Psalmen 39
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
1. Von den Gottlosen verspottet, nimmt David sich vor, zu schweigen. (V. 3) Doch bald bricht er, die Kürze und Eitelkeit des menschlichen Lebens erwägend, das Stillschweigen und betet zu Gott, um vor Murren bewahrt zu bleiben. (V. 7) 2. Auf Gott setzt er seine Hoffnung und fleht ihn an, ihm die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen zu stellen zur Geduld und Verhütung von Klage. (V. 10) Da das Leben schnell dahingeht, möge Gott auch das Leid von ihm nehmen. (V. 12)
1 Zum Ende, Für den Musikmeister. - für Idithun, Idithun war einer der drei Gesangmeister Davids. [1Chr 16,38, 1Chr 25,1] - ein Gesang Davids. Aus der letzten Zeit Sauls? - 2 Ich sprach: Ich will auf meine Wege acht haben, dass ich nicht mit meiner Zunge sündige. Ich setzte Im Hebr. wird der Vorsatz weiter geführt: Ich will meinem Mund einen Zaum wahren, so lange der Ungerechte vor mir ist (um diesem nicht zur Schadenfreude und zu bösen Reden Gelegenheit zu geben). - meinem Mund eine Hut, da der Sünder sich mir entgegenstellte. 3 Ich verstummte und beugte mich und schwieg, fern vom Glück; aber mein Schmerz erneuerte sich. Hebr.: abgewandt vom Guten… doch mein Schmerz war ungestüm. Das Schweigen, das er sich auferlegt, steigert den zurückgedrängten Schmerz. - 4 Mein Herz erglühte in meinem Innern und durch mein Sinnen entbrannte Feuer. 5 Ich sprach mit meiner Zunge: Im Hebr. gehören diese Worte zu V. 4. Ausdruck einer gewissen Ungeduld? Jedenfalls sucht David im Folgenden den Weg des Friedens. - Tue mir, Herr! mein Ende kund, und welches die Zahl meiner Tage ist, Des Lebens oder der Leiden. - damit ich wisse, was mir abgeht. An Lebenstagen. Hebr.: Möchte ich erkennen, wie vergänglich ich bin! - 6 Siehe, du hast meinen Tagen ein Maß gesetzt Nach Handbreiten messbar gemacht. Die menschliche Zeitdauer ist gegenüber der Ewigkeit Gottes wie nichts. - und mein Wesen Hebr.: Zeitdauer. - ist wie nichts vor dir! Wahrlich, alles ist Eitelkeit, ein jeder Mensch, der lebt! Hebr.: wie fest er auch stehe. Sela. - 7 Wahrlich, nur als ein Schattenbild geht der Mensch vorüber Hebr.: wandelt der Mensch einher, nur um einen Hauch machen sie Lärm. - und umsonst macht er sich Unruhe; Um die Dinge dieser Welt. - er häuft Schätze auf und weiß nicht, für wen er sie sammelt! 8 Und nun, was ist meine Zuversicht? Ist's nicht der Herr? Mitten in den unerklärlichen Heimsuchungen auf Erden, die Gott zugelassen, und trotz der Dunkelheit des Jenseits, vertraut der Psalmist auf Gott. - denn der Grund meiner Festigkeit bist du. Hebr.: mein Harren, dir gilt es. - 9 Von allen meinen Missetaten errette mich, Denn die Sünden sind die Wurzeln alles Übels. - dem Toren ließest du mich zum Hohne werden. Hebr.: Zum Spott der Toren stelle mich nicht hin! - 10 Ich bin verstummt und tat meinen Mund nicht auf, denn du hast es getan! Er unterwirft sich unter Gottes Hand, dennoch ist ihm gestattet, um Befreiung zu bitten. - 11 Nimm deine Plagen von mir! 12 Durch die Stärke deiner Hand bin ich kraftlos geworden Hebr.: Vor dem Angriffe deiner Hand vergehe ich. „Unter der Züchtigung“ fehlt im Hebr., in dessen Text dieser Teil noch zu V. 11 gehört. - unter der Züchtigung. Um seiner Missetat willen strafst du den Menschen und lässest wie ein Spinnengewebe sein Leben vergehen; Hebr.: Züchtigst du einen Mann mit Strafen wegen Schuld, so machst du zerfallen, der Motte gleich, seine Herrlichkeit. Wahrlich, Hauch ist alles, was Mensch heißt. Sela. (Des Menschen Leibesschöne verfällt wie ein Kleid, das die Motte zernagt hat.) Vulg.: Ebenso leicht wie ein Spinnengewebe (Spinne) vernichtest du den Menschen. - fürwahr, umsonst bekümmert sich jeder Mensch! 13 Erhöre mein Gebet, o Herr! und mein Flehen, lass mein Weinen zu deinen Ohren dringen. Wie die Gebetsworte, so sind die Tränen ein Gott vernehmbares Gebet. - Schweige nicht, denn ein Fremdling bin ich bei dir und ein Pilger, Ein Pilger ist, wer in einem Lande, das nicht seine Heimat ist, herumzieht; ein Fremdling, wer ohne, durch Geburt und so fort ein Anwohner geduldet wird. - wie meine Väter alle. Jeder Mensch bleibt nur so lange auf Erden, als Gott es ihm vergönnt, und auch das verheißene Land ist für Israel nur eine Gabe Gottes, die der einzelne nur für sein kurzes Leben genießt. Die Väter sind die Patriarchen. [1Mos 47,9] - 14 Lass ab von mir, dass ich noch Erquickung finde, ehe ich hingehe und nicht mehr bin! Dann ist es zu spät. Vergl. [Job 14].