Psalmen 75

1. Der Psalmist dankt im Voraus für die richterliche Offenbarung Gottes. (V. 2) Gott erklärt deren Eintritt als bald bevorstehend. (V. 4) Der Psalmist mahnt die Feinde, von ihren gottlosen Unternehmungen abzustehen, da Gott, der Richter, sie demütigen und ihnen den Taumelkelch zu trinken geben wird. (V. 9) 2. Der Psalmist verspricht, stets Gottes Lob zu singen.

Zum Ende, verdirb nicht! Dem Musikmeister. Nach der Melodie: Verdirb nicht. - ein Psalmlied Asaphs. Eines Nachkommen Asaphs, der zur Zeit des Ezechias und des Assyrischen Einfalls lebte [2Koe 19,20ff], als Isaias die bevorstehende Niederlage der Assyrier verkündet. [Jes 37,26ff] - Wir preisen dich, o Gott! wir preisen Für die Verheißung des Sieges. - und rufen deinen Namen an, wir verkünden deine Wunder. Hebr.: denn nahe (zur Hilfe) ist dein Name (die Offenbarung deiner Macht), man erzählt (jetzt schon) deine Wundertaten. - Wenn Hebr.: denn (du hast gesagt) ergreifen werde ich den (günstigen) Zeitpunkt, ich werde dann in Gerechtigkeit richten. - ich Der Personenwechsel zeigt, dass Jahve redend eingeführt wird. - die geeignete Zeit gekommen sehe, werde ich gerechtes Gericht halten. Wenn die Erde vor Furcht vergeht Hebr.: in Furcht vor den Gottlosen vergeht. Assur hat gleichsam die Fundamente der Erde erschüttert, da es über alle Reiche herrschen wollte; da auch Israel davon mitbetroffen ist, kommt Gott, die den Erdkreis unsichtbar tragenden Pfeiler [Job 9,6] wieder festzustellen. - und alle ihre Bewohner, ich festige ihre Säulen. Sela. - Darum spreche ich Der Psalmist zieht aus Gottes Worten den Schluss. Nach einigen Erklärern gehen die Worte Gottes fort bis V. 6. - zu den Gottlosen: Handelt nicht gottlos, Hebr.: zu den ruhmredigen: Ruhmredet nicht. Es ist wohl Rabsakes gemeint. Vergl. [Jes 37,23]. - und zu den Sündern: Hebet das Horn nicht in die Höhe! Das Bild ist von wilden Büffeln hergenommen, die in Kraftgefühl ihren Kopf übermütig emporrecken. - Traget nicht euer Horn hoch, redet nicht Böses wider Gott! Hebr.: mit gerecktem Halse Freches. - Denn weder vom Aufgang noch vom Untergang noch von den Bergen der Wüste her, Hebr.: nicht von der Wüste der Berghöhen her (kommt die Hilfe). Im Süden fielen die Höhen zur idumäischen Wüste ab. - sondern Gott ist Richter. Diesen erniedrigt und jenen erhöht er, denn ein Becher Taumelbecher. Bild des den Menschen drohenden Strafgerichtes. - reinen Weines, voll von Gemischtem, Reinen Weine d.i. ohne Zusatz von Wasser, das ihn wohlschmeckender macht, hingegen voll betäubenden Würzwerkes. - ist in des Herrn Hand; er neigt ihn von dieser Seite zu jener, Alle Schuldigen zum Trinken zwingend. - aber noch ist er nicht geleert, seine Hefe Das Bitterste. - ist noch darin und fortwährend sollen davon Bis er geleert ist. - alle Sünder der Erde Die Heiden, die Israel befeinden. - trinken. Hebr.: denn ein Becher ist in der Hand des Herrn und er schäumt von Wein, ist voll von Mischtrank, und er schenkt daraus, ja seine Hefen müssen schlürfen und austrinken alle Frevler der Erde. – Dieses Bild wird von den Propheten weiter ausgemalt. [Jer 25,27ff, Jer 48,26] u.a. - Doch ich will es ewiglich Also wie hier gedrückt, so dort in der Herrlichkeit erhöht. - verkünden, will dem Gotte Jakobs lobsingen und alle Hörner der Sünder will ich zerbrechen, In der Kraft Gottes. - aber das Horn der Gerechten soll erhöht werden. Das Horn ist das Bild der Macht. Vergl. [5Mos 33,17].

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