Psalmen 41

1. Die Tugend der Barmherzigkeit wird von Gott schon auf Erden reich vergolten. David hat diese Tugend geübt, so darf er also vertrauensvoll sein Gebet zu Gott richten. (V. 4) 2. Bitte um Hilfe in geistiger und leiblicher Not (V. 6), weil seine Feinde seinen Untergang begierig erwarten (V. 7) und selbst sein früherer Freund ihm feindlich begegnet (V. 10), daher wolle Gott ihm beistehen, dass er seine Feinde strafe und den Thron zurückerlange, so Gottes Huld erfahre. (V. 13) Eine Doxologie schließt den ersten Teil der Psalmen.

Zum Ende, Für den Gesangmeister. - ein Psalm von David. Wohl zur Zeit der Empörung Absaloms. - Glückselig, wer des Armen und Dürftigen gedenkt, am Tage des Unglücks wird ihn der Herr erretten. Der Herr behüte ihn und erhalte ihn am Leben und mache ihn glücklich im Lande und gebe ihn nicht der Willkür seiner Feinde preis. Hebr.: Der Herr wird ihn schirmen und am Leben erhalten, dass er glücklich gepriesen wird im Lande. Nicht gibst du ihn seiner Feinde Gier preis. - Der Herr bringe ihm Hebr.: Jahve stützt ihn auf dem Siechbette – wehrt das Hinabsinken in Tod und Grab. - auf seinem Schmerzensbette Hilfe, sein ganzes Lager wandelst du bei seiner Krankheit. Wandelst sein Schmerzens- in ein Freudenlager. - Ich sprach: Den allgemeinen Satz bestätigt er durch sein Beispiel. Die Präterita V. 5-10 werden besser als Präsentia gefasst. - Herr! erbarme dich meiner, heile meine Seele, denn ich habe wider dich gesündigt. Der Psalmist erkennt in der Sünde die Ursache seines Elends. Dennoch aber redet er hier nur allgemein von der menschlichen Sündhaftigkeit, da er sich (vergl. V. 13), eines schweren Vergehens nicht bewusst ist. - Meine Feinde redeten wider mich Böses: „Wann wird er sterben und sein Name untergehen?“ Und kam jemand, Einer wird herausgehoben. - nach mir zu schauen, so redete er Trug und sein Herz sammelte sich Bosheit. Während er böse Anschläge im Herzen hegt, redet er heuchlerisch freundlich. - Er ging hinaus und redete davon mit seinen Genossen. Es flüsterten Noch war zur Zeit Vorsicht notwendig. - alle meine Feinde wider mich, sie sannen wider mich Unheil. Sie redeten wider mich ein gottloses Wort: Der jetzt darniederliegt, wird doch nicht wieder aufstehen? Im Hebr. lautet V. 9: Ein heillos Übel haftet ihm an und nicht wird der, der jetzt darniederliegt, wieder aufkommen. - Selbst der, mit dem ich in Frieden lebte, Mein Freund. - auf den ich vertraute, der mein Brot aß, Wahrscheinlich wird hier auf Achitophel hingewiesen, der einst Freund und Ratgeber Davids, nachher der Verräter seines Herrn und der Begünstiger des Aufstandes ward. [2Sam 15,12.31, 2Sam 16,23, 2Sam 17,23] Wie aber David der Typus Christi, so war Achitophel das Vorbild Judas, des Verräters. Vergl. [Joh 13,18]. So ist also der Psalm typisch messianisch. Auch die übrigen Verse des Psalmes können auf das Leiden und die Auferstehung des Heilandes angewendet werden, wie dies im Passionsoffizium geschieht. - verübte große Hinterlist wider mich. Hebr.: Hob hoch wider mich die Ferse (versetzte mir einen weit ausgeholten Fußtritt). - Du aber, o Herr! erbarme dich meiner und hilf mir wieder auf, dass ich ihnen vergelte. Es ist die Vergeltung gemeint, zu der David als rechtmäßiger König verpflichtet war und die er in Gottes Macht wirklich vollzog, als er Absaloms Empörung niederwarf. Vergl. [1Koe 2,5ff, Lk 19]. - Daran erkenne ich, dass du Wohlgefallen an mir hast, dass mein Feind nicht über mich frohlocken wird. Mich aber hast du um meiner Unschuld willen aufrecht gehalten Die Vergangenheit ist gesetzt, indem der Dichter von der Erfüllung aus rückwärts schaut. - und mich auf ewig vor deinem Angesichte gefestigt. Gemäß der Verheißung [2Sam 7,16]. - Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Den ersten Teil der Psalmen abschließende Doxologie. - Amen, Amen! Nicht Gebetsschluss, sondern Bekräftigung der vorausgegangenen Wünsche.

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