Psalmen 83
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
1. Der Sänger trägt dem Allmächtigen die Anschläge der Feinde vor (V. 5), zählt dieselben auf und beschreibt die drohende Gefahr. (V. 9) 2. Bitte an Gott, er wolle sie vernichten, wie einst die Madianiter und Kanaaniter, und ihre Fürsten umkommen lassen, wie einst die Fürsten der Madianiter (V. 13), und das Feuer seines Zornes über sie kommen lassen, damit sie zur Erkenntnis seines Namens geführt werden. (V. 17) 3. Epilog. Erneute Bitte um die Vernichtung der Feinde, damit der Herr auf der ganzen Erde als der Höchste anerkannt werde.
1 Ein Psalmlied Asaphs. Vergl. [2Chr 20,1-29]. - 2 Gott! wer ist dir gleich? Die folgende Bitte richtet sich an Gott, den allmächtigen Helfer. Hebr.: Gott sei nicht still (nicht untätig), nicht schweige und nicht ruhe, Gott. - o schweige nicht und halte nicht ein, o Gott! 3 denn siehe, deine Die Feinde Israels sind auch Gottes Feinde. - Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. 4 Wider dein Volk fassen sie bösen Ratschlag, machen Anschläge wider deine Heiligen. Hebr.: Wider dein Volk sinnen sie schlauen Plan und ratschlagen wider deine Schützlinge. - 5 Sie sprechen: Kommet, lasset uns sie vertilgen, dass sie kein Volk mehr seien, dass Israels Name nicht mehr genannt werde! 6 Denn sie haben sich einmütig beraten, allzumal wider dich Da du der König des auserwählten Volkes bist. - einen Bund geschlossen, 7 die Gezelte der Edomiter und die Ismaheliter, Moab und die Agarener, 8 Gebal, Ammon und Amalek, die Fremden mit den Bewohnern von Tyrus. Die feindlichen Völker werden ihrer geographischen Lage nach geordnet: die in Gezelten wohnenden Idumäer kommen vom Südosten des Toten Meeres, Ismael vom Sinai und aus Nordarabien bis zum Libanon, die Moabiter und Ammoniter von der Westseite des Toten Meeres, Amalek von der sinaitischen Halbinsel südlich vom Lande der Philister. Die Agarener sind ein Volk Arabiens, die zur Zeit Sauls von der Ostseite des Toten Meeres verdrängt waren. Gebal ist ein nördlicher Teil des Seirgebirges, nicht weit von der Südküste des Toten Meeres. Die Fremden sind die Philister. - 9 Auch Assur kommt mit ihnen, sie kommen den Söhnen Lots zu Hilfe. Die Söhne Lots waren die erbittertsten Feinde. Sie sind geworden ein Beistand der Söhne Lots. - 10 Tue ihnen wie Madian [Rich 7] - und Sisara, wie Jabin [Rich 4] - am Bache Kison. 11 Sie kamen um bei Endor, Endor lag in der Nähe des Thabor, nicht weit vom Kison. - wurden wie Dünger für das Land. 12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Zeb, [Rich 7,25] - wie Zebee und Salmana [Rich 8,21] - alle ihr Fürsten, 13 sie, die da sprachen: Lasset uns das Heiligtum Gottes Das Israel von Gott zugewiesene Land oder auch den Tempel. - als Erbe Auf immer. - in Besitz nehmen! 14 Mein Gott! mache sie einem Wirbel Einer vom Wirbel ergriffenen Sache gleich. - gleich und wie Spreu vor dem Winde. Des Zornes. Wenn Gott zum Strafgericht kommt, naht er im Sturmwind. - 15 Wie Feuer, das den Wald entzündet, und wie eine Flamme, Die verbrennt, was auf den Bergen steht, die Wälder. Oder: die die Berge zerschmilzt. [Mic 1,4] - die Berge verbrennt, 16 so verfolge sie mit deinem Sturme und schrecke sie mit deinem Zorne! 17 Erfülle ihr Angesicht mit Schmach, dass sie deinen Namen suchen, o Herr! Der Vernichtung heischende richtet sich gegen die Pläne der Frevler, nicht gegen ihre Person, wie die Zweckangabe V. 17b und V. 19 zeigt. - 18 Sie sollen beschämt und verwirrt werden auf immer und zuschanden werden und zugrunde gehen. 19 Und sie sollen erkennen, dass Herr dein Name ist, dass du der Höchste allein bist auf der ganzen Erde. Hebr.: und sie erkennen, dass du, dein Name Jahve allein erhaben (der höchste bist) über die ganze Erde. – Der Psalmist wünscht, dass die Feinde zwar zunichte werden, aber, damit sie nicht völlig vernichtet werden, Jahve die Ehre geben. – Der hl. Gregor ließ diesen Psalm zur Zeit großer Drangsale der Kirche öffentlich beten. Auch der hl. Augustin wendet ihn auf die Feinde der Kirche an, die nur im Hasse gegen Christus und die Kirche einig sind, deren schlimmster der Antichrist [Offenb 13] sein wird.