Psalmen 58
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
1. Anklage der ungerecht richtenden Gewalthaber. (V. 3) 2. Beschreibung ihrer Bosheit. (V. 6) 3. Anwünschung und Voraussagung der Strafe der Frevler. (V. 10) 4. Folgen des göttlichen Eingreifens.
1 Zum Ende, vertilge nicht! Für den Musikmeister. Nach der Melodie „Vertilge nicht“ zu singen. Der Psalm stammt wohl aus der Zeit Absaloms. - von David, eine Aufschrift. 2 Wenn ihr ja in Wahrheit gerechten Spruch fällt, Nicht in streng richterlichem Sinne. Hebr.: Götter (?) – als anspruchsvolle, überstolze Machthaber werden sie so angeredet. Absalom hatte mit den Seinen die Rechtsprechung als Mittel benutzt, David das Herz des Volkes zu stehlen. [2Sam 14] - so richtet, was recht ist, ihr Menschenkinder! Hebr.: Richtet in Gerechtigkeit die Menschenkinder. - 3 Denn ihr verübt Bosheit im Herzen, eure Hände üben Gewalttat auf Erden. Hebr.: Ihr wäget im Lande das Unrecht eurer Hände dar (so das Unbill der Schale eurer angeblichen Gerechtigkeit füllt). - 4 Entfremdet Hebr.: Abtrünnig (von Gott). - sind sie als Sünder von Mutterleibe an, sie gehen irre von der Geburt an, sie reden Lügen. 5 Sie wüten Hebr.: Gift haben sie. - gleich einer Schlange, gleich einer tauben Natter, Richtiger: Otter. - die ihr Ohr verstopft, 6 die nicht auf die Stimme der Beschwörer hört und des wohlerfahrenen Zauberers. Von Ägypten bis Indien wurde die Schlangenbeschwörung geübt. Lassen andere Schlangen sich zähmen, so nicht die sich taub gegen alle Beschwörungen stellende Otter. – Sind auch alle Menschen durch die Erbsünde des Bösen teilhaftig geworden, so gibt es doch Menschen, in denen das böse Herz durch keine Macht der Liebe, durch keine Selbstverleugnung der Geduld geändert werden zu können scheint. Über solche muss Gottes Gericht kommen, die Macht des Bösen zu brechen. - 7 Gott wird ihre Zähne Backenzähne. Das Bild ist von der Jagd genommen, auf der man die Hauer und Backenzähne der wilden Tiere zerschmetterte. - in ihrem Munde zerschmettern, das Gebiss der Löwen wird der Herr zerbrechen. 8 Sie werden zu nichts werden wie Wasser, das verrinnt, er Ein jeder. - spannt seinen Bogen, bis sie kraftlos hinsinken. Ihre bösen Kriege führend, werden sie ermattet umkommen. Hebr.: Möge er spannen seine Pfeile, sie werden wie abgekuppt (so wirkungslos). - 9 Wie Wachs, das zerfließt, werden sie vergehen; Feuer fällt auf sie hernieder, dass sie die Sonne nicht mehr sehen. Der hebr. Text ist kaum unversehrt. Vielleicht: Wie eine Schnecke, die in Schleim zerfließend dahingeht, eines Weibes Fehlgeburt, die nicht ansichtig geworden der Sonne. - 10 Bevor eure Dornen zum Strauche heranwachsen, rafft er sie, noch in der Fülle des Lebens, im Zorne hinweg. Gott rafft die Frevler in der Fülle des Lebens und noch ehe sie imstande sind, ihre Pläne auszuführen, weg. Der hebr. Text ist verderbt. Man übersetzt meist: Ehedem eure Töpfe noch den Dorn (der das Feuer unterhält) verspüren, sei es noch roh, sei es im Glühen, er reißt's hinweg. Oder: Wenn noch lebendig, wird er es wegstören in Zornesglut überaus schnell. - 11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er die Rache sieht; Der Gerechte sieht Rache, nicht übt er sie. - er wird seine Hände Hebr.: Tritte. - waschen im Blute des Sünders. Bild der Befriedigung, welche dem Gerechten gewährt wird, dem Kriege entlehnt. - 12 Und man wird sprechen: Ja, wahrlich, es gibt einen Lohn für den Gerechten; wahrlich, es ist ein Gott, der sie auf Erden richtet! Dieses Bekenntnis ist die Äußerung der Rachefreude V. 11, die sich dadurch als unsträflich erweist. Konnten die Menschen zuvor etwa zweifeln, ob es eine Gerechtigkeit auf Erden gibt, so haben sie jetzt erfahren, dass das Gericht über die Frevler kommt, wenn nicht stets alsogleich, so doch sicher und dass es wirklich einen Höheren gibt über den Hohen. (V. 2)
Zitiert in 6
- V. 5 Summa (EN)(II-II 96.4)
- V. 9 Summa (EN)(II-II 15.1)
- V. 11 Summa (EN)(II-II 25.6
II-II 83.8 Suppl 94.3) - V. 12 Summa (EN)(Suppl 99.1)