Psalmen 36

1. Ist auch die Bosheit und Gewalt der Sünder groß, so dass der Gerechte in Versuchung kommen könnte zu verzagen (V. 5), 2. So ist doch Gottes Huld groß genug, um die Rechtgesinnten, die in ihm den Quell alles Lebens und Lichtes finden, mit Vertrauen zu erfüllen und sicher zu stellen. (V. 10) Von Gott beschirmt, triumphiert der Gerechte zuletzt über die Sünder.

Zum Ende, Für den Musikmeister. - von dem Diener des Herrn, von David. Es beschließt der Gottlose bei sich, Hebr.: Eingebung (das gleiche Wort wird für die Inspiration der Propheten gebraucht) der Bosheit an den Gottlosen inmitten seines Herzens, es gibt keinen Schrecken (des richtenden) Gottes vor seinen Augen. (Er wähnt, Gott strafe nicht.) - zu sündigen; Furcht Gottes ist nicht vor seinen Augen. Denn trüglich handelt er vor dessen Angesichte, Vulg.: Der Frevler ist ohne Furcht vor Gott (V. 2) denn er betrügt seinen Nächsten unter Gottes Augen (obwohl er weiß, dass Gott ihn sieht). Dies macht sein Verbrechen zu einer Sünde, die den Hass Gottes nach sich zieht (oder: die sich steigert bis zum Hasse Gottes) Sept.: Der Gottlose handelt vor Gott trügerisch, betrügt sich über die Ahndung seiner Ungerechtigkeit und das Hassen (desselben von Seiten Gottes). - so dass sein Frevel hassenswert Der göttlichen Rache würdig. - erscheint. Die Worte seines Mundes sind Frevel und Trug; er will nicht klug werden, Das Licht ist ihm Finsternis. - um Gutes zu tun. Frevel sinnt er auf seinem Lager; In der Stille der Nacht. - er tritt auf jeden nicht guten Weg, das Böse hasst er nicht. O Herr! bis an den Himmel reicht deine Gnadenhuld und deine Treue bis an die Wolken. Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, Unermesslich. Die Urgebirge, von Gott gepflanzt, verkünden seine Größe und Herrlichkeit. - deine Gerichte wie eine große Tiefe; Unerforschlich wie die Wassertiefen, welche in Meeren und Strömen zur Erscheinung kommen. - Menschen und Vieh hilfst du, o Herr! Die in das Menschenleben so häufig eingreifende Tierwelt ist mit dem Menschengeschlecht in Freud und Leid (vergl. [Jonas 4,11]) verbunden. - Wie vielfältig Hebr.: kostbar. - ist dein Erbarmen, o Gott! Die Menschenkinder bergen sich in Zuversicht unter dem Schatten deiner Flügel. Sie laben sich reichlich von der Überfülle deines Hauses Das Haus Gottes ist sein Heiligtum, dann überhaupt sein Gnadenbereich. - und du tränkst sie mit dem Strome deiner Wonne. Ein Paradieseswonnenstrom bewässert und befruchtet gleichsam die Seele. Wie der Strom des Paradieses hat er seine Quelle in Gott, ja Gott ist selbst dieselbe. - Denn bei dir ist die Quelle des Lebens Aller Glückseligkeit. – Im höheren Sinne gilt dies von der Gnade und Glorie. - und in deinem Lichte schauen wir Licht. Wie Gott der Quell des Lebens, so ist er der Quell des Lichtes. Außer Gott sehend schauen wir nur Finsternis, in Gottes Lichtmeer versenkt werden wir von göttlicher Erkenntnis erfüllt und von geistlicher Freude beglückt. Das Licht schauen ist also Heil, Glück erlangen. - Lass dein Erbarmen schauen über die, welche dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die, welche aufrichtigen Herzens sind. Nicht komme der Fuß der Hoffart über mich und die Hand des Sünders erschüttere mich nicht! Treibe mich nicht in die Verbannung. - Siehe da, Im Geiste der Erhörung gewiss sieht er die Widersacher Gottes und der einen auf immer gestürzt. Die Zeit, auf welche der Psalm Bezug nimmt, ist wohl die gleiche wie in [Ps 13]: Absaloms Aufstand. gefallen sind, die Unrecht tun; sie sind hinausgestoßen und können sich nicht erheben.

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