Psalmen 33

1. Aufforderung an die Gerechten zum Lobgesang. (V. 3) 2. Begründung der Aufforderung zum Lob durch A. Darlegung der Größe und Macht Gottes: a. Als Gottes der Offenbarung im Reiche der Gnade: Sein Wort ist gerade, sein Tun in Treue und Gerechtigkeit. (V. 5) b. Als Schöpfers der Welt, insbesondere des Himmels und des Meeres. (V. 9) c. Als unwiderstehlichen Herrschers der Menschen, die er durch sein Volk zum Heile führen will. (V. 11) B. Gott ist des Lobes würdig, da er der Schatz Israels ist: der Herrscher der Menschen, ohne dessen Wissen nichts geschehen kann (V. 15), der einen stärkeren Schutz für Israel bildet als die größte irdische Macht. (V. 19) 3. Die Gemeinde bekennt sich zu dem Herrn als ihrer Hilfe, ihrem Schild, ihrem Freudenquell.

Ein Psalm Davids. Der Name Davids findet sich nur in Sept. und Vulg. Der Psalm erinnert an das Wort des Heilandes „Fürchte dich nicht, du kleine Herde.“ [Lk 12,32] Die nächste Veranlassung des Liedes war wohl ein wunderbarer Sieg. - Frohlocket, ihr Gerechten, im Herrn! Über den Herrn. - den Rechtschaffenen Neutestamentlich: den Gläubigen. - ziemt Es ist Schmuck wie Pflicht. - Lobgesang. Preiset den Herrn mit Zitherspiel, lobsinget ihm auf zehnsaitiger Harfe! Die Zither war ein Saiteninstrument, das zur Zeit des Josephus aus zehn, früher aus acht oder drei Saiten gebildet wurde, welche über ein ausgehöhltes (Cypressen-) Holz oder die Schale einer Schildkröte gespannt waren und mit einem Plektrum geschlagen wurden. Der Erfinder dieses Instrumentes war Jubal. [1Mos 4,21] Die Harfe war nach Josephus ein aus zwölf, früher zehn Saiten gebildetes Instrument in Form eines Dreiecks, deren Saiten von verschiedener Länge auf einem Resonanzboden standen und von den Fingern geschnellt wurden. - Singet ihm ein neues Lied, Ein besonders erhabenes, feierliches. - lobsinget ihm lieblich mit Jubelschall! Hebr.: Lieblich lasst tönen die Saiten in Jubel. - Ist ja das Wort des Herrn wahrhaftig und all sein Tun in Treue. Er liebt Barmherzigkeit Hebr.: Gerechtigkeit (seine Strafgerechtigkeit gegen die Heiden). - und Recht, Der Psalmist hebt die Eigenschaften Gottes hervor: seine Treue in Verheißungen, seine Gerechtigkeit und seine Barmherzigkeit. Im Folgenden rühmt er dann Gottes Macht. - die Erde ist voll der Huld des Herrn. Die Erde ist voll des Elends, aber auch der Barmherzigkeit, sagt der hl. Augustin. In diesem Leben ruft Gott barmherzig die Sünder, eifert die Nachlässigen an, tröstet die Betrübten, unterweist die Unwissenden, hilft den Kämpfenden, verlässt keinen. Doch nach dieser Zeit der Barmherzigkeit kommt die Zeit des Gerichtes. - Durch des Herrn Wort sind die Himmel Was im und am Himmel ist, Engel und Sterne. - gefestigt Geschaffen. [1Mos 1,2.3, Joh 1,3ff] - und durch den Hauch seines Mundes Theodoret findet hier eine Andeutung der heiligen Dreifaltigkeit: der Herr ist der Vater, das Wort der Sohn, der Hauch der Heilige Geist. - all ihr Heer. Er sammelt die Wasser des Meeres wie in einem Schlauche, Hebr.: wie einen Garbenhaufen. - er legt Fluten in Vorratskammern. Die Meerestiefe ist gleichsam ein Speicher für die Fluten. - Es fürchte die ganze Erde den Herrn, vor ihm sollen alle Bewohner des Erdkreises erbeben! Denn er sprach und es ward, er befahl und es war geschaffen. Himmel und Meer stehen als Schöpfungswunder nebeneinander. Der erhabene Schöpfer braucht auch jetzt nur ein Wort zu sprechen, so tritt das Gewollte aus dem Nichts hervor. - Der Herr macht die Anschläge der Heiden zunichte, vereitelt die Gedanken der Völker Wohl mit Hinweis auf etwas kürzlich Geschehenes gesagt. - und vereitelt die Ratschlüsse der Fürsten. Dieser Teil des Verses fehlt im Hebräischen. - Der Ratschluss des Herrn aber bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht. Glückselig das Volk, dessen Gott der Herr ist; das Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat. Den Beweis hierfür gibt V. 13-19. - Vom Himmel schaut der Herr herab, sieht auf die Menschenkinder alle. Von seiner wohlbereiteten Wohnung schaut er auf alle, welche die Erde bewohnen. Er bildete eines jeden Herz, kennt alle ihre Taten. Gott ist der Gott der Geister [Hebr 12,9], darum umspannt seine Allwissenheit und Allmacht alles bis ins Innerste und seine Allmacht macht alles den Zielen seiner Weltregierung dienstbar. - Nicht wird ein König durch seine große Macht geschützt und nicht ein Riese Hebr.: Held. - durch die Fülle seiner Kraft. Unzuverlässig ist das Ross zum Siege, durch die Fülle seiner Kraft wird er sich nicht retten. Siehe, des Herrn Augen sehen auf die, die ihn fürchten, und auf die, welche auf sein Erbarmen hoffen, dass er vom Tode ihre Seelen rette und sie bei Hungersnot nähre. Das Augenmerk Gottes, geht auf die, welche ihn fürchten und auf sein Erbarmen hoffen, von ihm und Todesgefahr, Erhaltung in Hungersnot erwarten. - Unsere Seele harrt auf den Herrn, denn er ist unser Helfer und Beschirmer. Ja, in ihm freut sich unser Herz und wir vertrauen auf seinen heiligen Namen. Die beiden letzten Versen sind vielleicht Zusatz zum liturgischen Gebrauch der Gemeinde. - Deine Huld, o Herr! komme über uns, wie wir auf dich unsere Hoffnung setzen. Der Hoffnung derer, die Gott anrufen, entspricht sein gütiges Erhören und Gewähren. Ähnlich schließt das Te Deum: Auf dich, Herr, habe ich gehofft, ich werde ewig nicht zuschanden werden.

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