Psalmen 81

Der Dichter fordert Priester, Leviten und Volk von Israel auf. Mit großer Feierlichkeit den Jahresanfang zu begehen, die Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten. (V. 7) 2. Mahnung Gottes, dass er das Volk aus Ägypten geführt und ihm geboten, keinen andern Gott zu verehren, ihm unter dieser Bedingung alle Güter verheißend. (V. 11) Doch sein Volk gehorchte nicht, darum verließ auch er es. (V. 13) 3. Mahnung an das gegenwärtige Geschlecht, Gott anzuhängen, da der Herr dann dessen Feinde unterwerfen und Israel mit allen Gütern überhäufen wird.

Zum Ende, für die Keltern, Dem Musikmeister. Nach der gathischen Sangweise (oder Instrument von Gath) oder: zum Laubhüttenfest. - ein Psalm Asaphs. Frohlocket Gott, unserm Helfer, frohlocket dem Gott Jakobs! Stimmet Gesang an und lasset die Pauken ertönen, liebliche Harfe mit der Zither! Stoßet am Neumonde in die Posaune, am herrlichen Tage eures Festes! Der Neumond des siebten Monats wurde von den Israeliten festlich begangen [3Mos 23,24, 4Mos 29,1ff] als Tag strengster Sabbatruhe mit besonderem Festopfer. [4Mos 29,1-6] An diesem Tage wurde die Posaune (richtiger Widderhorn, Schofar) geblasen. Die Posaune erscheint als Symbol des zum Gerichte mahnenden Gottes, dessen Richterstimme ihr erschütternder Laut darstellt, und ihr Schall am ersten Tage des siebenten Monats soll die Israeliten gleichsam aus dem Sündenschlafe aufschrecken vor dem Versöhnungsfeste am zehnten Tage. Aber das Blasen der Posaune sollte auch an die Wohltaten Gottes erinnern, namentlich an die Verleihung des gelobten Landes, nachdem Israel vierzig Jahre in der Wüste in Hütten gewohnt. Vielleicht ist in V. 4 in dem insignis der Vulg. ein Hinweis auf den Tag, von dem aus man die beweglichen Feste (Versöhnungstag und Laubhütte) bestimmt. - denn so ist es Gebot für Israel und eine Satzung des Gottes Jakobs. Als ein Zeugnis Entweder Gesetz, Willensbezeugung, oder: damit es ein Zeugnis von Gottes Wohltaten und gegen das Volk sei. - hat er es festgesetzt in Joseph, Hebr.: Als er (Gott) auszog gegen Ägypten. - als er Nach der Vulg. ist Joseph Subjekt. - auszog aus dem Lande Ägypten; eine Sprache, die er nicht kannte, hörte er. Eine Sprache die Israel nicht kannte, sollte es jetzt vernehmen. Hebr.: Ich hörte (der Sänger, der Israel vorstellt) die mir unverständliche (d.i. nicht in gewöhnlicher Redeweise ertönende, übernatürliche) Sprache Gottes. Nach dem Hebr. enthält V. 7 bereits Worte Gottes, während diese in der Vulg. erst V. 8 beginnen. - - Er befreite seinen Rücken von den Lasten, da seine Hände dienstbar waren mit dem Lastkorbe. Im Lastkorbe musste Israel Ziegel tragen. - In der Drangsal riefst du mich an und ich befreite dich, erhörte dich in dunkler Wetterwolke, Aus Donnergewölk heraus, in welchem Gott sich zugleich offenbarte und verhüllte. Es wird wohl besonders auf den Durchzug durch das Schilfmeer hingewiesen. - prüfte dich bei dem Wasser des Widerspruchs. Hebr.: Meriba. Sela. – Der Undank war doppelt strafbar, weil Gott am Sinai seinen Willen kundgegeben, auf den V. 9-11 Bezug nehmen. Meriba heißt eigentlich der Wasserspendungsort des vierzigsten Jahres [4Mos 20,13], der Name wird hier auf den des ersten Jahres, der eigentlich Massa Umeriba heißt [2Mos 17,7] übertragen. Die folgenden Worte sind Anrede Gottes an das auserwählte Volk in der Wüste, welche zugleich mit dessen Treulosigkeit dem gegenwärtigen Geschlechte in Erinnerung gebracht werden. - Höre mich, mein Volk! denn ich beschwöre dich, Israel! o dass du auf mich hörtest! Es soll unter dir kein neuer Gott sein noch sollst du einen fremden Abgott – im Gegensatz zum wahren Gott, fremden Gott – im Gegensatz zum wahren Gott als Gott Israels. - Gott anbeten. Denn ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, tue deinen Mund auf, und ich will ihn füllen. Weiter verlangt Gott nichts, um die Fülle seiner Güter zu spenden, als heilsbegieriges Verlangen. - Aber mein Volk hörte nicht auf meine Stimme und Israel Diese Namen der Würde erinnern an Gottes Gnade und Israels Verpflichtung. - hatte nicht acht auf mich. Da überließ ich sie den Gelüsten ihres Herzens und sie gingen nach ihren Anschlägen dahin. Hebr.: Da gab ich sie hin in ihres Herzens Verhärtung. – Gott machte ihre Sünde zu ihrer Strafe. - O wenn mein Volk auf mich gehört hätte, wenn Israel auf meinen Wegen gewandelt wäre, so würde ich wohl wie ein Nichts Hebr.: Leicht. - seine Feinde gedemütigt und wider ihre Bedränger meine Hand gewendet haben. Nach dem Hebr. ist anzunehmen, dass der Sänger sich in V. 14, V. 15 u. ff. an seine Zeitgenossen wendet und diese zu bewegen sucht, sich Gott mit ganzem Herzen anzuschließen: Wenn mein Volk mich hörte usw. - Die Feinde des Herrn müssten ihm schmeicheln Ihm gezwungen gehorchen. - und ihre Zeit sollte ewig währen, Die Israeliten würden ewig in Gnade und Glück leben. - und er würde sie mit dem Marke des Weizens speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen. Vergl. [5Mos 32,13]. Reicher Regen wird Israel zuteil, selbst der unfruchtbare Fels musste für Israel die süßeste Frucht tragen.

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