Psalmen 38

1. David fleht um Beendigung seiner Leiden: Er ist krank zur Strafe für seine Sünden. (V. 3) Dazu drückt ihn Reueschmerz nieder. (V. 11) Das physische und seelische Leiden wird noch vermehrt durch die Handlungsweise der Freunde und Verwandten (V. 12) und die Anschläge seiner Feinde. (V. 13) Ist er nicht genügend bestraft? 2. David erträgt alles mit Geduld (V. 15) in der sicheren Hoffnung (V. 19), dass Gott die Anschläge seiner Feinde vereiteln werde. (V. 21) Bitte an den Herrn, ihn nicht zu verlassen.

Ein Psalm Davids, Der dritte sogenannte Bußpsalm. Die Abfassung desselben fällt wohl in die Zeit nach Davids Fall (etwa vor Absaloms Verfolgung). - zur Erinnerung, Erinnerung hieß ein Teil des Mincha- (Speise-) opfers, also: beim Minchaopfer zu singen. - für den Sabbat. Fehlt im Hebr. - O Herr! straf mich nicht Weiter. Die Züchtigung (V. 3) ist hinreichend. Strafe als Vater, nicht als Richter, in Barmherzigkeit, nicht in Grimm. - in deinem Grimme und züchtige mich nicht in deinem Zorne, denn deine Pfeile Pfeile sind das Bild für göttliche Strafgerichte. [5Mos 32,32] - stecken tief in mir und schwer hast du deine Hand Hebr.: und deine Hand hat sich schwer auf mich gesenkt. - auf mich gelegt. Nichts blieb unversehrt an meinem Leibe vor deinem Zorne, kein Frieden ist in meinen Gebeinen Die Gebeine stehen für den Körper oder den ganzen Menschen nach seiner physischen Seite. - ob meiner Sünden. Denn meine Verschuldungen übersteigen Bild von überflutenden Wasserwogen. - mein Haupt und lasten Sind die Sünden als Last betrachtet, so ist der Ausdruck wegnehmen für vergeben aus dem Bilde klar. - gleich einer schweren Bürde auf mir. Meine Wunden infolge meiner Torheit Sünde. - sind faul und eitern. Ich bin elend geworden und überaus gebeugt, den ganzen Tag gehe ich trauernd einher. Denn Zum dritten Male begründet der Psalmist seine Bitte. - voll von Täuschung Versuchungen. Hebr.: Brandweh. - sind meine Lenden Die sonst stärksten Teile, gleichsam der Mittelpunkt der leiblichen Kraft. - und nichts Gesundes ist an meinem Fleische. Ich bin überaus bedrängt und niedergebeugt, Hebr.: Ich bin erstarrt (in Todesstarre) und zermalmt gar sehr. - ich schreie laut auf ob des Kummers meines Herzens. O Herr! dir ist all mein Sehnen offenbar und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Mein Herz ist verwirrt, Mein Herz pocht heftig. - meine Kraft hat mich verlassen und selbst das Licht meiner Augen ist nicht mehr bei mir. Meine Freunde und meine Nächsten nahten sich wider mich und blieben stehen, und die mir nahe waren, hielten sich fern; Hebr.: Meine Lieben und meine Freunde hinweg von meiner Plage (sie sehen dieselbe zwar, getrauen sich aber aus Furcht vor den Feinden nicht mir beizuspringen) und meine Nächsten haben sich fernab von mir hingestellt. Vulg.: Sie kommen in meine Nähe und bleiben gaffend stehen, ohne zu trösten. - und die mir nach dem Leben trachteten, wendeten Gewalt an; Machten große Anstrengungen. - die mir Böses wünschten, redeten Eitles Hebr.: Verderben. - und sprachen Trug immerfort. Ich aber hörte nicht, Ertrug es geduldig. - einem Tauben gleich, und war wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. Ich ward wie ein Mensch, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat. Denn auf dich, o Herr! vertraue ich; du wirst mich erhören, o Herr, mein Gott! Denn ich sprach: Mögen meine Feinde nicht frohlocken über mich! denn wenn meine Füße wanken, werden sie groß sprechen über mich. Hebr.: mögen sich nicht freuen über mich, die bei meines Fußes Wanken groß tun würden wider mich. - Denn ich bin der Geißelstreiche gewärtig Ich fühle mich der Strafe würdig (Reue Davids), oder: ich bin stets den Geißeln ausgesetzt (Leiden begleiten mich allezeit). Hebr.: Ich bin nahe am Fall. - und mein Schmerz ist allezeit vor mir. Ich will meine Missetaten kundgeben und meiner Sünde wegen Sorge hegen. Meine Feinde aber leben Sind voller Lebenskraft und glücklich, wie anders als ich! - und sind mächtiger geworden als ich und zahlreich sind, die mich ungerecht hassen. Indem sie Gutes mit Bösem vergelten, reden sie mir übel nach, weil ich dem Guten nachstrebe. Verlass mich nicht, Herr, mein Gott! entferne dich nicht von mir. Habe acht auf meine Hilfe, o Herr, du Gott meines Heiles! Die wahre Buße verzweifelt nicht, wie Kain und Judas, sondern nimmt zu Gott ihre Zuflucht. – Die Kirche legt diesen Psalm dem Heilande, dessen Abbild David ist, in der Matutin des Karfreitages in den Mund.

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