Psalmen 85

1. Danksagung, dass Gott dem Volke seine früheren Sünden nachgelassen. (V. 4) Bitte, Gott wolle nicht ferner zürnen, sondern demselben sein volles Erbarmen zeigen. (V. 8) 2. Durch das Gebet gestärkt, will der Psalmist hören, welchen Trost er von Gott empfangen wird. (V. 9) Die göttliche Antwort berichtend, sagt er dem Volke, das Gott fürchtet, neue Herrlichkeit voraus, da Gott in seiner Erbarmung seine Verheißungen erfüllen wird.

Zum Ende, Für den Musikmeister. - von den Söhnen Kores, ein Psalm. Durch die Aufhebung der Gefangenschaft nahm Gott alle Schuld als nunmehr abgebüßt von seinem Volke hinweg und hörte auf zu zürnen. Doch neue Trübsale kamen über die Heimgekehrten (V. 5 ff.), für den Sänger ein Zeichen des wiedererwachten Zornes Gottes. - Du hast dein Land gesegnet, o Herr, hast die Gefangenschaft Jakobs gewendet. Du hast die Verschuldung deines Volkes nachgelassen, alle ihre Sünden bedeckt. Sela. - Du hast all dein Zürnen gemildert, abgelassen von dem Grimme deines Zornes. Stelle uns wieder her, o Gott, unser Heil! und wende deinen Zorn von uns ab. Willst du denn ewig über uns zürnen? Oder deinen Zorn von Geschlecht zu Geschlecht ausdehnen? Belebe uns, Gott! von neuem, und dein Volk wird sich deiner freuen. Lass uns, Herr! dein Erbarmen schauen und schenke uns dein Heil. Das wiedergekehrte Volk war nur ein kleiner Teil der Gesamtheit, hatte sich noch nicht einheitlich eingerichtet, war noch durch Sünden befleckt. - Ich will hören, was Gott, der Herr, in mir „In mir“ fehlt im Hebr. - redet. Was Gott mir auf meine Bitte antwortet. - Er redet von Frieden Frieden: die Fülle des Guten. Im Folgenden werden solche Ausdrücke gebraucht, welche in den prophetischen Büchern die messianische Zukunft bezeichnen. - zu seinem Volke und Nämlich. - zu seinen Heiligen Frommen. - und zu denen, die sich ihm von Herzen zuwenden. Hebr.: dass sie sich nur nicht wieder abwenden zur Torheit. - Ja, nahe ist sein Heil denen, die ihn fürchten, dass So dass wohnt. Hebr.: dass wieder wohne. - Herrlichkeit in unserm Lande wohne. Barmherzigkeit und Treue Die verzeihende Gnade Gottes und seine Verheißungstreue. - begegnen einander, Gerechtigkeit Die Gerechtigkeit als Geschenk Gottes (die Rechtfertigungsgnade). - und Friede küssen sich. Der heilige Bernhard hat in einer schönen Parabel den Ausgleich zwischen der Unverbrüchlichkeit göttlicher Drohung und Gerechtigkeit mit dem Erbarmen und Frieden im Erlösungswerke dargestellt. - Treue sprosst aus der Erde hervor und Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab. Die Verheißungstreue wird sich in Fülle auf Erden offenbaren und die Gerechtigkeit vom Himmel her, um herniederzusteigen. - Denn So reicher geistiger Segen ist da (V. 11, V. 12) und muss da sein, da sogar die materielle Schöpfung überaus reich gesegnet ist. - Gutes Der Natursegen, wie die zweite Hälfte des Verses zeigt. - gewährt der Herr und unsere Erde bringt ihre Frucht. Gerechtigkeit geht vor ihm her und schreitet fort auf seinem Wege. Sie geht feierlich wie ein Herold vor ihm her und folgt ihm unzertrennlich. – Die heiligen Väter erklären des Psalm typisch messianisch.

Zitiert in 26