1. Preis der Erbarmungen des Herrn, der mit David einen Bund geschlossen. (V. 5) Gott kann und will seine Verheißungen erfüllen, dafür bürgt seine Treue und Majestät (V. 8), seine Macht (V. 11); seine allgemeine Herrschaft (V. 14), seine Gerechtigkeit und Güte. (V. 19) 2. Die Verheißung: Gott selbst hat David auserwählt und mit seiner Kraft gesalbt, ihm Hilfe versprechend (V. 22), damit er die Feinde besiegen und ein großes Reich gründen könne. (V. 26) Ja, Gott will seine Nachkommenschaft ewig erhalten (V. 30) und deshalb seine Söhne zwar strafen, wenn sie fehlen, aber ihnen nicht seine Barmherzigkeit entziehen (V. 34), und hat dies Versprechen mit einem Eidschwur bekräftigt. (V. 38) 3. Doch wie stimmt mit diesem Versprechen die jetzige Lage des Königs? Scheint nicht dieser vielmehr verworfen und Davids Krone angetastet, da die Feinde überall siegreich sind? (V. 42) Bitte, Gott wolle eilen zu helfen, seines Versprechens und Eidschwures eingedenk.
1Eine UnterweisungEin Maskil (bestimmte Liederart). - Ethans, des Ezrahiters.Vergl. [1Koe 4,31]. – Der Psalm scheint sich auf das fünfte Jahr der Regierung Rehabeams zu beziehen, als Sesak gegen Jerusalem zog. [1Koe 14,25-28, 2Chr 12,1-12] -2 Die Erbarmungen des Herrn will ich ewig besingen, von Geschlecht zu Geschlecht deine Wahrheit verkünden mit meinem Munde.Laut und öffentlich. Der Lobpreis soll Gott bewegen, diese Eigenschaften von neuem durch die Rettung des Hauses David zu bewähren. -3 Denn du sprachst:Hebr.: denn ich sage. Gott tritt redend ein, um den Hauptinhalt der Erbarmungen (V. 2) d.i. der Verheißungen [2Sam 7,12.13] darzulegen. - Auf ewig soll Erbarmen aufgebaut sein im Himmel,Richtiger wird „im Himmel“ nur zu gefestigt gezogen (mit Ausfall von „daselbst“). - daselbst ist die Treue gegen dich gefestigt.Gottes Erbarmen und Treue werden einem Gebäude verglichen, das so sein Fundament im Himmel hat, so fest ist wie dieser, und stets in fortgehendem Baue begriffen ist. -4 Ich habe mit meinen Auserwählten einen Bund geschlossen, habe David, meinem Diener, geschworen:Gott schwört nicht, um seine Wahrhaftigkeit dadurch festzustellen, sondern um der Sache, für die er schwört, die höchste Wichtigkeit beizulegen. -5 Auf ewig will ich deine Nachkommenschaft fest gegründet sein lassen und von Geschlecht zu Geschlecht deinen Thron erbauen.Sela. -6 Die HimmelDie Engel. - preisen deine Wunder, o Herr! und deine TreueWird gepriesen. - in der Versammlung der Heiligen.In der Versammlung der Engel, denen Gott seine Ratschlüsse kundtut. -7 Denn wer in den WolkenIm Himmel, unter den Himmelsbewohnern. - gleicht dem Herrn, ist Gott ähnlich unter den Gottessöhnen?Engeln. -8 Gott, der verherrlicht wird im Rate der Heiligen,Hebr.: Gott, schrecklich in der Heiligen großem Rate. - ist groß und furchtbar, mehr als alle, die um ihn her sind.9 Herr, Gott der Heerscharen! wer ist dir gleich? Mächtig bist du, o Herr! und deine Treue umgibt dich.Du bist um und um Treue, Treue ist deinem Wesen ureigen. -10 Du herrschest über den Ungestüm des MeeresBild des Völkermeeres, ungestümer Feinde. Am roten Meere trifft die Bändigung beider Meere zusammen. - und stillst den Aufruhr seiner Wogen.11 Du beugst den HochmütigenRahab. Gemeint ist wohl Ägypten, nach einigen Auslegern jeder Hochmütige (Feind). - gleich einem Verwundeten,Tödlich getroffene, also kraftlos Gewordene. Hebr.: gleich. - mit deinem starken Arme zerstreust du deine Feinde.12 Dein sind die Himmel und dein ist die Erde, den Erdkreis und was ihn erfüllt, hast du gegründet;13 Norden und SüdmeerHebr.: Süden, in dieser Richtung lag ja auch das rote Meer. Gemeint ist die Erde in ihrem ganzen Umfange von einer Himmelsgegend zur anderen. - hast du geschaffen, Thabor und Hermon jubeln über deinen Namen.Der Thabor, diesseits des Jordans, der Hermon (Antilibanon) jenseits, bezeichnen jener den Westen, dieser den Osten. Die Blüte und das Grün derselben sind gleichsam ein Ausdruck ihrer Freude über die Offenbarung der göttlichen Schöpfermacht an ihnen. -14 Dein Arm ist voller Kraft. Lass deine Hand stark werden und deine Rechte sich erheben.Hebr.: Dein ist ein Arm mit Heldenkraft, stark deine Hand, erhaben deine Rechte. Vulg.: Mach von deiner starken Hand Gebrauch gegen die jetzt so mächtigen Feinde. -15 Gerechtigkeit und Recht sind die Grundlage deines Thrones, Erbarmen und Wahrhaftigkeit gehen vor