Psalmen 63

1. Mit Leib und Seele verlangt David in der Wüste nach Gott, den er so oft in seinem Heiligtum aufgesucht, und feiert dessen Barmherzigkeit, die besser ist als das Leben. (V. 4) 2. Mit seinen Gaben bereichert, will David stets Gottes gedenken und ihn preisen, seinen Helfer, der nicht verlässt, wen er nicht verlassen wird. (V. 9) 3. Umsonst bedrängen David seine Feinde, sie werden untergehen, während er mit den treuen Verehrern Gottes sich rühmen wird.

Ein Psalm Davids, als er in der Wüste von Idumäa war. Im südlichen Teile der Wüste Juda. Dort hielt sich David sowohl zur Zeit der Verfolgung Sauls [1Sam 25,23, 1Sam 26,2], wie zur Zeit der Empörung Absaloms auf. [2Sam 17,6] - O Gott, mein Gott! zu dir erwache ich früh, In übertragenem Sinne: Ich suche dich eifrig, sehnsuchtsvoll. - es dürstet nach dir meine Seele, wie sehr schmachtet nach dir mein Fleisch. Hebr.: Es dürstet nach dir meine Seele, es schmachtet nach dir mein Fleisch in meinem Lande, dürr und lechzend, ohne Wasser. – Die Sehnsucht ist so innig und mächtig, dass sie selbst das Fleisch matt macht. - Im wüsten, unzugänglichen und wasserlosen Lande, so erscheine ich vor dir im Heiligtume, Hebr.: Also (so nach dir verlangend) habe ich dich im Heiligtum geschaut (kennen gelernt, genossen). Mit diesen Worten beginnt im Hebr. V. 3. Vulg.: Mit solcher Sehnsucht nach Gott durchglüht bin ich auch früher in das Heiligtum gekommen. - um deine Macht Die alles überwindet und sich dienstbar macht. - und deine Herrlichkeit zu schauen. Denn deine Barmherzigkeit ist besser als das Leben. Ein so kostbares Gut auch das Leben ist, erhält es doch erst seinen rechten Wert durch die Barmherzigkeit Gottes. Denn: Begründung zu V. 2. - Meine Lippen sollen dich loben. Also Wie meine Lippen dich jetzt loben. - will ich dich preisen mein Leben lang und in deinem Namen Deinen Namen anrufend. - meine Hände erheben. Das Aufheben der Hände ist zunächst Ausdruck der Bitte, hier aber wohl auch des Lobgebetes. - Wie an Mark und Fett ersättige sich meine Seele, Da im Opfer besonders das Fett als das Beste im Feuer dargebracht ward, ist das Fett Sinnbild des vorzüglichsten, hier des höchsten Genusses, den das Haus Gottes gewährt, des reichsten Segens von Gott. Hebr.: wird sich ersättigen. - mein Mund soll mit jubelnden Lippen dich preisen. Gedenke ich deiner auf meinem Lager, so sinne ich noch am Morgen über dich, Der Gegenstand des Sinnens: V. 8, V. 9. - denn du bist mein Helfer. Und im Schatten deiner Flügel will ich jubeln, dir hängt meine Seele an, deine Rechte hält mich aufrecht. Zwischen Gott und der gottliebenden Seele besteht ein Wechselverhältnis: Wer Gott anhängt, den hält Gottes Rechte fest und stützt ihn. - Sie aber trachten mir vergebens Hebr.: Jene, die mir nach dem Leben trachten, werden usw. - nach dem Leben, sie werden hinabfahren in die Tiefen der Erde, In die tiefsten Tiefen der Unterwelt. - werden der Gewalt des Schwertes preisgegeben, eine Beute der Füchse Hebr.: Der Schakale. - werden. Der König aber wird sich Gottes freuen, es rühmen sich alle, die bei ihm Bei Gott. Wahre Verehrer Gottes stehen für seinen Gesalbten, David, ein. - schwören, denn der Mund derer, die Gottloses reden, Die gegen den von Gott erwählten König sich erheben, haben auch keine wahre Ehrfurcht vor Gott. - ist verstopft. Die alte Kirche betete diesen Psalm als gottesdienstlichen Morgenpsalm. (Apost. Konstitut.)

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