Psalmen 7
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Fälschlich angeschuldigt und von allen verlassen, hofft der Psalmist einzig von Gott Hilfe (V. 2.3), und da Gott eine ungerechte Sache nicht schützen kann, beteuert er aus tiefstem Herzensgrunde seine Unschuld, sich alles Übel anwünschend, wenn er nicht die Wahrheit redet. (V. 6) Beruhigter fleht er, Gott wolle als gerechter Richter zwischen ihm und den Verleumdern entscheiden und ihrer Bosheit ein Ende machen. (V. 10) Im Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit droht er ihnen Strafen an, wenn sie sich nicht bekehren (V. 14), denn in das Böse, das sie ihm zugedacht, werden sie selbst stürzen.
1 Ein Psalm Davids, welchen er dem Herrn sang wegen der Worte Chusis, eines Sohnes Jeminis. Kus, Anhänger Sauls, verleumdet David. Falsch Chusi (nach Septuag). - 2 O Herr, mein Gott! auf dich vertraue ich, Hebr.: suche ich Zuflucht. - errette mich von allen meinen Verfolgern und befreie mich, 3 auf dass nicht etwa einer wie ein Löwe mein Leben dahinraffe, Im Hebr. wird hinzugefügt: und zermalme. Von der Mehrzahl geht der Psalmist zur Einzahl über, weil der zur Zeit schlimmste Feind ihm vor der Seele tritt. Die Verfolger sind wie wilde Tiere, als Löwen gedacht, die ihren Fang zerfleischen und seine Knochen zermalmen. - während keiner da ist, der mich erlöse und errette. 4 Mein Herr und Gott! wenn ich solches Was mir zugeschrieben wird, besonders wohl das Folgende. - getan, wenn Unrecht an meinen Händen ist, 5 wenn ich denen, die mir Böses taten, vergolten habe, Hebr. nach einigen: wenn ich dem, der in Frieden mit mir lebte, Böses tat; ich rettete vielmehr den, der mich grundlos befeindete. Vergl. [1Sam 24,4, 1Sam 26,18ff]. Nach anderen: vergolten habe und den, der mich ohne Grund verfolgte, ausraubte. - so möge ich nach Verdienst schutzlos dahinsinken vor meinen Feinden. 6 Dann möge der Feind meine Seele verfolgen und ergreifen und möge mein Leben zu Boden treten Mir schimpflich das Leben nehmen. - und meine Ehre Meine Ehre mit Schmach bedecken, oder: meine Seele in den Todesstaub ziehen. Vergl. [Ps 21,16]. Am Schlusse des Verses: Sela. - in den Staub niederziehen. 7 Erhebe dich, o Herr! in deinem Zorne und zeige dich erhaben wider meiner Feinde Wüten! Hebr.: Erhebe dich, o Herr, in deinem Zorne! Erhebe dich wider meiner Dränger Wüten und wache auf für mich, der du (gerechtes) Gericht befohlen hast. Vulg.: Erhebe dich, Herr, und strafe die Übertretungen meiner Feinde und führe aus gemäß dem Gerichtsbefehle, den du erlassen. - Ja, erhebe dich, o Herr, mein Gott! nach dem Gebote, das du gegeben, 8 und es umgebe dich der Völker Schar Besonders die zwölf Stämme, die Kirche Gottes. Sie sollen schauen, wie Gott Rache nimmt. - und ihretwegen kehre zurück zur Höhe. Wenn Gott ein solches Gericht hält, besteigt er seinen Stuhl in Himmelshöhen, von dort aus den Spruch zu fällen. Sofern Gott nicht richtend tätig ist, hat er diesen Stuhl gleichsam verlassen. Daher die Bitte, er wolle zur Höhe zurückkehren: komme zum Gericht. – Nach anderen: die Völker sollen Jahve im Kreise umstehen, indes er Gericht hält, um nach denselben soll er über sie hinweg [1Mos 17,22] emporschweben und im Triumphe zum Himmel zurückkehren. - 9 Der Herr ist Richter über die Völker. Vom allgemeinen Gerichte geht der Psalmist auf das besondere Gericht Gottes über ihn selbst über. - Schaffe mir Recht, o Herr! nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Unschuld, die mir innewohnt. 10 Die Bosheit der Sünder werde vernichtet und den Gerechten richte auf, o Gott! du Prüfer der Herzen und Nieren, Die Nieren sind der Sitz der Affekte. Die Vulgata kann auch als Prophezeiung gefasst werden. - 11 Rechte Hilfe kommt mir von dem Herrn, Hebr.: Meinen Schild hält Gott. - der die, welche aufrichtigen Herzens sind, rettet. 12 Gott ist ein gerechter Richter, stark und langmütig, wird er wohl für und für zürnen? Vulg.: Gott ist zwar langmütíg, deshalb straft er die Sünder nicht sofort, aber, da er gerecht ist, wird er sie sicher zu seiner Zeit strafen. Hebr.: Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, dräuend Tag um Tag. – Wenn Gott seinen Zorn zuletzt losbrechen lässt, tut er es dennoch nicht, ohne vorher täglich den Gottlosen bedroht zu haben. Bekehrt dieser sich nicht, so wetzt Jahve sein Schwert. - 13 Wenn ihr euch nicht bekehrt, wird er sein Schwert zücken. Hebr.: Wenn (der Frevler) sich nicht bekehrt, so wetzt der Herr sein Schwert. - Schon hat er seinen Bogen gespannt und hält ihn bereit. Das Strafgericht bereitet sich allmählich vor (V. 13a), es ist aber auch wie ein gegen den Sünder gespannter Bogen mit auf ihn zielenden Pfeilen, so dass es augenblicklich vollzogen werden kann. - 14 Er hat tödliche Geschosse darauf gelegt, seine Pfeile hat er zu Brandpfeilen gemacht. 15 Siehe, jener geht schwanger mit Ungerechtigkeit, er empfängt Groll Hebr.: Unheil, Böses. - und gebiert Unrecht. Hebr.: Täuschung. Über das Gute betrübt, sann er böses und suchte Unrecht zuzufügen. - 16 Eine Grube Wie gegen ein wildes Tier. - macht er und gräbt sie aus, doch er stürzt in die Vertiefung, die er gemacht. 17 Auf sein Haupt kehrt sein Unheil zurück und sein Frevel stürzt auf seinen Scheitel herab. Zweites Bild des Unterganges. Beispiele hierfür sind Daniel in der Löwengrube und die drei Jünglinge im Feuerofen. - 18 Ich aber will den Herrn preisen nach seiner Gerechtigkeit Da er das Gute belohnt, das Böse bestraft hat. - und dem Namen des Herrn, des Allerhöchsten, lobsingen. Die Teilung der Verse entspricht im lat. Text nicht immer dem Parallelismus der Glieder. V. 5b gehört im Hebr. zu V. 6. – Das Breviergebet hat mittlerischen Charakter, wird namens der Kirche und für sie gebetet; wir flehen in diesem Psalme um den Sieg der vom Satan (dem Kuschiten) und seinem Anhange viel verfolgten und ungerecht verleumdeten Kirche.
Zitiert in 9
- V. 1 Summa (EN)(II-II 103.3
III 25.2) - V. 4 Summa (EN)(II-II 162.5)
- V. 5 Summa (EN)(II-II 89.1)
- V. 10 Summa (EN)(I-II 34.4
I-II 100.9) Mit Brennender Sorge(§11§52) - V. 16 Summa (EN)(II-II 55.5)