Psalmen 82
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Gott, der höchste Richter, erscheint inmitten ungerechter Richter und fordert gerechte Rechtsprechung gegen die Armen. (V. 4) Da jene keine Einsicht annehmen wollen, droht er ihnen Strafe an. (V. 7) Der Dichter bittet Gott, diese zu vollstrecken.
1 Ein Psalm Asaphs. Gott steht da Gott steht unbeweglich da, voller Majestät. - mitten in der Versammlung der Götter, Hebr.: der Gottesgemeinde. - inmitten der Götter Das Recht über die Menschen zu richten, besonders über Leben und Tod zu entscheiden, ist ein Majestätsrecht Gottes. Den Vollzug hat indes Gott [1Mos 9,6] den Menschen übertragen. Der übertragene Name gilt zwar jeder Obrigkeit, aber insbesondere der theokratischen. Da nun Gott sich seines Rechtes nicht entäußert hat, bleibt sein Wille die Richtschnur der irdischen Machthaber, so hält er jetzt in deren Kreise Gericht. - hält er Gericht. 2 Wie lange wollt ihr ungerecht richten und auf die Person der Sünder Rücksicht nehmen? Sela. - 3 Schaffet dem Dürftigen und dem Waisen Recht, verhelfet dem Niedrigen und Armen zum Rechte! 4 Rettet den Armen und befreiet den Dürftigen aus der Hand des Sünders. 5 Sie sind ohne Einsicht und ohne Verstand, im Finstern In Verfinsterung. - gehen sie einher, Kennzeichnung ihrer Handlungsweise. - es wanken alle Grundfesten der Erde. Folge: Die Grundfesten der menschlichen Ordnung werden erschüttert. – Worte Gottes. - 6 Ich sprach: Ihr seid zwar Götter und insgesamt Söhne des Höchsten, Mein freier Wille hat euch mit der gottesbildlichen Würde bekleidet, welche ihr innehabt. Ihr seid Götter, aber nicht unabhängige, sondern mir verantwortliche. Der Heiland führt [Joh 10,34-36] diesen Vers an, um seine Gottheit zu verteidigen. Wenn die, welche nur durch ein diesseitiges Gotteswort zu einem irdischen Amte nach Bilde berufen sind, Götter heißen, ohne dass eine Gotteslästerung darin liegt, wieviel mehr ist der da Gott, der mit seiner ganzen Person und seinem Leben einer Aufgabe dient, zu der der Vater ihn geheiligt hat. - 7 aber Entsprecht ihr der Würde nicht, die ich euch verliehen. - wie Menschen Wie ganz gewöhnliche Menschen. - werdet ihr sterben und wie der Fürsten einer Wie einer der plötzlich durch mein Gericht gestürzten Fürsten. Der Fürsten einer: nach dem hl. Augustin Lucifer. - Euer göttliches Amt soll euch nicht schützen. - fallen. 8 Erhebe dich, o Gott! richte die Erde, denn du bist immerdar Herr über alle Völker. Hebr.: Du besitzest (musst in Besitz nehmen) alle Heiden. Also auch ihre Gewalthaber sind deine Stellvertreter, sollen gerecht richten nach deinem Willen. So komme denn du selbst und richte gerecht, wenn es die Menschen nicht tun. – Soll Gott alle Völker selbst gerecht richten, so ist damit auf sein Kommen als Messias hingewiesen. – Auch die Priester haben richterliche Gewalt, und wenn ein Mensch in übertragener Weise Gott genannt werden kann, so der Priester, der den Herrn in dem Richterstuhl der Buße vertritt.
Zitiert in 7
- V. 4 Summa (EN)(II-II 40.1
II-II 70.1 II-II 188.3) - V. 5 Summa (EN)(II-II 8.4)
- V. 6 CCC(¶441)Summa (EN)(I 13.9
II-II 85.2)