Psalmen 77
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Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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1. Stets hat der Psalmist in Heimsuchungen von Gott Trost erhalten (V. 4a), doch jetzt, von härtesten Schlägen betroffen, findet er keinen Trost und zweifelt, ob Gott etwa sein Volk gänzlich verworfen hat und ihm sein Erbarmen entziehen will. (V. 10) 2. Doch ja, jenes Unglück kommt ja von Gott, deshalb richtet der Dichter den Blick auf die Wunder, welche der Herr vor alten Zeiten für sein Volk getan, besonders in Ägypten. (V. 20) 3. Einer Herde gleich leitete Gott sein Volk durch Moses und Aaron zum verheißenen Ziele.
1 Zum Ende, Dem Musikmeister. - für Idithun, ein Psalm Asaphs. Eines Nachkommens Asaphs. Über die Abfassungszeit lässt sich nichts Sicheres sagen. - 2 Ich Der Dichter spricht nicht so von seiner Person, sondern als Glied Israels, so dass sich Freud und Leid der Gesamtheit in seinem Herzen widerspielt. - rufe mit meiner Stimme zu dem Herrn, mit meiner Stimme zu Gott, dass er auf mich merke. Nach dem Hebr. wird in V. 2-13 die Seelenstimmung, in der der Psalmist sich gegenwärtig und seit langem findet, geschildert. In der Vulg. kann man V. 3, 4 als allgemeine Schilderung auffassen, der sich dann Einzelfälle anschließen: einmal, ein anderesmal. – Hebr.: Meine Stimme (geht) zu Gott und ich will schreien, meine Stimme (geht) zu Gott, dass er das Ohr neige zu mir. - 3 Am Tage meiner Drangsal suche ich Gott, strecke meine Hände des Nachts nach ihm aus und täusche mich nicht; Ich finde Erhörung bei Gott. Hebr.: Meine Hand ist des Nachts ausgegossen (ausgestreckt) unablässig, nicht trösten lassen will sich meine Seele. - meine Seele will sich nicht trösten lassen! 4 Ich gedenke an Gott und freue mich; Besser wohl nach dem Hebr.: ich seufze. - mühe ich mich sorgend, so verzagt mein Geist. Sela. - 5 Meine Augen blicken die ganze Nacht hindurch nach Hilfe aus, ich bin voller Unruhe und kann nicht reden. Hebr.: Du (Gott) hältst offen meine Augendecken die Nachtwachen hindurch. - 6 Ich überdenke die Tage der Vorzeit und die längst entschwundenen Jahre erwäge ich 7 und sinne des Nachts in meinem Herzen und sinne beständig nach und härme meinen Geist ab. Hebr.: Ich gedenke des Saitenspiels in der Nacht (wie ich vordem fröhliche Loblieder für deine Wohltaten singen durfte), sinne in meinem Herzen und es grübelt mein Geist. - 8 Wird denn Gott auf ewig verwerfen oder nicht ferner mehr gnädig sein? 9 Oder wird er auf immer sein Erbarmen entziehen Hebr.: Ist es aus mit der Verheißung von Geschlecht zu Geschlecht? - von Geschlecht zu Geschlecht? 10 Oder wird Gott vergessen, gnädig zu sein, und in seinem Zorn seine Erbarmungen zurückhalten? Sela. - 11 Da sprach ich: Nun beginne ich! Diese Änderung kommt von der Rechten des Allerhöchsten! Ich beginne Einsicht zu gewinnen, das Elend des Volkes recht zu würdigen, dass Gott in weiser Absicht den früheren Glücksstand in harte Prüfung gewandelt hat, nämlich nicht, uns zu verwerfen, sondern vor den Völkern seine rettende Hand zu offenbaren wie einst in Ägypten. Hebr.: Nein, denken will ich: dies ist mein Leiden, dass sich geändert die Rechte des Höchsten. - 12 Ich will der Taten des Herrn gedenken, denn ich habe deine Wundertaten im Gedächtnis vom Anfang Israels. - her, 13 und nachsinnen will ich über all dein Tun und mich vertiefen in deine Taten. 14 O Gott! in Heiligkeit ist dein Weg. Wo ist ein Gott so groß wie unser Gott? 15 Du bist Gott allein, der du Wunder tust; du hast unter allen Völkern Den Heiden. - deine Macht kund werden lassen. 16 Du hast durch deinen Arm dein Volk erlöst, die Söhne Jakobs und Josephs. Josephs Söhne wurden in ihrem Erbteil denen Jakobs gleichgestellt, daher ihre besondere Erwähnung. – Sela. - 17 Es sahen dich die Wasser, o Gott es sahen dich die Wasser und gerieten in Furcht, erschüttert wurden die Tiefen. Das Schilfmeer stand dem Volke Gottes hindernd im Wege, da griff seine Hand ein. - 18 Gewaltig war das Rauschen der Wasser. Die Wolken donnerten Hebr.: Es strömten Wasser die Wolken, es dröhnten die Himmel. (Bild des Gewitters.) - und deine Pfeile Die Blitze. - fuhren hernieder. 19 Der Schall deines Donners rollte daher, Nach der Sept.: im Wirbelwinde. - deine Blitze leuchteten über den Erdkreis, es bebte und erzitterte die Erde. Der Dichter stellt sich vor, als sei Gott in einer Theophanie gekommen, Gericht über Ägypten zu halten. - 20 Durch das Meer ging dein Weg und dein Pfad durch große Wasser und deine Spuren erkannte man nicht. Während Himmel und Erde in Aufruhr sind, schreitet Gott durch das Meer und eröffnet seinem Volke eine Straße zur Rettung. Seine Person zwar war unsichtbar, doch sichtbar die Wirkungen seines Eingreifens. Doch nachdem Gott hindurchgegangen, schlugen die Wogen wieder zusammen und so blieb keine Spur des Durchganges durch das Meer. - 21 Du führtest dein Volk wie Schafe durch Moses und Aaron. Das erwähnt Asaph gern in seinen Psalmen. Vergl. [Ps 80]. – Der Psalm wird am Gründonnerstag aus der Seele des am Ölberg geängstigten Heilandes gebetet und passt als Flehgebet für alle Seelen, die sich von Gott verlassen glauben.
Zitiert in 5
- Dieses Kapitel Salvifici Doloris(§6)
- V. 4 Summa (EN)(I-II 32.3
II-II 82.4) - V. 8 Summa (EN)(Suppl 99.3)
- V. 11 Summa (EN)(Suppl 99.3)