Psalmen 37

Nimm an dem Glücke der Gottlosen kein Ärgernis, sondern harre des Herrn, denn das Glück der Gottlosen nimmt plötzlich ein Ende und der Ausgang scheidet Gerechte und Ungerechte.

Ein Psalm von David. Ein alphabetischer Kranz von Sprüchen wiederholt die gleiche Wahrheit stets von neuem und schärft sie so ein. Der Dichter spricht nur von Gottes ausgleichender Gerechtigkeit im Diesseits. Wenngleich erst die Ewigkeit diese Gerechtigkeit voll bewährt, hat Gott doch im A. T. zum Troste seiner Getreuen und zum Schrecken der Sünder fast immer schon in die Zeit vorbildlich den Schatten seiner in der Ewigkeit voll ausgleichenden Gerechtigkeit fallen lassen, indem er die Frommen belohnte, die Bösen schon auf Erden mit Strafen heimsuchte. - Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifere dich nicht über die, welche Frevel verüben! Denn wie Gras Bild der Vergänglichkeit. - verdorren sie schnell Hebr.: werden sie eilends abgemäht. - und wie grünes Kraut welken sie bald dahin. Hoffe auf den Herrn und tue Gutes, wohne im Lande und genieße seine Reichtümer. So wirst du im Lande wohnend, dich von seinem Reichtume nähren. Hebr.: Bewohne das Land und übe Gerechtigkeit. – Kanaan ist das Land des Heiles, das von Gott seinem Volke verheißene Erbe. [Hebr 11,9] In diesem Lande glücklich wohnen ist Segen Gottes. Aber wie der alttestamentliche Isaak das Vorbild des neutestamentlichen, Christus, war, so Kanaan der Typus des Erbes, das Christus sich und seinen Erlösten durch sein Leiden erworben. Auf dieses Land der Vollendung weist der Heiland [Mt 5,4] hin. - Habe deine Freude an dem Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz verlangt. Befiehl Hebr.: Wälze (die Sorgenlast deines Lebens auf Jahve). - dem Herrn deine Wege Stelle Gott deine Lebenswege vor, dich ihm im Vertrauen überlassend. - und hoffe auf ihn, so wird er es wohl machen. Und er wird deine Gerechtigkeit ausgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie die Mittagshelle. Wie das Licht der Sonne die Nacht durchbricht, ja gleich der Sonne am Mittag, stellt Gott in Siegeskranz die gerechte Sache vor Augen. - Sei dem Herrn untergeben und bete zu ihm. Hebr.: Sei still (gottergeben) vor Jahve und harre auf ihn. - Ereifere dich nicht über den, der glücklich ist auf seinem Wege, über den Mann, der Unrecht tut. Stehe ab vom Zorne Gegen Gott wegen des vermeintlichen Glückes der Bösen. - und lass den Groll fahren; ereifere dich nicht, so dass auch du Böses tuest. Hebr.: nur zum Übeltun führt es. - Denn die Übeltäter werden ausgerottet, die aber, welche auf den Herrn harren, werden das Land ererben. Noch eine kleine Weile und der Sünder ist nicht mehr; suchst du nach seiner Stätte, so findest du sie Hebr.: ihn. - nicht. Die Sanftmütigen Die vertrauensvoll Duldenden, welche die Rache dem Herrn anheimstellen. - aber werden das Land ererben und in der Fülle des Friedens Des Heiles der Seligkeit. - ihre Wonne haben. Der Sünder schaut lauernd auf den Gerechten und knirscht über ihn mit seinen Zähnen. Aus Wut. - Der Herr aber lacht seiner; denn er sieht voraus, dass dessen Tag kommen wird. Der Tag seines Todes [1Sam 26,10], seiner Strafheimsuchung. [Ps 136,7, Jer 50,27.31] - Die Sünder ziehen das Schwert, spannen ihren Bogen, um den Armen und Hilflosen zu stürzen, um hinzuschlachten die, welche geraden Herzens sind. Ihr Schwert möge Nach dem Hebr. besser: wird. - ihr eigenes Herz durchbohren und ihr Bogen möge zerbrochen werden! Das wenige, das der Gerechte hat, ist ihm besser als der Sünder große Schätze. Denn die Arme der Sünder werden gebrochen, So kann er weder anderen schaden noch sich helfen. Die Arme sind das Bild aller Hilfsmittel und Werkzeuge der Bosheit. - aber die Gerechten stützt der Herr. Was irdische Habe und menschliche Kraft nicht vermag, gewährt der Herr den Gerechten: er stützt sie. - Der Herr kennt die Tage Das in den Tagen des Erdenlebens verlaufende Leben mit seinen Geschicken. - der Makellosen und ihr Erbe bleibt in Ewigkeit. Weder wird das Erbe ihnen noch sie dem Erbe