Psalmen 5

Die Ausgaben hier ziehen die Grenze zwischen einigen Versen dieses Kapitels an verschiedenen Satzteilen, sodass ein Zitat neben dem falschen Satz landen kann.

Der Psalmist bittet Gott, sein Gebet, dass er am frühen Morgen darbringt, am Morgen zu erhören. (V. 4) Ja, er vertraut, dass Gott ihn erhört, denn der Herr hasst die Sünder (V. 7), er aber tritt in das Heiligtum Gottes, flehend, der Herr wolle ihn den rechten Weg leiten ohne Wanken (V. 10) und seine Feinde strafen, damit David sich mit allen Frommen der Hilfe des Höchsten rühme.

Zum Ende, für die Erbin, Richtiger wohl: Für den Vorsänger. Blasinstrument. – Die Teilung der Verse ist im Hebr. so, dass V. 4a der Vulgata noch zu V. 3 gehört und so fort bis V. 8 ausschließlich. V. 11 beginnt mit den Worten: Gehe mit ihnen ins Gericht. - ein Psalm Davids. Der Psalm gibt die Gefühle der Kirche (einer frommen Seele) wieder, welche teils bittend, teils die Sünde verwerfend, den Bräutigam anfleht, sie gegen die Anschläge ihrer Feinde zu schützen und sie zu den ewigen Wohnungen zu führen. - Lass, o Herr! meine Worte zu deinen Ohren dringen, vernimm mein Rufen! Dreimal wiederholt er seine Bitte, zum Zeichen der Dringlichkeit. - Merke auf mein flehentliches Gebet, Zwar nimmt Gott jedes Gebet wahr und merkt darauf, aber er erhört nicht jedes, weil Demut und Vertrauen dabei fehlen. Darum fleht der Sänger zu Gott, er wolle ihn so beten lassen, wie es notwendig ist, um erhört zu werden. - o mein König König von Israel, dessen Stellvertreter ich bin. - und mein Gott! Denn ich bete zu dir, o Herr! früh am Morgen erhörst du Hebr.: wolltest du hören. - mein Rufen. Früh am Morgen stehe ich vor dir Hebr.: rüste ich dir (Opfer) zu und schaue aus (nach dir). - und schaue aus, denn du bist kein Gott, der Unrecht liebt. Gott will das Böse nicht, sondern lässt es nur zu, damit der Mensch nicht seiner Freiheit beraubt unter die Dinge hinabsinke, welche keine Vernunft und keinen freien Willen haben, sowie weil Gott, als höchster Herr aller Geschöpfe, auch das Böse dem Guten dienstbar macht und zur Förderung desselben dienen lässt. - Und der Frevler darf nicht bei dir weilen In Schutz und Sicherheit bei dir. - noch bestehen die Ungerechten Hebr.: Stolze, sich Überhebende. - vor deinen Augen. Du hassest alle, die Böses tun, vertilgst alle, die Lügen reden, den Mann des Blutes und des Truges verabscheut der Herr. Ich aber werde ob der Fülle deiner Barmherzigkeit in dein Haus kommen, anbeten gegen deinen heiligen Tempel hin Durch deine reiche Gnade aus der Verbannung berufen. (Der Psalm berührt wohl die Zeiten der Verfolgung durch Saul.) Der Tempel ist entweder die Stiftshütte in Gabaon oder die Bundeslade in Nobe, das Zeichen und Unterpfand der Gegenwart Gottes. Auch vor ihr ward geopfert. In das Heiligtum dar niemand eingehen außer dem Hohenpriester. [3Mos 1,3, Hebr 9,6] Gegen Jerusalem wendet sich auch Daniel. [Dan 6,10] - in Furcht vor dir. Herr! leite mich in deiner Gerechtigkeit, um meiner Feinde willen führe mich Dass sie nichts an mir mit Recht zu tadeln finden. - auf geradem Wege vor dir. Mache, dass meine Gedanken und Handlungen dir wohlgefallen. Hebr.: Bahne vor mir deinen ebenen Weg. - Denn keine Wahrhaftigkeit Hebr.: nichts gewisses. Gegensatz: Ungerechtigkeit. - ist in ihrem Munde, ihr Herz ist eitel. Hebr.: Ihr Inneres ist Verderben. - Ein offenes Grab ist ihr Schlund, Aufgesperrt zum Verderben, wie ein offenes Grab nach neuen Opfern. - mit ihren Zungen üben sie Trug, Hebr.: ihre Zungen glätten sie (um schmeichelnd zu täuschen). - gehe ins Gericht mit ihnen, o Gott! Solche Anwünschungen sind zunächst Prophezeiungen in anwünschender Redeform (Chrys., Theod., Euseb., Aug., Thom.), in der gewählten Form aber mit dem Wunsche verbunden, Gottes Gerechtigkeit möchte sich offenbaren. Vergl. [Jes 23,1ff, Jes 26,2] Eine solche Bitte hat zudem zur Voraussetzung, dass die Feinde der Kirche Gottes Erbarmen zurückweisen. Werden sie in diesem Falle entfernt, so wird die bedrängte Kirche frei. - Lass sie mit ihren Anschlägen zu Falle kommen, verstoße sie In die Unterwelt. - ob der Menge ihrer Missetaten, Im Hebr. heißen die folgenden Worte des Verses: die dir trotzen (indem sie den von dir Erwählten verfolgen). - denn sie haben dich zum Zorne gereizt, o Herr! Und Aber. - es sollen sich alle Alle. – Zusatz der Sept. - freuen, die auf dich vertrauen, sie werden frohlocken immerdar und du wirst unter ihnen wohnen. Denn du weilst als Schirmherr unter ihnen. - Und es werden sich rühmen Hebr.: frohlocken. - in dir alle, die deinen Namen Dich, soweit sie dich aus deiner Offenbarung kennen. - lieben, denn du segnest den Gerechten. O Herr! wie mit einem Schilde umgibst du uns mit deiner Huld. Die Gnade kommt dem Willen des Menschen zuvor. (Aug.) – Der Parallelismus der Glieder wird im Hebr. durch bessere Verteilung klarer gewahrt: V. 4a. Vulg. gehört zu V. 3. V. 5 beginnt: denn du bist kein… V. 7 beginnt: Du vertilgst alle. V. 11a der Vulg. gehört zu V. 10.

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