Psalmen 25
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Der Psalmist vertraut auf den Herrn, der ihn nicht wolle vor seinen Feinden zuschanden werden lassen. (V. 3) Bitte, Gott wolle ihn den rechten Weg leiten und seine Sünden vergeben (V. 7) um der Güte und Milde des Herrn willen. (V. 11) Da aber Gott seine Barmherzigkeit besonders den Gerechten erzeigt, bittet der Dichter wiederum um Vergebung seiner Sünden, indem er Gott sein Elend und die Bosheit der Feinde vorstellt. (V. 19) Die allgemeine Bitte, welche den Anfang des Psalmes, bildet auch dessen Beschluss.
1 Zum Ende, Für den Vorsänger. - ein Psalm Davids. Der Psalm ist alphabetisch, aber nicht ohne bedeutende Unebenheiten. Er enthält eine lose verbundene Spruchreihe. Er ist wohl zur Zeit des Aufstandes Absaloms verfasst. - Zu dir, Herr! erhebe ich meine Seele, 2 auf dich vertraue ich, mein Gott! lass mich nicht zuschanden werden 3 und lass meine Feinde mich nicht verhöhnen; denn alle, welche auf dich harren, werden nicht zuschanden. 4 Zuschanden mögen alle werden, die Böses tun freventlich. Hebr.: die ohne Ursache (in vorsätzlicher Bosheit) die Treue brechen (gegen den Nächsten). - Deine Wege, Herr! zeige mir und deine Pfade lehre mich. Diese sind zwar in der Offenbarung gegeben, doch bedarf es der Erleuchtung Gottes, sie recht zu erkennen, und seines Beistandes, sie zu wandeln. - 5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist, o Gott! mein Erretter Hebr.: der Gott meines Heils. In dir ist alles beschlossen, was ich hoffe. - und auf dich harre ich alle Zeit. 6 Gedenke, Eingangsworte des Introitus am zweiten Adventssonntage. - o Herr! deiner Erbarmungen und deiner Gnaden, Erweise deine Erbarmung und Gnade. - die von Ewigkeit her sind. Der erste Gnadenerweis Gottes war die Verfluchung der höllischen Schlange. - 7 Der Sünden meiner Jugend und meiner Verirrungen Zu den Jugendsünden, welche meist aus Unbesonnenheit begangen sind, kommen vorsätzliche Bosheitssünden. (Hebr., Aqu., Theod., Sym., Chald.) - gedenke nicht. Nach deiner Barmherzigkeit gedenke meiner um deiner Güte willen, o Herr! Gedenke meiner nicht nach deinem Zorne, sondern nach deiner Erbarmung, die deiner würdig. (Aug.) - 8 Gütig und wahrhaft ist der Herr, darum weist er den Fehlenden den Weg. 9 Er führt die Sanftmütigen Die demütigen, welche nicht aus Bosheit irren. Dasselbe gilt von der Übersetzung: Milde. - mit Gerechtigkeit, Vielleicht auch: zur Gerechtigkeit, so dass sie gerecht werden. - er lehrt die Milden seine Wege. 10 Alle Wege des Herrn sind Erbarmen und Wahrhaftigkeit für die, welche seinen Bund und seine Zeugnisse Bezeigung, Kundgebung des göttlichen Willens, Vorschrift, Gesetz. - bewahren. 11 Um deines Namens willen, Um deiner Ehre willen. - o Herr, vergib mir meine Sünden; denn ihrer sind viele. 12 Wer ist der Mann, der den Herrn fürchtet? Die Antwort folgt 12b-14. - Er unterweist ihn über den Weg, den er erwählen soll. 13 Seine Seele wird im Glücke weilen und seine Nachkommen werden das Land ererben. Das Volk Israel besaß das Land Kanaan als Gnadenlehen und Erbteil von Gott unter der Bedingung, dass es seine Gesetze halte. [3Mos 25,23] Das Land besitzen ist also des Segens der Gnade Gottes teilhaftig werden. Vergl. [Mt 5,5]. - 14 Eine feste Stütze ist der Herr denen, die ihn fürchten, Hebr.: Sein Geheimnis teilt der Herr denen mit usw. Die Offenbarung der Geheimnisse des Herrn wird nur den Gottesfürchtigen zuteil. - und sein Bund wird ihnen offenbar. Er gibt ihnen Einblicke in sein Wesen und lässt sie in seine Vertraulichkeit zu. - 15 Meine Augen sind stets auf den Herrn gerichtet, denn er wird meine Füße aus der Schlinge ziehen. Introitus des dritten Fastensonntags. - 16 Blicke auf mich und erbarme dich meiner, denn ich bin einsam und elend. 17 Die Bedrängnisse meines Herzens haben sich gemehrt, aus meinen Nöten rette mich. 18 Siehe meine Demütigung Hebr.: mein Leid. - und meine Mühsal an und vergib alle meine Sünden. 19 Siehe an meine Feinde, wie ihrer viele sind, sie hassen mich mit ungerechtem Hasse. 20 Bewahre meine Seele und errette mich, nicht möge ich zuschanden werden, denn auf dich hoffe ich. 21 Unschuldige und Redliche hangen mir an, Vulg.: Unschuldige und Redliche (alle Gerechten) unterstützen meine Bitte. Hebr.: Redlichkeit und Rechtschaffenheit mögen mich behüten. - denn ich harre auf dich. 22 O Gott! erlöse Israel aus allen seinen Drangsalen. Liturgischer Zusatz für den öffentlichen Gottesdienst. – Die Kirche betet den 24. Psalm besonders für die armen Seelen im Fegfeuer.