Psalmen 72
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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1. Gerichtsamt des Messias und Früchte desselben: Gerechtigkeit und allgemeiner Friede. (V. 7) 2. Prophezeiung, dass das Reich des Messias ein alle Länder und Völker umfassendes sein wird, da alle sich ihm freiwillig unterwerfen. (V. 11) 3. Grund der freiwilligen Unterwerfung: die Güte und Milde des Messias gegen die Armen, Glück der Bürger dieses Reiches. (V. 16) Epilog: Glück, Dauer, Umfang des Messianischen Reiches. – Anhang: Schluss des zweiten Buches der Psalmen: Doxologie (V. 18, 19) Unterschrift einer früheren Psalmensammlung.
1 Ein Psalm auf Salomon. Diese Übersetzung der Septuag. ist wohl minder passend, die Überschrift will Salomon als Verfasser bezeichnen. Der Psalm ist ausschließlich messianisch. So haben ihn die alten Juden, so auch fast alle Väter aufgefasst, und die in V. 5,7, 8-11 ausgesprochenen Weissagungen können auf niemand anders passen als den Messias. – Einige Ausleger beziehen den Psalm auf Salomon als Typus des Messias. Wahr ist, dass der Psalm in seiner Schilderung des Messias und seines Reiches sich an die Verhältnisse der Salomonischen Regierung anschließt, die dem Dichter als entsprechendstes Vorbild der Messianischen Herrschaft erschien. - 2 O Gott! gib dem Könige Die Chaldäische Paraphrase liest: dem König Messias. - dein Gericht Fähigkeit und Willen zu richten wie du, der Wahrheit und deinem Wohlgefallen gemäß. - und deine Gerechtigkeit dem Königssohne, Dem Nachkommen des Königs David. Gemeint ist dieselbe Person, die vorher König heißt. - dass er dein Volk in Gerechtigkeit richte und deine Armen nach dem Rechte. Ihnen Recht schaffe. - 3 Es mögen die Berge dem Volke Frieden tragen und die Hügel Berge und Hügel stehen für das ganze Land, in dem sie weithin sichtbar sind. - Gerechtigkeit. Hebr.: durch Gerechtigkeit; ergänze: mögen Frieden tragen, gleichsam als Frucht. - 4 Er wird Das Hebräische drückt bis V. 8 den Wunsch aus. - den Armen im Volke Recht schaffen, den Söhnen der Armen helfen und den Gewalttätigen niederbeugen. 5 Und er wird bleiben, solange Sonne und Mond währt, Bei allem Wechsel des Irdischen bleiben Sonne und Mond in ihrer Ordnung und sind so die Bilder des Beständigen, Immerwährenden. - von Geschlecht zu Geschlecht. 6 Er wird niedersteigen wie der Regen auf das Vließ Ob die Septuag. bei ihrer Übersetzung an das Vlies Gedeons [Rich 6,37] dachte? Hebr.: auf Wiesenschur. Für die geschorene Wiese ist der Regen besonders notwendig. [Amos 7,1] Wie der Regen ohne Zutun der Menschen fällt und die Wiese erquickt, so wird der Messias für sein Volk aus freier Erbarmung Gottes kommen. Die hl. Väter deuten diesen Vers von der Herabkunft des Sohnes Gottes auf die Erde und verstehen unter dem Vlies bald Maria, bald die jüdische Nation. (Der hl. Augustin sieht dann in der Erde im zweiten Gliede die Heiden, zu denen das Heil kam, nachdem die Juden es verworfen.) - und wie Regen, der auf die Erde herniederrieselt. 7 In seinen Tagen wird die Gerechtigkeit Hebr.: der Gerechte. - aufsprossen und Fülle des Friedens, bis der Mond nicht mehr ist. Da der Mond nach V. 6 immer bleibt: ewig. - 8 Und er wird von einem Meere zum andern Vom Mittelmeer bis an das ferne Weltenmeer. - herrschen und vom Strome Euphrat. - bis an die Grenzen des Erdkreises. 