entrissen. - Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit und in den Tagen des Hungers werden sie gesättigt. Denn die Sünder gehen zugrunde und die Feinde des Herrn schwinden hin, kaum dass sie zu Ehren und Ansehen gekommen sind; Die Erhöhung und Erniedrigung der Gottlosen fällt fast in einen Augenblick zusammen. Im Hebr. lauten die letzten Worte: wie Pracht der Auen. - wie der Rauch schwinden sie dahin. Hebr.: sie sind geschwunden, wie Rauch geschwunden. Sie schwinden wie Rauch, der erst dick ist und sich dann in die Luft auflöst. - Der Sünder borgt Durch Gottes Fluch verarmend muss der Frevler Schulden machen, der Gerechte gedeiht durch Gottes Segen. Dass Gottes Fluch und Segen beides herbeiführt, besagt V. 22. - und kann nicht bezahlen, der Gerechte aber erbarmt sich und teilt aus. Denn die ihn segnen, Vulg.: die Gott segnen. Hebr.: Seine Gesegneten. - werden das Land erben; die ihm aber fluchen, werden zugrunde gehen. In der Verarmung des Gottlosen und der fort und fort möglichen Mildtätigkeit des Gerechten kündigen sich Segen und Fluch Gottes voraus, die sich im Engelgeschicke beider offenbaren werden. - Von dem Herrn werden des Menschen Des Gerechten. - Schritte geleitet und an seinem Wandel hat er Wohlgefallen. Wenn er auch fällt, so wird er nicht Schaden nehmen, denn der Herr hält ihn mit seiner Hand. So dass er nicht lang hingestreckt wird. - Ich bin jung gewesen und bin alt geworden und nie habe ich den Gerechten verlassen gesehen oder seine Kinder um Brot betteln. Zeitweilige Heimsuchung wird damit nicht in Abrede gestellt, sondern auf das schließlich Bleibende hingewiesen, das Vorbild der jenseitigen Ausgleichung. - Allezeit ist er mildtätig und leiht und seine Nachkommenschaft ist gesegnet. Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes und wohne alsdann immerdar im Lande. Der Kreislauf der Ermahnungen kehrt zu V. 3 zurück. - Denn der Herr liebt das Recht und verlässt seine Heiligen nicht, immerdar werden sie behütet; die Ungerechten werden gestraft und die Nachkommenschaft der Gottlosen geht zugrunde. Doch die Gerechten werden das Land ererben und auf immer darin wohnen. Der Mund des Gerechten spricht besonnene Weisheit und seine Zunge redet, was recht ist. Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen Nicht nur die äußere Richtschnur, sondern auch der innere Beweggrund seines Handelns. - und seine Schritte wanken nicht. Der Sünder lauert dem Gerechten auf und trachtet darnach, ihn zu töten, doch der Herr lässt ihn nicht in seiner Gewalt und lässt ihn nicht verdammen, Oder: verdammt ihn nicht. - wenn auch mit ihm gerechtet wird. Harre auf den Herrn und beobachte seinen Weg, Ohne dich durch die Verfolgung und das Urteil der Welt abwendig machen zu lassen. - so wird er dich erhöhen, dass du das Land zum Erbe erhaltest; du wirst zusehen, wenn die Sünder zugrunde gehen. Ich sah einen Gottlosen hoch erhöht und hoch geworden wie die Zedern des Libanon. Die Cedern sind das Bild des Erhabenen. Hebr.: Wie einen urwüchsigen grünenden Baum. – Ein nicht verpflanzter Baum ist fester gewurzelt als ein fremder Erde verpflanzter. - Als ich Hebr.: man. - aber vorüberging, siehe, da war er nicht mehr; ich suchte ihn und seine Stätte Hebr.: und nicht ward er mehr gefunden. - war nicht zu finden. Bewahre die Unschuld und siehe auf das, was recht ist, Hebr.: schaue den Rechtschaffenen und betrachte den Geraden. - denn dem Manne des Friedens sind Nachkommen beschieden. Zahlreiche Nachkommen galten als besonderes Glück. - Die Ungerechten aber kommen allzumal um, die Nachkommenschaft der Gottlosen geht zugrunde. Doch den Gerechten kommt Heil von dem Herrn, Also seinem Ursprung entsprechend: gewisses, vollkommenes, ewig dauerndes. - er ist ihr Beschirmer zur Zeit der Bedrängnis. Und der Herr hilft ihnen, befreit sie, rettet sie vor den Sündern und steht ihnen bei, denn sie haben auf ihn gehofft. Dieser Psalm bewog den hl. Fulgentius, mit der Welt zu brechen und sich ganz dem Herrn zu weihen.

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