Psalmen 8

Die Ausgaben hier ziehen die Grenze zwischen einigen Versen dieses Kapitels an verschiedenen Satzteilen, sodass ein Zitat neben dem falschen Satz landen kann.

a. Die ganze Schöpfung preist Gottes Erhabenheit. Was ist der Mensch, dass ein solcher Gott sich seiner annimmt? (V. 5) b. Zwei Gründe sind es, weshalb Gott des Menschen gedenkt: derselbe steht nur wenig unter den Engeln, ist mit übernatürlicher Ähnlichkeit Gottes ausgestattet und zum König der Erde eingesetzt. (V. 9) c. Der Psalmist schließt mit demselben Aufruf, mit dem er begonnen.

Zum Ende, für die Keltern, Für den Vorsänger. Wohl am Laubhüttenfest zu singen. - ein Psalm Davids. Gelegenheit und Veranlassung unbekannt. Der Psalm ist messianisch, vergl. [Hebr 2,6ff, 1Kor 15,27ff], indes bezieht er sich nicht so im Literal- wie im eminenten geistigen Sinne auf den Messias. Haben nämlich die Worte in ihrer Weise ihre Geltung für den Menschen im Allgemeinen, so sind sie doch voll und vollkommen erst in Christus wahr. - O Herr, unser Herr! wie herrlich ist dein Name Was von dir durch Schöpfung und Offenbarung bekannt ist. - auf der ganzen Erde! denn deine Herrlichkeit ist erhabener als die Himmel. Hebr. wohl: Du, dessen Herrlichkeit sich über die Himmel erstreckt. Da nun die Himmel, das Firmament, die Erde umgibt, ist kein Teil des Erdkreises, an dem deine Herrlichkeit nicht zu schauen. - Aus dem Munde der Kinder Allenthalben auch auf Erden ist Gottes Name ruhmvoll, denn selbst Kinder kennen und verherrlichen ihn. Christus führt diese Stelle [Mt 21,11] an. - und Säuglinge hast du dir Lobpreis Hebr.: Bollwerk. Das Lallen der Kinder ein Mittel der Obmacht Gottes, die zum Schweigen zu bringen, welche ihn und die Seinigen verderben wollen. Vergl. [1Kor 1,27]. V. 3 leistet den Erklärungsversuchen der Exegeten hartnäckigen Widerstand. - bereitet um deiner Feinde willen, um den Feind und den Rachgierigen Die Wurzel aller Gottesleugnung ist der Hass gegen Gott, mit dem jene die Offenbarung und Gott selbst vernichten möchten. - zu vernichten. Hebr.: zum Schweigen zu bringen. - Wenn ich deine Himmel anschaue, deiner Finger Deiner Macht. [2Mos 8,19] - Werk, den Mond und die Sterne, die du gebildet hast, Die Sonne ist ausgelassen. Der Psalm ist wohl bei Nacht gedichtet. - was ist da der Mensch, Wie nichts muss er sich vorkommen, gegenüber der dort oben strahlenden Herrlichkeit. - dass du seiner gedenkst, Wie viel preiswürdiger ist da Gottes Güte, die für dieses Nichts Sorge trägt. - oder der Menschensohn, dass du ihn in Gnaden heimsuchst? Die höchste gnadenreiche Heimsuchung war die Menschwerdung. [Lk 1,68.71] - Nur ein Weniges Zeitlich; kurze Zeit [Hebr 2,7ff] Bis die Sünde mit ihren Folgen überwunden sein wird du Christus auch in seiner menschlichen Natur zur Rechten der Gottheit Platz genommen hat. - hast du ihn unter die Engel Hebr.: unter Elohim, was die Septuag auf die Engel bezieht. Der Mensch steht diesen nach, insoweit er sterblich ist. (Theod.) - gestellt, mit Herrlichkeit und Ehre ihn gekrönt David vergleicht den Stand der Erniedrigung und den der Erhöhung der gleichen menschlichen Natur. (Chrys., Cyr., Aug.) Christus vereint die menschliche Natur mit der göttlichen Person, und die Menschen erhielten Macht, Kinder Gottes, Glieder des mystischen Leibes Christi zu werden; so ward die menschliche Natur erhöht. Da Christus die höchste Erniedrigung auf sich nahm bis zum Kreuze [Phil 2,8.11] und auf das Höchste erhöht ward [1Kor 15,25], galten von ihm ganz besonders die Worte des Psalmes. - und hast ihn über die Werke deiner Hände gesetzt. Gemäß seiner (natürlichen – geistige Seele mit freiem Willen – wie der übernatürlichen) Ähnlichkeit mit Gott hat der Mensch eine Herrscherstellung erhalten, wie die folgenden Verse darlegen. - Alles hast du seinen Füßen unterworfen, Der Mensch ist ein König, dessen Reich die ganze Welt mit den Werken der Weisheit Gottes. Die Aufzählung beginnt mit den Haustieren und geht fort zu den wilden Tieren, von den Tieren des Festlandes dann über auf die der Luft und des Wassers. - Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die Tiere des Feldes, die Vögel des Himmels und die Fische des Meeres, welche Hebr.: was, also alles vom kleinsten Tier bis zum größten Ungeheuer. Wenn der Mensch über alle lebenden Wesen als König herrscht, wie viel mehr über alle leblosen. - die Wege des Meeres durchziehen. O Herr, unser Herrscher! wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde! Der Psalmist hat getan, was er V. 2 ausgesprochen, und kann deshalb denselben Gedanken wiederholend, gleichsam den Ring schließen.

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