Psalmen 73
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
1. Gott ist gütig gegen die Frommen, aber warum geht es den Gottlosen oft so wohl, dass selbst die Frommen an der göttlichen Vorsehung zweifeln könnten? (V. 14) 2. Der Psalmist wies zwar diese Frage als unerlaubt zurück, aber da er sie selbst nicht lösen kann, offenbarte ihm Gott, dass die Glückseligkeit der Gottlosen trügerisch ist und der mithin töricht, der sie bewundert. Deshalb nimmt er sich vor, stets bei Gott zu bleiben, weil die Gottlosen dem Verderben anheimfallen, Gott aber anzuhängen ist gut.
1 Ein Psalm Asaphs. Vergl. [1Chr 16,7]. - Wie gütig ist Gott gegen Israel, Oder: o Israel. - gegen die, welche lauteren Herzens sind! Der Psalm behandelt dieselbe Frage wie [Ps 36] und [Ps 48] aber in anderer Form. Damit der Psalm den Frommen kein Ärgernis gebe, stellt der Psalmist die Lösung an den Anfang: Gott lenkt alles zum Besten der Frommen. Erst hierauf schildert er den Weg, auf dem er diese Erkenntnis gewonnen. Übrigens ist die Lösung keine volle, da sie das Jenseits nicht umfasst. - 2 Meine Füße aber wären bald gestrauchelt, meine Schritte wären fast ausgeglitten. Das Bild der Vulg. ist von ausgegossenem Wasser hergenommen. - 3 Denn ich ereiferte mich über die Frevler, da ich den Frieden der Sünder sah. 4 Denn kein Absehen ist auf ihren Tod Es ist bei Gott kein Absehen auf ihren Tod. Hebr.: Keine Qualen leiden sie bis zu ihrem Tode (oder: hat ihr Tod) und feist ist ihr Wanst. - und nicht hat das Leid Dauer, das sie trifft. 5 Sie teilen nicht die Mühsal der Menschen und werden nicht wie andere Menschen geschlagen. Man sollte meinen, dass die Guten eine Ausnahme von dem Elende des menschlichen Lebens erfahren, doch nein, es sind gerade die Bösen, die vom Leiden verschont werden. - 6 Darum hält Hochmut sie gefangen, sind sie mit ihrer Sünde und ihrer Gottlosigkeit umhüllt. Hebr.: darum umhalst sie (wie ein Schmuck) Hoffart, Unrecht umhüllt sie wie ein Gewand. - 7 Es tritt wie aus fettem Grunde ihre Bosheit hervor, Ihre Ungerechtigkeit hat ihre Quelle im Überfluss. Wie aus dem fetten Erdreich das Unkraut, so treibt aus dem üppigen Wohlergehen die Ungerechtigkeit hervor. Hebr.: Es glotzen hervor aus Fett ihre Augen. - sie gehen den Lüsten ihres Herzens nach. Hebr.: Das fühllose Herz ist so voll von bösen Plänen, dass es überströmt. - 8 Sie ersinnen und reden Bosheit, reden Frevel aus ihrer Höhe herab. Von ihrer eingebildeten Höhe herab. - 9 Sie erheben ihren Mund in den Himmel Selbst das Höchste und Heiligste wird von ihnen gelästert. - und ihre Zunge wandelt auf der Erde. Durchzieht die Erde alles herabsetzend, alles begeifernd und lästernd. - 10 Darum wendet sich mein Volk Das Volk derer, die zu dem Sänger gehören, die Frommen. Hebr.: sein Volk, der betörte Anhang der Gottlosigkeit. - dorthin, denn gute Tage finden sich bei ihnen. Hebr.: und Wasser (Bild der verderblichen Grundsätze) schlürfen sie (wie Lebenswasser) in Fülle. - 11 Sie „Mein Volk“ sind die Frommen. „Sie“ sind die am Ende von V. 10 genannten Gottlosen und ihr Anhang, der ihnen blindlings folgt. - sprechen: Wie sollte Gott es wissen und gäbe es Wissen bei dem Höchsten? 12 Siehe, sie sind Sünder und haben doch Überfluss in der Welt, Oder: in sæculum – für immer. - haben Reichtümer erlangt. Hebr.: Immer sorglos haben sie hohe Macht erlangt. - 13 Und ich sprach: In meinem Herzen, ich dachte. - So habe ich denn umsonst mein Herz gerecht erhalten und unter Wenn Gott ein allwissender Lenker der Welt wäre, wie hätte da mein Streben, ihm wohlzugefallen, mit Missgeschick belohnt werden dürfen, während die Gottlosen die Welt beherrschen und genießen? - den Unschuldigen meine Hände gewaschen? 