Psalmen 44
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
1. Gott hat in alter Zeit geholfen und ist bis zur Stunde und für alle Zukunft der einzige Helfer. (V. 9) 2. Von Feinden bedrängt und von den Nachbaren verspottet, haben die Israeliten doch die Heimsuchung nicht verschuldet. (V. 20) 3. So musste denn Gott auch jetzt wieder sich als rettender Helfer erweisen.
1 Zum Ende von den Söhnen Kores, zur Unterweisung. Hebr.: dem Musikmeister. Ein Psalm der Söhne Kores. Verfasst zur Zeit als Sennacherib gegen Jerusalem zog? [2Koe 18,19, Jes 36, Jes 37] - 2 O Gott! mit unsern Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt die Großtaten, die du vollbracht in ihren Tagen und in den Tagen der Vorzeit. Zur Hervorhebung des Gegensatzes zwischen einst und jetzt. - 3 Deine Hand vertrieb die Völker und du pflanztest sie Unsere Väter. - dafür ein, du züchtigtest die Völker, sie aber ließest du emporwachsen. 4 Denn nicht durch ihr Schwert haben sie das Land in Besitz genommen und ihr Arm hat ihnen nicht Heil geschafft, sondern deine Rechte und dein Arm Rechte: Bild des Handelns, Arm Bild der obliegenden Macht, Licht des Angesichtes Bild der Gnade. - und das Licht deines Angesichtes, Dies war der letzte Grund. - denn du hattest an ihnen Wohlgefallen. Aus dem Rückblick in die Vergangenheit sprosst die zuversichtliche Bitte in der Gegenwart, gegründet auf das Verhältnis des Gottkönigs zu seinem Volke [5Mos 33,5]. - 5 Du bist ja mein König und mein Gott, Gott muss sich erbarmen, denn nicht steht dem ein Abfall des Volkes entgegen. - der Heil entbietet Hebr.: entbiete. - in Jakob. Israel. - 6 Durch dich stoßen wir unsere Feinde nieder und durch deinen Namen verachten Stoßen wir nieder. - wir die, welche sich wider uns erheben. 7 Denn nicht auf meinen Bogen setze ich mein Vertrauen und mein Schwert kann mir nicht Rettung bringen, 8 sondern du befreist uns von unsern Drängern und machst die zuschanden, die uns hassen. 9 Gottes rühmen wir uns allezeit und deinen Namen preisen wir ewiglich. Sela. - 10 Jetzt Gleichwohl aber. - aber hast du uns verstoßen und zuschanden gemacht und ziehest, Besser Präterit.: zogest aus. - o Gott! nicht aus mit unsern Heeren. 11 Du lässest uns zurückweichen vor unsern Feinden, und die uns hassen, haben sich Beute gewonnen. 12 Du gabst uns dahin wie Schlachtschafe Die einen, während die anderen als Sklaven unter die Heiden verkauft wurden. - und zerstreutest uns unter die Völker. 13 Du hast dein Volk verkauft für nichts Für ein Spottgeld. - und es war kein Gewinn bei seiner Dahingabe. Hebr.: Du gingest nicht hoch hinauf in ihren Kaufgeldern. - 14 Du hast uns zum Gespött gemacht Zur Besiegung kommt die Schmach. - bei unsern Nachbarn, zum Spott und Gelächter bei denen, die um uns her sind. Bei den um Israel wohnenden wie bei den entfernteren Völkern. - 15 Du machtest uns zum Sprichwort Zum spöttischen Sprichwort. Will man einen Elenden bezeichnen, so nennt man ihn Jude. - den Heiden, zum Gegenstand des Kopfschüttelns Gebärde schadenfrohen Staunens. - unter den Völkern. 16 Den ganzen Tag steht meine Schmach vor mir und Schamröte bedeckt mein Angesicht 17 ob der Stimme des Höhnenden und Beschimpfenden, im Angesichte des Feindes und Verfolgers. Hebr.: Rachgierigen. - 18 Dies alles ist über uns gekommen, obschon wir deiner nicht vergessen und nicht treulos gehandelt hatten an deinem Bunde. 19 Unser Herz ist nicht zurückgewichen, dennoch ließest du unsere Pfade von deinem Wege abweichen. Du ließest unsere Lebensschicksale vom Wege deines Heiles (dem Glückswege) abweichen, wiesest unsere Pfade von dir, indem du Unheil über uns kommen ließest. Also die Heimsuchungen sind nicht eine von Gott für Abfall verhängte Strafe. (Vergl. V. 24.) Hebr.: Nicht abgefallen ist unser Herz noch unser Schritt abgewichen von deinem Pfad. - 20 Denn du hast uns niedergebeugt an der Stätte der Trübsal Hebr.: Ort der Schakale, die Wüste [Jer 9,10], ein Sinnbild der elenden Lage Israels. - und Todesschatten hat uns bedeckt. 21 Wenn wir des Namens unsers Gottes vergessen und unsere Hände ausgestreckt hätten zu einem andern Gott, 22 würde Gott dies nicht erforschen? Er kennt ja die Geheimnisse des Herzens. Um deinetwillen werden wir immerfort hingewürgt, werden geachtet wie Schlachtschafe. Der hl. Paulus wendet diese Worte [Roem 8,36] auf die verfolgten Christen an. - 23 Wache auf! warum schläfst du, Herr? Nur an dieser Stelle wird das Wort schlafen unmittelbar auf Gott angewendet, sonst stets der Vergleich angedeutet [Ps 7,7, Ps 34,23, Ps 77,65]: Gott scheint zu schlafen, wenn er in die äußeren Geschicke hienieden nicht eingreift. - Wache auf und verwirf uns nicht auf immerdar! 24 Warum wendest du dein Antlitz ab, vergissest unseres Elendes und unserer Drangsal? 25 Denn bis zum Staube ist unsere Seele gebeugt, es klebt am Boden unser Leib. Nach Art der Trauernden und demütig Flehenden. - 26 Erhebe dich, o Herr! hilf uns und erlöse uns um deines Namens Hebr.: um deiner Gnade willen. willen.