9 Vor ihm werden die Äthiopier Die Wüstenbewohner; selbst die wildesten und widerspenstigsten Völker. - niederfallen und seine Feinde den Staub lecken. Niederfallend ihm huldigen. - 10 Die Könige von Tharsis Tartessus in Spanien: die Könige des fernsten Westens. - und die Inseln werden Geschenke opfern, die Könige von Arabien und Saba Die Südländer. - werden Gaben darbringen. Alle Völker der Erde werden Gaben darbringen. Anlehnung an [1Koe 5,1, 1Koe 10,24ff]. - 11 Es sollen ihn alle Könige der Erde anbeten, alle Völker ihm dienen. 12 Denn er wird den Gedrückten Hebr.: Den gedrückten, der schreit, wird er befreien. - von dem Mächtigen befreien, den Armen, der keinen Helfer hat; 13 er wird des Armen und Geringen schonen und den Seelen des Notleidenden helfen. 14 Aus Wucher Hebr.: Bedrückung. - und Gewalttat erlöst er ihre Seele, denn Ehre würdig ist ihr Name Ihre Person. Hebr.: Ihr Blut wird kostbar sein. - vor ihm. 15 Er Der Arme. Das Subjekt wechselt bei dem Orientalen leicht ohne Andeutung, so dass der Hörende oder Lesende selbst den Wechsel wahrnehmen muss. - wird leben und man wird ihm vom Golde Arabiens Einen Teil der Gaben (der Ehre), welche dem Könige von den Heiden gespendet werden. - geben und seinetwegen Nach dem Hebr. bitten die Armen, und segnen, während der König gibt. - immerdar anbeten, Für ihn bitten, da die Bitte aber an Gott gerichtet ist, auch anbeten. (Das Röm. Psalter hat: für ihn beten.) Dies tun alle Armen. Das Gebet für die Ausbreitung der Kirche ist in gewisser Weise auch Gebet für Christus und seine Sache. - allezeit ihn preisen. Für ihre Befreiung danken. Oder: ihm Gutes wünschen. - 16 Und Getreide Korn als Stütze des Lebens. Hebr.: Es sei Überfluss an Getreide. - wird im Lande auf den Gipfeln der Berge sein, seine Frucht überragt den Libanon Selbst auf dem Gipfel der Berge, wo sonst nur Gestein ist und höchstens Bäume wachsen, gedeiht Getreide, ja selbst auf den Spitzen des Libanon, so dass es diese überragt. Nach dem Hebr.: die Ährenfelder sollen rauschen wie die Bäume des Libanon. - und es blühen aus der Stadt die Bewohner hervor, wie das Gras aus der Erde. Besonderer Segen der messianischen Zeit. Vergl. [Ps 54,1]. Die Bürger des neuen Jerusalem, der Kirche, werden zahlreich sein. - 17 Gepriesen sei sein Des Königs. - Name in Ewigkeit, im Angesichte der Sonne Solange die Sonne uns ihr Antlitz zukehrt. - dauert sein Name fort! Und gesegnet werden in ihm alle Geschlechter der Erde, Vergl. [1Mos 26,4, 1Mos 28,14]. - alle Völker werden ihn preisen. 18 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der allein Wunder tut. 19 und gepriesen sei der Name seiner Herrlichkeit auf ewig; und von seiner Herrlichkeit werde die ganze Erde erfüllt! Vergl. [4Mos 14,21]. Die Doxologie wurde wohl bei der gottesdienstlichen Vorlesung mitgelesen, deshalb steht sie noch vor der Unterschrift. - Amen, Amen! 20 Hier endigen die Lobgesänge Davids, des Sohnes Jesse. Damit sagt der Sammler nicht, dass alle vorausgehenden Psalmen David zum Verfasser hatten. Vielleicht stammt die Unterschrift aus einer älteren Sammlung, die nur die Davidischen Psalmen enthielt.
Zitiert in 12
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§17) Lumen Gentium(§13)Quas Primas(§7)Tertio Millennio Adveniente(§13) - V. 3 Compendium of the Social Doctrine of the Church(491)
- V. 7 Compendium of the Social Doctrine of the Church(490
491) - V. 10 Lumen Gentium(§13)
- V. 12 Tertio Millennio Adveniente(§13)
- V. 13 Tertio Millennio Adveniente(§13)