Psalmen 88
Die Ausgaben hier ziehen die Grenze zwischen einigen Versen dieses Kapitels an verschiedenen Satzteilen, sodass ein Zitat neben dem falschen Satz landen kann.
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Der Dichter fleht in todbringenden Leiden Gott um Rettung an. (V. 8) 2. Er ist verlassen von seinen Vertrauten, im Kerker der Krankheit, von Gottes strafender Hand getroffen, fleht er den Herrn an, seinen Zorn zu wenden. Gott wolle ihm wunderbar Hilfe gewähren, dann werde er ihn preisen; doch wie sollte dies geschehen, ließe der Herr ihn sterben? (V. 13) 3. Erneutes klagenvolles Flehen.
1 Ein Psalmlied, von den Söhnen Kores, zum Ende, nach Maheleth als Wechselgesang, Für den Musikmeister, Chorgesang, mit gedämpfter Stimme vorzutragen (?) ein Maskil (Betrachtung?) Emans. - eine Unterweisung Emans, des Ezrahiters. Die doppelte Aufschrift enthält zwei sich widersprechende Angaben. Eman, Salomons Zeitgenosse [1Koe 5,11] war aus dem Stamme Juda. [1Chr 2,6] Die zweite Überschrift ist wohl durch ein Versehen des Abschreibers aus [Ps 86] hierher geraten. Mehrfache Berührungen im Ausdruck mit dem Buche Job weisen auf die salomonische Zeit. Viele Väter haben den Psalm messianisch gedeutet, doch kann er höchstens als typisch messianisch gefasst werden. So ist er dann freilich am Kreuze des Heilandes voll erfüllt. - 2 Herr, du Gott meines Heiles! am Tage rufe ich und nachts vor dir. Nach anderen: Zur Zeit wo ich schreie in der Nacht vor dir. - 3 O lass mein Gebet vor dich kommen, neige dein Ohr meinem Flehen! 4 Denn meine Seele ist mit Leiden erfüllt Alle Lebensfrische ist geschwunden. - und mein Leben ist der Unterwelt nahe gekommen. Ich bin wie ein schon Verstorbener. - 5 Ich bin denen gleich geachtet, die in das Grab sinken, bin geworden wie ein Mensch ohne Kraft, 6 unter die Toten entlassen, wie die Erschlagenen, die in den Gräbern ruhen, deren du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand verstoßen Hebr.: abgeschnitten. - sind. Ihr Zustand bleibt (es ist die Zeit vor dem Erscheinen des Erlösers) stets der gleiche und Gottes Hand erweist sich ihnen nicht mehr helfend und schützend. - 7 Sie senkten Hebr.: Du hast mich gesenkt. - mich in die tiefste Grube, in Finsternis und in Todesschatten. Hebr.: in Abgründe. - 8 Auf mir ruht schwer dein Grimm und alle deine Wogen führst du über mich dahin. Hebr.: beugst du nieder. – Sela. - 9 Du hast meine Bekannten Vertrauten. - von mir entfernt, sie machten mich zu einem Abscheu für sich. Ich bin preisgegeben Dem Elend. Hebr.: Ich bin eingeschlossen und kann nicht heraus. – Ist er aussätzig? [3Mos 13,46] - und finde keinen Ausweg, 10 meine Augen verschmachten vor Not. Ich rufe zu dir, o Herr! jeden Tag, ich breite nach dir meine Hände aus. 11 Wirst du an Toten Wunder tun oder werden Ärzte sie auferwecken, dass jene dich dann preisen? Hebr.: oder werden Schatten aufstehen und dich preisen? – Tue an mir ein Wunder und ich will dich preisen. Beide Bitten haben die Verlängerung des Lebens zur Voraussetzung. - 12 Erzählt man im Grabe deine Gnade und deine Treue im Verderben? Hebr.: am Orte des Untergangs. - 13 Werden in der Finsternis deine Wunder kund und deine Gerechtigkeit im Lande der Verwesung? Hebr.: Im Lande des Vergessens, wo es vorbei ist mit Denken, Fühlen und Handeln, wo die stets gleiche Einförmigkeit des Todes herrscht. - 14 Dennoch, o Herr! schreie ich zu dir und in der Frühe kommt mein Gebet Hebr.: meine Seele (das Sehnen meiner Seele, das sich in Gebet kundtut). - vor dich. 15 Warum, Herr! weisest du mein Gebet zurück, wendest dein Angesicht von mir ab? 16 Arm bin ich und in Mühen von meiner Jugend an; erhob ich mich, so ward ich gedemütigt und erschreckt. Hebr.: Gedrückt bin ich und hinsterbend von Jugend auf, ich trage deine Schrecken, muss verzagen. Vulg.: Erhob ich mich einmal zu besserem Lose. - 17 Deine Zornesgluten ergingen über mich und deine Schrecken verwirrten mich. 18 Sie haben mich umgeben wie Wasser den ganzen Tag, mich umringt allzumal. 19 Du hast von mir den Freund und den Nächsten entfernt und meine Bekannten von mir im Unglück. Hebr.: meine Vertrauten sind finsteres Dunkel. – Statt der bisherigen Vertrauten ist dies mein Vertrauter geworden. – Der Sänger schweigt und harrt, dass Gott dieses Leidensrätsel löse. (Vergl. auch das Buch Job.)