Psalmen 49
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Aufforderung an alle Völker und Menschen, auf die Belehrung des Psalmisten achtzuhaben. (V. 5) 1. Der von den Reichen vergewaltigte Gerechte hat nichts zu fürchten, den Reichtum und Macht sind nichtig und hören mit dem Tode auf. (V. 13) 2. Die vermeintlich Unsterblichen werden in die Unterwelt gebettet, während die, welche sich zu Gott halten, von ihm erlöst werden.
1 Zum Ende, Dem Musikmeister. - ein Psalm von den Söhnen Kores. 2 Höret dies, ihr Völker alle, vernehmet es alle Bewohner des Erdkreises, 3 alle ihr Erdgeborenen und Menschenkinder, Erdgeboren sind die Menschen als Sterbliche, Menschenkinder allgemein, alle Menschen also sollen ihn hören. - alle miteinander, reich und arm! 4 Mein Mund soll Weisheit reden, und meines Herzens Sinnen Einsicht. 5 Ich will mein Ohr der Gleichnisrede neigen, Ich will mein Ohr öffnen für die von Gott durch Inspiration mir zuteil werdende Offenbarung. Von Gott kommt die Gleichnisrede (Lebensweisheitsspruch), welche der Dichter vorträgt, er hört selbst zuerst auf ihre Eingebung, ehe er sie lehrt. Da sie göttliche Offenbarung enthält, lädt er alle Menschen ein, sie zu vernehmen. - will auf der Harfe Die Musik soll zur Erhöhung der Feierlichkeit des prophetischen Wortes dienen. - meinen Rätselspruch Die dunkle Frage, wie es mit Gottes Gerechtigkeit zu vereinen ist, dass es dem Bösen auf Erden oft gut geht. - kundgeben. 6 Warum soll ich mich fürchten am Unglückstage, wenn die Bosheit meiner Nachsteller mich umgibt, 7 welche auf ihre Macht vertrauen und der Menge ihrer Reichtümer sich rühmen? 8 Es kann kein Bruder Nicht einmal der Bruder. - loskaufen, kein Mensch, und keiner Gott das Lösegeld Der Tod ist der Sünde Sold. Niemand vermag sich von dem Tode freizukaufen, da niemand ohne Sünde. - für sich erlegen, Hebr.: Einen Bruder kann kein Mensch (kein Mensch kann den andern) loskaufen noch Lösegeld geben für sich; - zu teuer ist der Loskauf ihrer Seele und er steht ab davon (vom Loskauf) auf ewig – das er (dieser andere) fortlebe ohne Ende und nicht schaue die Grube. – Er wird sie fürwahr noch schauen. Weise sogar müssen sterben. - 9 noch für sein Leben einen Lösepreis, wenn er sich auch in Ewigkeit abmühte 10 und lebte für und für. 11 Nicht hat er das Ende vor Augen, wenn er Weise sterben Die Weisen sterben, die Toten gehen unter. - sieht; Toren und Unverständige Fleischliche und Gott vergessende Menschen. - kommen miteinander um und hinterlassen Fremden ihre Reichtümer. 12 Ihre Gräber sind ihr Haus auf immer, ihre Wohnungen von Geschlecht zu Geschlecht, man preist ihren Namen in ihren Ländern. Ihr Besitz ist noch nach ihnen benannt, als wären sie unsterblich. - 13 Doch der Mensch erkennt es nicht, da er in Ehren ist, er wird den unverständigen Tieren gleich und wird diesen ähnlich. Hebr.: Doch der Mensch (der, von dem nicht V. 16 gilt) der in Herrlichkeit lebt, hat keine Dauer, er ist dem Vieh zu vergleichen, das hingelegt wird. - 14 Dieser ihr Wandel bringt sie zu Falle und nachher noch gefallen ihre Reden. Hebr.: und ihre Nachtreter haben Gefallen an ihrem Munde (an ihren hochmütigen, frechen, vermessenen Reden). Sela. - 15 Wie Schafe fahren sie zur Unterwelt, der Tod rafft sie hinweg; Der Tod ist ihr Hirt, daher ihr Hinschwinden. - die Gerechten triumphieren über sie gar bald und ihre Hilfe schwindet dahin in der Totenwelt, nachdem ihre Herrlichkeit vergangen. Die Gerechten, welche von den Frevlern vergewaltigt waren, erscheinen am Tage des Gerichtes als deren Richter und Herrn, während die Gottlosen in der Unterwelt hilflos sind und all der Herrlichkeit entbehren müssen, die sie auf Erden hatten. Sinn des Hebr.: Die Macht des Todes zerstört auch ihren Leib, da das Grab ihre Wohnung geworden. - 16 Aber Gott wird meine Seele aus der Unterwelt erretten, indem er mich hinnimmt. Sela. – Die Hebräer hatten schon in frühester Zeit Kenntnis von einer Strafe im Jenseits, wenngleich die klare Erkenntnis nur allmählich aufging. Selbst rationalistische Erklärer indes geben zu, dass hier eine Belohnung des Gerechten im Jenseits gelehrt wird. – Der Psalmist spielt auf Henoch [1Mos 5,24] an. Der Dichter erwartet, aus der ganzen Machtsphäre des Todes (aus der Unterwelt) entrückt zu werden. Gott ist stärker als der Tod; müssen also auch die Gerechten selbst sterben, so können sie doch dem Hirtenstabe des Todes nicht rettungslos verfallen. Wie Gott dies tun wird, weiß der Psalmist nicht, ihm genügt es zu wissen, dass Gott ihn erlösen wird. - 17 Fürchte nicht, wenn ein Mensch reich wird und wenn sich die Herrlichkeit seines Hauses mehrt, 18 denn wenn er stirbt, nimmt er nichts mit sich und seine Herrlichkeit fährt nicht mit ihm hinab. 19 Denn wird seine Seele in seinem Leben gepriesen, so pries er dich nur, wenn du ihm Gutes erwiesest. Hebr.: Ob einer seine Seele bei Lebzeiten segnet, und man dich rühmt, dass du dir Gutes tuest (vergl. [Lk 16,25]), hingehen wird sie zum Geschlecht seiner Väter usw. Segnen: sie glücklich preisen. Vergl. [Lk 12,19]. - 20 Er wird zum Geschlecht seiner Väter hingehen Die Gottlosen werden als seine Familie betrachtet: jeder Gottlose kommt dahin, wo die anderen bereits sind. - und nimmer das Licht schauen. 21 Der Mensch, der in Ehren ist und es Den Unterschied zwischen Vergänglichem und Unvergänglichem, Zeit und Ewigkeit. - nicht erkennt, gleicht unvernünftigen Tieren und wird ihnen ähnlich. Hebr.: wie oben Anm. 12.
Zitiert in 8
- V. 7 Summa (EN)(II-II 188.7)
- V. 13 Summa (EN)(I 98.2
II-II 161.1) - V. 19 Summa (EN)(I-II 99.6)
- V. 21 Summa (EN)(I-II 91.6
II-II 64.2 II-II 142.4 III 80.3)