14 Und ward doch immerfort geschlagen und gezüchtigt schon am frühen Morgen? Hebr.: An jedem Morgen. - 15 Aber wenn ich sagte: Oder: aber hätte ich gesagt… so würde ich verleugnet haben. Dies scheint der Zusammenhang näher zu legen. - Solches will ich reden, siehe, so hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet! Mich außerhalb der Zugehörigkeit zu deinen Kindern gestellt. - 16 Ich sann nach, um dies zu verstehen, aber es blieb mir zu mühsam, Das Rätsel blieb ungelöst, als etwas den Geist Quälendes. - 17 bis ich in das Heiligtum Gottes einging und acht hatte, welches ihr Ende sei. In der Nähe Gottes wird ihm das Auge über das Walten Gottes geöffnet, da er zum Herrn in seiner Anfechtung betet, Zuversicht steigt in sein Herz herab und sein Blick wird auf das traurige Endschicksal der Gottlosen gelenkt. - 18 Ja, auf betrügerischen Boden Wo man leicht ausgleitet. - stellst du sie, du stürzest sie, indes sie sich erheben. Sich glücklich preisen. Hebr.: Du stürzest sie in Trümmer. - 19 Wie sind sie zur Öde geworden, plötzlich dahingeschwunden, untergegangen um ihrer Sünde willen! Hebr.: Durch Schreckensgeschicke. Dass Gottes Gerechtigkeit die Schicksale der Menschen lenkt und leitet, ist ausgesprochen, doch fehlt noch der Hinweis auf die Strafe im Jenseits. - 20 Wie einen Traum der Erwachenden, so lässest du, Herr! in deiner Stadt ihr Bild zu nichts werden. Wie der Traum eines Erwachenden in seinem Nichts erscheint, so wirst du, Herr, ihre inhaltslose Herrlichkeit (Bild) in der Stadt Jerusalem, dem Mittelpunkt deines Volkes, dem auch sie angehören, als ein vorübergehendes Trugbild erweisen, indem du sie hier plötzlich aus deiner Gemeinde verweisest und sie jenseits ewig tilgst. Hebr.: Wie einen Traum, sobald man aufwacht, so entschlägst du, Herr, beim Erwachen (zum Gerichte) dich ihres Bildes. – Bis hierher reicht die dem Sänger zuteil - 21 Weil Rückblick? Oder: wenn nun noch mein Herz sich erbitterte. - mein Herz entbrannt In Bitterkeit der Anfechtung. - und meine Nieren Mein Innerstes. - bewegt waren, Von Begehr nach dem Glücke der Bösen. - 22 ward auch ich zu nichts In Bezug auf höhere Erkenntnis. - gemacht und hatte keine Einsicht mehr. Hebr.: war ich (wäre ich) ein Tor und ohne Einsicht, ein vernunftloses Vieh (Nilpferd? Bild der Dummheit) wäre ich gegen dich (unfähig der Erkenntnis, die du dem Suchenden mitteilst.) - 23 Wie ein Lasttier ward ich vor dir, Gehört nach dem Hebr. zum vorhergehenden Vers. Vulg.: So dumm wie ein Vieh ward ich in deinen Augen, doch trotzdem ich so sank, stand ich doch stets unter deinem Schutze und Beistande. - dennoch war ich immer bei dir. 24 Du hältst mich bei meiner Rechten Mich so vor dem Falle bewahrend. - und leitest mich nach deinem Willen und nimmst mich zu Ehren an. Wenn das ist, mag die Zukunft mir verborgen sein; ich weiß, dass ich beim Scheiden aus diesem Leben (Hebr.: hernach in die Herrlichkeit mich auf) als dein Diener bei dir in Ehren sein werde. So erfüllt ihn Zuversicht im Dunkel des Lebens und das Vertrauen lichtet ihm die Dunkelheit des Jenseits. - 25 Denn was Hebr.: wen? - habe ich im Himmel und was begehre ich auf Erden außer dir? Weder der Himmel hat ohne dich für mich Herrliches noch finde ich Gefallen an der Erde, wenn ich nur dich besitze. - 26 Schwindet auch mein Fleisch und mein Herz dahin, meines Herzens Gott und mein Anteil ist Gott in Ewigkeit. Wenn der Sänger auch den Leib und das leibliche Leben verlieren sollte, Gott ist mein Anteil in Ewigkeit. Hebr.: Meines Herzens Fels und mein Anteil usw. - 27 Denn siehe, die sich von dir entfernen, kommen um; du vertilgst alle, die von dir abfallen. 28 Mir aber ist es gut Gott anzuhängen, auf Gott, den Herrn, meine Hoffnung zu setzen; auf dass ich all dein Lob in den Toren der Tochter Sion In Jerusalem. – Diesen Zusatz fügt die Septuag. aus [Ps 9,15] ein. - verkünde. Der Psalm enthält zumeist die Gefühle eines einzelnen, doch machen kleine Zusätze (Israel V. 1 in deiner Stadt V. 20) ihn für den Gebrauch der Gemeinde geeignet.
Zitiert in 30
- Dieses Kapitel Deus Caritas Est(§9
§17 Redemptionis Donum(§8)Salvifici Doloris(§6)§19) - V. 2 Summa (EN)(II-II 36.2
II-II 43.5) - V. 3 Summa (EN)(I-II 28.4
II-II 36.2 II-II 36.3) - V. 5 Summa (EN)(I-II 87.7)
- V. 10 Lumen Gentium(§13)
- V. 23 Deus Caritas Est(§16)
- V. 24 Deus Caritas Est(§16)
- V. 25 Summa (EN)(I-II 4.7)Deus Caritas Est(§9
§16) Redemptionis Donum(§8) - V. 26 Deus Caritas Est(§16)Redemptionis Donum(§8)
- V. 27 Summa (EN)(I-II 114.10
II-II 151.2) Deus Caritas Est(§16)E Supremi(§3) - V. 28 Summa (EN)(I-II 109.6
II-II 23.7 Deus Caritas Est(§9II-II 27.6 II-II 82.3) §16)