Psalmen 65

Bitte um eine gute Ernte: 1. Gott gebührt Lob, wir wollen es entrichten, indem wir zugleich in deinem Tempel flehen. (V. 3) 2. Wir hoffen Erhörung denn a. An heiliger Stätte spendest du immerdar Versöhnung und geistige Güter. (V. 5) b. Du zeigst zu unserem Besten deine Macht, so dass die Heiden sich fürchten und dir huldigen müssen. (V. 9) c. Du gabest sonst Regen und Gedeihen unseren Feldern, so tue es auch jetzt. Ja, du wirst es tun.

Zum Ende, ein Psalm Davids, das Lied von Jeremias und Ezechiel für das Volk der Übersiedlung, da sie anfingen auszuziehen. Nur in einigen Handschriften der Septuag und Vulg., nicht aber im Hebr. findet der sich hinter „Davids“ folgende Zusatz, der wohl nach der Babylonischen Gefangenschaft hinzugekommen ist, weil die beiden Propheten und das Volk den Psalm oft gebetet. Nach dem hebr. Texte scheint eine Dürre vorausgegangen, deren Abwendung die Israeliten durch Gebet und Gelübde erfleht haben und für deren Ende sie jetzt Dank sagen. Nach der Übersetzung der Vulgata ist der Psalm eine Bitte. - Dir ziemt Lobpreis, o Gott! auf Sion und dir sollen Gelübde entrichtet werden in Jerusalem. Fehlt im Hebr. - Erhöre mein Gebet, zu dir kommt alles Fleisch. Jeder Mensch in seiner Ohnmacht und Hilflosigkeit. - Gottlose Taten haben uns überwältigt, doch du vergabst uns unsere Missetaten. Glückselig, wen du erwählst und annimmst, dass er in deinen Vorhöfen wohne; Da wo du thronst und dich offenbarst. - wir werden gesättigt werden von deines Hauses Gütern; Hebr.: Sättigen wollen wir uns an der Wonne deines Hauses, deines heiligen Palastes. Erstaunliches in Gerechtigkeit gewährst du uns, Gott unseres Heiles. - dein Tempel ist heilig, wunderherrlich in Gerechtigkeit. Erhöre uns, Gott, du unser Retter, Als wunderherrlich kann Gott retten, als Gott der Hoffnung will er. - du Hoffnung aller Enden der Erde und des fernen Meeres! Der Inselbewohner. - Der du durch deine Kraft die Berge feststellst, mit Stärke umgürtet bist; der du das Meer bis auf den Grund aufwühlst, das Brausen seiner Wogen. Es erschrecken die Völker Hebr.: Der das Brausen des Meeres stillt und das Tosen der Völker. – Du zeigst dich als der höchste Herr, dem Natur und Menschen untertan sein müssen. Vergl. [Jes 17,12ff]. - und Hebr.: Und so fürchten sich. – Das tosende Meer ist das Sinnbild empörter Völker. - die Bewohner der äußersten Enden fürchten sich vor deinen Zeichen; Gottes Eingreifen in die irdische Geschichte. - da, wo der Morgen und Abend beginnt, In Ost- und Westländern. - spendest du Jubel. Gegensatz zu 8c und 9a. Deine Wunder in Israel bewegen die Völker, sich dir mit Jubel zu unterwerfen. Jeder Sieg über Heidenvölker war David eine Bürgschaft der Erfüllung der [2Sam 7] gegebenen Verheißung. In der Zeitgeschichte sieht er die Zukunft, die durch die erstere vorbereitet wird. - Du suchst das Land heim und tränkst es reichlich, du bereicherst es in Fülle. Der Strom Gottes ist angefüllt vom Wasser, du bereitest ihnen Speise; Getreide. - denn solcherweise ist das Land bereitet. Hebr.: Du hast das Land heimgesucht und schenktest ihm Überfluss, du machst es sehr reich mit Gottesbächen (Regen vom Himmel her) voll Wassers, du bereitest ihr Getreide, denn also bereitest du es. – So ist das Land bereitet, Getreide hervorzubringen. – Dass Gott gütig ist, ist an einem Beispiele gezeigt. - Tränkst du seine Des Landes. - Furchen, so mehrst du sein Wachstum; wenn du demselben Regen sendest, sprosst es freudig. Hebr.: Seine Furchen tränkend, seine Schollen ebnend, erweichst du es durch Regenschauer, segnest sein Gewächs. - Du segnest den Kranz Die Erzeugnisse des Landes sind gleichsam der Schmuck, der Kranz, den Gott dem Jahre aufsetzt. Dies Jahr war (wird sein) ein besonders gesegnetes. - des Jahres mit deiner Güte und deine Felder füllen sich mit Überfluss. Die Übersetzung der Septuag. und nach ihr der Vulg. ist eine sehr freie. Hebr.: und deine Spuren triefen von Fett. - Es prangen die Triften der Wüste und mit Jubel umgürten sich die Hügel. Das Grün ist gleichsam ein Jubelgewand, mit dem sie sich umgürten, nachdem sie zuvor kahl und traurig ausgesehen, doch zugleich ist das Grün Gegenstand des Jubels. - Es werden die Widder der Herden Die Leithammel stehen für die ganze Herde. Wenn die Gräser fett, werden auch die Schafe stark. Hebr.: Bekleidet haben sich die Anger mit den Schafherden. - bekleidet und die Täler haben Überfluss an Korn; alles jauchzt, ja, singt Lob. Durch die letzten Worte kehrt der Psalm zu seinem Beginn zurück. – Der Psalm ist ein passendes Erntedanklied.

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