Psalmen 24
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
1. Festzug. Gott ist der Besitzer und Schöpfer des Weltalls. (V. 2) Dem Berge, den ein so mächtiger Herr in Besitz nehmen soll, darf niemand nahen, der ihn nicht mit Reinheit und Gerechtigkeit verehrt. (V. 6) 2. Einzug. Beim Nahen der Bundeslade mahnt der Psalmist die Tore Sion, sie mögen sich erweitern, den König der Herrlichkeit zu empfangen, den Starken und Gewaltigen, den Herrn der Heerscharen.
1 Am ersten Tage der Woche, Am Sonntage bei dem Morgenopfer zu singen. Diese Zeitangabe fehlt im Hebr., entspricht aber den Angaben des Talmud. - ein Psalm Davids. Psalm 23 wurde jedenfalls bei einer Übertragung der Bundeslade auf den heiligen Berg gesungen, wohl bei der [2Sam 6,12ff] erwähnten Gelegenheit. - Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt; Was auf ihr wohnt. Vergl. die Anführung des Apostels [1Kor 10,26]. - der Erdkreis und alle, die auf demselben wohnen. Der Herr hat nicht wie die Götter der Heiden ein begrenztes Gebiet seiner Herrschaft, seine Gewalt umfasst die Erde und alle ihre Bewohner. [5Mos 10,14] Er ist der Herr der Erde, weil ihr Schöpfer. - 2 Denn er hat ihn auf die Meere gegründet Die Hebräer denken sich die Erde wie ein Gebäude, von Gott gegründet über den Wassern. [Ps 136,6] - und über Ströme Das bewegte Wasser des Meeres. - ihn festgestellt. 3 Wer darf den Berg des Herrn betreten? oder wer darf an seiner heiligen Stätte stehen? Die heilige Stätte ist zunächst das heilige Zelt, in geistigem Sinne aber Gottes Reich und Himmel. - 4 Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer seine Seele nicht an Eitles hängt und seinem Nächsten nicht trüglich schwört. Wer schuldlos ist im Handeln und lauter in Gesinnung. Lug und Trug sind Hauptbefleckungen des Herzens. - 5 Dieser wird Segen von dem Herrn empfangen und Erbarmen Hebr.: Gerechtigkeit, gerechte Vergeltung, also Glück, Heil. - von Gott, seinem Retter. 6 Dies Die so sind, wie V. 4 sie beschrieben. - ist das Geschlecht, das nach ihm verlangt, Die seine Nähe suchen und sich also über seinen Einzug freuen. - die das Angesicht des Gottes Jakobs suchen. 7 Erhöhet, Mit V. 6 ist die Prozession wohl an die uralten, noch von den Jebusitern erbauten, ja vielleicht auf Melchisedechs Zeit zurückgehenden alten Tore der Sionsstadt angekommen. - ihr Fürsten, Die Vulgata redet die Vorsteher der Priester und Leviten an, im Hebr. ergeht die Aufforderung an die Tore selbst. - eure Tore, hoch wölbet euch, ihr ewigen Tore, Uralten (siehe Anm. 12). - und der König der Herrlichkeit Der über die Bundeslade Thronende, deren einst zwischen den Cherubim erscheinendes Wolkendunkel ein Bild der Unbegreiflichkeit seiner Herrlichkeit war. [2Mos 40,31] - wird einziehen. 8 Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Ein Gegenchor fragt von der anderen Seite. Durch diese Tore pflegen nur große Herrscher und Könige einzuziehen. - Der Herr, der Starke und Gewaltige, der Herr, mächtig im Streite. Der Herr, durch den Israel den Jebusitern den Berg Sion entrissen und durch den es (die Bundeslade ward häufig in den Krieg mitgenommen) bisher so glorreich gesiegt hat. - 9 Erhöhet, ihr Fürsten, eure Tore, hoch wölbet euch, ihr ewigen Tore, und der König der Herrlichkeit wird einziehen! 10 Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der innere Chor fragt noch einmal, aber nicht in Unschlüssigkeit, sondern um noch weiter das Lob des großen Königs zu vernehmen. Der Hinweis: dieser macht die Frage dringlicher. - Der Herr der Heerscharen ist der König der Herrlichkeit! Es ist der über die himmlischen Heerscharen gebietende Herr. Nun öffnen sich die Tore und der über den Cherubim Thronende zieht in Sion ein. – Die Sionsstadt und ihr heiliger Berg mit der Wohnstätte des Herrn sind ein Abbild des Himmels, in dem Gott in Majestät thront. Seit Adams Sünde waren die Himmelstore verschlossen, Jahrhunderte lang fragte die Menschheit nach dem, welcher die verschlossenen Türe des himmlischen Sion wieder öffnen konnte. Als der Heiland in die Welt trat, erscholl zum ersten Male der Ruf, nun sollten die Tore sich öffnen, denn derjenige war der Menschheit gegeben, der würdig war, dort einzuziehen. Zum zweiten Male erscholl er aus dem Munde des Herrn selbst, als der Heiland mit denen, welche er aus der Vorhölle geführt, am Tage seiner Himmelfahrt nahte, seine heiligen Wunden als Beweis seiner Würdigkeit weisend, da er die Sünde gehasst, die Gerechtigkeit geliebt.
Zitiert in 24
- Dieses Kapitel Laudato si’(§67)
- V. 1 Summa (EN)(II-II 66.1
III 48.4) Laudato si’(§67)Redemptoris Mater(§37) - V. 2 Meminisse Iuvat(§15
§26) - V. 6 CCC(¶2582)
- V. 7 CCC(¶559)Summa (EN)(III 52.1
III 52.4) - V. 8 CCC(¶269
¶559) Kompendium(50)Summa (EN)(II-II 2.7) - V. 9 CCC(¶269
¶559 Kompendium(50)Summa (EN)(III 52.4)¶2628) - V. 10 CCC(¶269
¶559 Kompendium(50)¶2628)