deinem Antlitze her.Stehen vor deinem Angesichte – zum Dienst, warten dir auf. -16 Glückselig das Volk, das Lobpreisung kennt,Die zweite Hälfte des Verses bietet Gegenstand und Voraussetzung der Lobpreisung. - Herr! im Lichte deines AngesichtesVon der besonderen Gegenwart Gottes im Allerheiligsten hergenommen: Gnädiger Blick, mit dem Gott den Beter ansieht, Gnadenhilfe Gottes. - werden sie wandeln17 und über deinen NamenÜber dich, wie du dich ihnen offenbarst. - frohlocken allezeit und durch deine GerechtigkeitDas Verfahren Gottes nach seiner Heilsordnung. Dem Menschen gegenüber: Gnade. - erhöht werden.18 Denn du bist der Ruhm ihrer KraftHebr.: Zierde ihrer Macht, ihnen zur Zierde gereichende Macht. - und durch dein Wohlgefallen wird unserIsrael wird für dies Volk erklärt. - Horn erhöht.19 Denn der Herr ist unser Schutz und der Heilige Israels der Schutz unseres Königs.Hebr.: Denn des Herrn ist unser Schild und des Heiligen Israels ist unser König. – Israels König steht als Eigentum Gottes unter dem Schutze Jahves des Heiligen. -20 DamalsDie Gegenwart scheint dem zu widersprechen. Damals: Zu der V. 4, 5 angedeuteten Zeit. [2Sam 7,17] - redetest du im Gesichte zu deinen HeiligenZu Samuel und Nathan. - und sprachest:Die Rede Gottes geht bis V. 38. - Ich gewähre einem Helden Beistand und erhöheHebr.: Habe erhöht einen Jüngling aus dem Volke. - ihn als Auserwählten aus meinem Volke.21 Ich habe David als meinen Diener erfunden, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt.Als David die Verheißung empfing [2Sam 7], war er bereits gesalbt. Die Salbung war ein Ausdruck der göttlichen Berufung und Symbol der verliehenen Kraft. -22 DennHebr.: welchem meine Hand usw. - meine Hand soll ihm hilfreich sein und mein Arm ihn stärken.23 Nichts soll der Feind über ihn vermögenHebr.: ihn berücken. - und der Sohn der RuchlosigkeitDer Mensch, der gleichsam die Ruchlosigkeit zur Mutter hat, der Ruchlose. - ihm nicht weiter schaden.Hebr.: bedrücken. -24 Ich will seine Feinde vor seinem Angesichte zermalmen und, die ihn hassen, in die Flucht schlagen.25 Meine Treue und mein Erbarmen soll mit ihm sein und in meinem Namen soll sein Horn erhöht werden.26 Ich will seiner Hand das Meer unterwerfen und die Ströme seiner Rechten.Hebr.: Ich werde legen (werde reichen lassen) seine Hand an das Meer und an die Ströme seine Rechte. – Damit wird die Weltherrschaft verheißen, nicht nur die Herrschaft in dem [1Mos 15,18] und [2Chr 9,26] verheißenen Umfange. In der Erfüllung jener Verheißungen ward die Ehrenstellung der Nachkommenschaft Davids in David und Salomo Vorbild für die hier verheißene allgemeine Herrschaft des Messias. -27 Er wird zu mir rufen: Mein Vater, mein Gott und die ZufluchtHebr.: Fels. - meines Heils bist du!28 Und ich, ich will ihn zum Erstgebornen machen,Die Fürsten sind Gottes Söhne. [Ps 81,6] David soll der Erstgeborene unter ihnen sein, der also vor allen anderen Gott als seinen Vater anrufen darf, daher der erste, am meisten bevorrechtigte. Bis auf Christus kam dieses Sohnsverhältnis den Nachkommen Davids nur in uneigentlichem Sinne zu, insofern sie, wichen sie von Gottes Geboten, väterlich gestraft, blieben sie treu, mit der heiligmachenden Gnade ausgestattet wurden. Im höchsten und eigentlichen Sinne kam der Name Christus zu, der von Ewigkeit her der Natur nach Sohn des Vaters. - zum Höchsten unter den Königen der Erde.29 Ewig will ich ihm meine Barmherzigkeit bewahren und treu meinen Bund.30 Ich will seine Nachkommenschaft dauern lassen auf ewig und seinen Thron gleich den Tagen des Himmels.31 Doch wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht nach meinen Rechten wandeln,32 wenn sie meine Satzungen entheiligen und meine Gebote nicht halten,33 so werde ich mit der Rute ihre Vergehungen heimsuchen und mit Schlägen ihre Sünden.34 Doch meine Gnade will ich ihm nicht entziehen noch es fehlen lassen an meiner Treue;35 noch will ich meinen Bund entweihen noch zunichte machen, was über meine Lippen gegangen ist.36 EinmalEinmal für immer, also unwiderruflich. - habe ich bei meiner Heiligkeit geschworen, ich werde David nicht lügen.37 Seine Nachkommenschaft soll ewig dauern.38 und sein Thron gleich der Sonne vor meinem Angesichte, und gleich dem Monde, der gegründet ist auf ewig,Wie der Mond, der trotzdem er meist gewandelt wird, bleibt und nicht vernichtet wird, soll