage meiner Drangsal, doch der Herr ward mein Beschützer.20 Er führte mich hinaus in freien Raum,An einen sicheren Ort, aus der Bedrängnis in die Freude. - rettete mich, weil er Wohlgefallen an mir hatte.21 Und der Herr vergiltDie Sept. und die Vulg. setzen immer die Zeiten, welche im Hebräischen das Verbum hat. Da David sein vergangenes Leben beschreibt, muss die Vergangenheit stehen. - mir nach meiner Gerechtigkeit, er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände;22 denn ich beobachtete die Wege des HerrnHandelte in allem, wie Gott wollte. - und handelte nicht frevelnd gegen meinen Gott.23 Alle seine Rechte hatte ich ja vor Augen und seine Satzungen stieß ich nicht von mir.24 So war ich fleckenlos vor ihmNach anderen: gegen ihn. - und hütete mich vor meiner Verschuldung.Vor dem mir innewohnenden Neigung zum Bösen. -25 Und der Herr vergalt mir nach meiner Gerechtigkeit und nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.26 Gegen den Heiligen zeigst du dich heilig und gegen den Unschuldigen zeigst du dich unschuldig.27 Gegen den Auserlesenen zeigst du dich auserlesen und gegen den Verkehrten zeigst du dich verkehrt.Gottes Verhalten gegen den Menschen ist von dessen sittlichem Zustande bedingt. Gegen die Guten zeigt er sich gütig und huldvoll, gegen die Gerechten (Auserwählten) gerecht, gegen den Verkehrten handelst du so wie der Sünder gegen die Unschuld, du beugst ihn nieder, ein strenger Richter und Rächer. -28 Ja, dem bedrückten Volke schaffst du Hilfe, aber die Augen der Stolzen demütigst du.29 Ja, du, o Herr! gibst meiner Leuchte Licht;Meine Leuchte machst du strahlen. – begnadigst mich mit Freude. - mein Gott, erhelle meine Finsternis.Reiße mich aus dem Unglücke, gewähre Heil. -30 Ja, durch dich werde ich der VersuchungDen feindlichen Angriffen. - entrissen und mit meinem Gott überspringe ich Mauern.Durchbreche ich Mauern (Gefahren), die meinem Heil entgegenstehen. -31 Meines Gottes Weg ist unbefleckt, des Herrn Wort ist im Feuer bewährt; ein Schirm ist er allen, die auf ihn vertrauen.32 Denn wer ist Gott außer dem Herrn? oder wer ist Gott außer unserm Gott?Hebr.: Denn wer ist Gott außer Jahve und wer ein Hort außer unsern Gott? -33 Gott ist es, der mich mit KraftMit sittlicher Kraft, dass ich allezeit makellos bleibe. - umgürtete und meinen WegWandel. - makellos machte,34 der meine Füße den Hirschen gleichmachteDass sie mich je nach Umständen den Feinden entgegentraten oder ihnen entziehen. - und mich auf Höhen stellte,Auf beherrschende, den Gegnern unerreichbare Höhen. -35 der meine Hände streiten lehrt und meine Arme gleichmacht dem ehernen Bogen.Hebr.: macht, dass meine Arme den ehernen Bogen spannen. -36 Du reichst mir den Schutz deines Heiles und deine Rechte stützt mich, deine ZuchtHebr.: Deine Herablassung macht mich groß. - bessert mich gänzlichDie augenblicklichen Leiden läutern mich und machen mich würdig, einen großen Sieg zu erringen. - und deine Zucht, gerade sie lehrt mich.Dieser Teil des Verses fehlt im Hebr. und ist Doppelübersetzung. -37 Du machest weiten Raum für meine Schritte unter mir und meine Füße wanken nicht.38 Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein und kehre nicht um, bis sie vertilgt sind.39 Ich zerschmettere sie, dass sie sich nicht erheben können; sie werden unter meine Füße stürzen.40 Du umgürtest mich mit Kraft zum Kampfe, lässest meine Widersacher vor mir zu Falle kommen.41 Meine Feinde wendest du vor mir in die Flucht und meine Hasser vertilgst du.42 Sie rufen zu dem Herrn und niemand hilft ihnen, er hört sie nicht.43 Ich zermalme sie wie Staub vor dem Winde, wie Gassenkot zertrete ich sie.Ich zermalme sie so fein wie den Staub, von der Wind vor sich hertreibt. (Gänzliches Zermalmen und Zerstreuen sind zusammengefasst.) Ich zerstampfe sie so, dass sie wie Kot werden. -44 Du rettest mich aus der Empörung des Volkes,Wohl Anspielung auf Absalom und Seba. [2Sam 20] - du setzest mich zum Haupte der Völker.45 Ein Volk, das ich nicht kannte, ward mir untertan; da sie nur hörten, gehorchte es mir.Vers 45a gehört im Hebräischen zu V. 44. -46 Die Söhne der Fremde heucheln mir Unterwerfung,Ferne Völker, Abrahams Samen fremd, heuchelten gezwungen Unterwerfung. - die Söhne der Fremde schwinden dahin und ziehen hinkend abseits von ihren Wegen.Hebr.: Zittern hervor aus ihren Festen. (Müssen ihre abgöttische Lebensweise verlassen und den wahren Gott anbeten.) -47 Es lebt der Herr, gepriesen sei mein GottHebr.: Hort. - und hoch erhoben werde der Gott meines Heils!48 O Gott! der du mir Rache verleihst und mir die Völker unterwirfst, duDie folgenden Worte gehören im Hebr. zu V. 49. - mein Erretter von meinen zornentbrannten Feinden;49 über meine Widersacher erhöhest du mich, vom Manne des Unrechtes rettest du mich.50 Darum will ich dich, Herr! unter den Völkern preisen und deinem Namen lobsingen,51 der du seinem Könige großes Heil verleihest und seinem Gesalbten Huld erweisest, David und seinen Nachkommen in Ewigkeit.Davids Siege, vergl. [2Sam 7,16], sind eine tatsächliche Verherrlichung Gottes. Im typischen Sinn (Aug., Hier.) wird die Berufung und Bekehrung der Völker vorausgesagt [Roem 15,9], deren Vorbild die von David vollbrachte Unterwerfung der Nachbarvölker ist. – Messianisch gedeutet ist der Psalm ein Danklied des in den Himmel aufgenommenen und in die Herrschaft über die Welt eingesetzten Gottmenschen für den in der Auferstehung errungenen Sieg über Sünde, Hölle, Tod. Die Priester sprechen namens Christi, der im Himmel Gott lobt, auf Erden Gottes Wort und verherrlichen ihn ob des Sieges, den er seinem Gesalbten verliehen.
Zitiert in 7
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