der Thron immer fest stehen. - und der Zeuge im HimmelGott. Der Vers schließt. Sela. - ist getreu!39 Und doch hast du verworfen und verschmäht, verworfenHebr.: du bist erzürnt. - deinen Gesalbten,Den damaligen König als Nachkommen Davids, dem die Verheißung gegeben. -40 hast den Bund deines Dieners aufgehoben, entweiht zur Erde sein Heiligtum,Die Krone deine Königs. Die Krone ist Symbol der objektiven Heiligkeit, welche Gottes Stellvertretung verleiht. -41 hast alle seine ZäuneAlles, was den König schützen konnte. - niedergerissen, seine Feste zum Gegenstand des Schreckens gemacht.Der König wird mit einer festen Stadt verglichen, deren Mauern wanken und den Bewohnern Furcht für ihre Sicherheit einflößen. – Hebr.: gemacht zu Trümmern. -42 Es beraubten ihn alle, die des Weges vorüberzogen; er ward zum Hohne für seine Nachbarn.43 Du hast die Rechte seiner Unterdrücker erhöht, hast alle seine Feinde frohlocken lassen.44 Du hast die Hilfe seines Schwertes von ihm gewendetDeine Hilfe von seinem Schwerte gewendet. Hebr.: Rückwärts gewendet die Schärfe seines Schwertes. - und ihm nicht im Kriege beigestanden.45 Du hast ihn seines Glanzes beraubt und seinen Thron zur Erde gestürzt,46 du hast die Tage seiner ZeitDer dem Geschlechte Davids verheißenen Zeit. Hebr.: seiner Jugend. War der König vor der Zeit gealtert? - abgekürzt, hast ihn mit Schmach bedeckt.47 Wie lange noch, o Herr! wendest du dich so ganz ab, entbrennt dein Zorn wie Feuer?48 Gedenke, welches meine LebensdauerHebr.: meine vergängliche Dauer. - ist! Hast du denn alle Menschenkinder vergebens erschaffen?Hebr.: Gedenke, - ich, von welcher Dauer (wie kurzlebig ich bin). -49 Wo ist der Mensch, der lebte und den Tod nicht schaute, der seine Seele vor der Gewalt der Unterwelt bewahren könnte?Wenn aller Menschen Leben im Tode endet, wie sollte sich Gott nicht während der kurzen Spanne des Lebens als gütig, nicht ewig zürnend erweisen? Zeigt sich die Gerechtigkeit nicht im Diesseits, so ist sie eine Anfechtung für die Gläubigen des A. T., denen der Zustand nach dem Tode noch nicht in voller Klarheit offenbar ist. -50 Wo sind deine früheren Gnaden, o Herr! wie du David in deiner Treue geschworen?51 Gedenke, o Herr! der Schmach deiner Diener, (die ich in meinem Busen trage,) von so vielen Völkern her,Der Schmach, die so viele Völker deinen Knechten angetan. -52 mit der deine Feinde, Herr! schmähen, mit der sie die Veränderung deines GesalbtenDen an Davids Stelle getretenen König. Hebr.: welche dich schmähen, (als) deine Feinde, Herr, welche schmähen die Fußstapfen deines Gesalbten (deinen Gesalbten, wo immer er geht und was er tut). - schmähen.53 Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit! Amen, Amen!Schluss des dritten Buches der Psalmen. – Sofern das, was V. 20-38 von David und seinen Nachkommen gesagt ist, erst in Christus, dem gottmenschlichen Sprossen Davids, seine Erfüllung gefunden hat, ist der Psalm messianisch. Den vollen Glanz seines Reiches wird der Herr erst am Ende der Zeiten erstrahlen lassen.
Zitiert in 47
Dieses KapitelCCC(¶709)Dives In Misericordia(§8)Novo Millennio Ineunte(§2)Salvifici Doloris(§6)Spiritus Paraclitus(§8)
V. 2Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)Novo Millennio Ineunte(§2)
V. 3Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 4Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 5Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 6Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 7Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 8Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 9Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)Summa (EN)(I 25.1)
V. 10Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 11Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 12Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
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V. 24Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 25Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 26Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 27Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)Summa (EN)(I 33.2)
V. 28Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 29Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
V. 30Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
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