Psalmen 9

1. (V. 1-17) Lob Gottes, der sich Davids angenommen (V. 5) und seine Feinde niedergeworfen hat. (V. 9) Mahnung an die Seinigen, auch sie sollen Gottes Strafgerechtigkeit preisen. (V. 13) Doch noch ist alles Übel nicht gehoben, darum fleht David Gott von neuem um Hilfe an und schließt mit dem Lobe Gottes, der seine Gerechtigkeit offenbart hat, indem er das Böse, das die Feinde zufügen wollten, über sie selbst kommen ließ. (V. 17) 2. Bitte an Gott, er wolle die Heiden welche ihn nicht anerkennen, bezwingen (V. 21), da jene in stolzem Selbstvertrauen nicht nach Gott fragen (Psalm 9b V. 4) und Gottes Diener unterdrücken. (V. 8) Da jene wähnen, Gott sehe nicht auf seine Diener, fleht er, er wolle sich erheben (V. 12) und zeigen, dass er der Armen gedenkt, indem er ihre Unterdrücker aus dem Lande vertreibt. (V. 16) Alles zusammenfassend, spricht er die Hoffnung aus, dass die Erhörung seiner früheren Bitten das Unterpfand eines vollkommenen Sieges sein werde.

Zum Ende, über die Geheimnisse des Sohnes, Für den Gesangmeister. Hohe Stimme. - ein Psalm Davids. Die Zeitumstände des Psalmes sind die gleichen wie die von [Ps 58]. David hat viele Feinde besiegt und sagt dafür Dank, zugleich um Hilfe flehend, damit er die noch übrigen Feinde vertreiben könne. - Lobsingen will ich dir, o Herr! aus ganzem Herzen, verkünden alle deine Wunder. Die Wunder deiner Allmacht und Güte. - Ich will mich freuen und frohlocken in dir, ich will deinem Namen, o Allerhöchster! lobsingen. Du machtest flüchtig meine Feinde, ermattet kamen sie um vor deinem Angesichte, Hebr.: mussten zurückweichen, strauchelten und kamen um vor deinem Angesichte. Vulg.: Meine Feinde werden ihrer Stärke verlustig gehen usw. - denn du hast meine Sache und meinen Streit geführt, In der Anwendung auf Christus: du hast den Streit geschlichtet, der zwischen dem Menschengeschlechte und dem Teufel bestand. Dieser behauptete, die Menschen mit Recht in Sklaverei zu halten, und peinigte sie tyrannisch, doch Christus endete den Streit, indem er für die Menschen genugtat. Sein Thron war das Kreuz. - du hast dich auf den Thron gesetzt, der du mit Gerechtigkeit richtest. Du hast die Heiden bedräut und unterging Hebr. aktiv: und den Frevler vernichtet. - der Frevler, du hast ihren Namen auf immer und ewig ausgetilgt. Des Feindes Schwerter sind niedergesunken auf immer Hebr.: Die Feinde sind vernichtet, Trümmer auf ewig. - und ihre Städte hast du zerstört. Verschwunden ist ihr Gedächtnis wie ein Schall. Im jetzigen hebr. Texte sind die letzten Worte unverständlich. - Doch der Herr bleibt in Ewigkeit, er hat seinen Thron aufgestellt zum Gerichte und er richtet den Erdkreis mit Billigkeit, richtet In den Psalmen bedeutet dies die Herrschaft, welche Gott ausübt über die Völker. Vergl. [Ps 95]. - die Völker mit Gerechtigkeit. So ist der Herr des Armen Des Bedrängten. - Zuflucht, ein Helfer zur rechten Zeit in der Drangsal. Darum mögen auf dich vertrauen, die deinen Namen kennen, denn du verlässest jene nicht, die dich suchen, Herr! Lobsinget dem Herrn, der auf Sion Auf Sion hatte David die Bundeslade aufgestellt. Von dieser her erflossen die Gnaden Gottes. - wohnt! verkündet unter den Völkern seine Großtaten, denn er, der Rächer ihres Blutes, Vergl. [1Mos 9,5]. - gedachte ihrer, vergaß nicht das Rufen der Bedrängten. Erbarme dich meiner, Herr! siehe meine Erniedrigung Bedrängnis, die ich von meinen Feinden leide. - durch meine Feinde, der du mich emporhebst aus den Toren des Todes, Die Tore des Totenreiches sind in der Tiefe. Wer in Todesgefahr gerät, sinkt zu ihnen herab; wer dieser Gefahr entrissen wird, wird emporgehoben, dass jene Tore ihn nicht eingehen lassen und sich hinter ihm schließen. - auf dass ich deine Ruhmestaten verkünde an den Toren In der Versammlung der Gemeinde, öffentlich vor allen. In den Toren wurden Versammlungen und Gericht abgehalten. - der Tochter Sion. Ich will frohlocken ob deines Heiles. Deiner Rettung. - Dahingesunken sind die Heiden ins Verderben, Hebr.: Grube. - das sie mir bereiteten. In dem Fallstricke, den sie heimlich gelegt, verwickelte sich ihr eigener Fuß. Der Herr wird kund werden, Hebr.: Kundtat sich Jahve. - da er Gericht hält, Die Guten belohnend, die Bösen strafend. - in seiner Hände Werke verstrickt sich der Sünder. Hier fügt das Hebräische bei: Higgajon. Sela. Wohl: Harfenspiel. Wechsel des Chores. - Die Sünder sollen in die Unterwelt Nach den Rabbinen in die tiefste Hölle. - gestürzt werden, alle Völker, die Gottes vergessen. Denn nicht auf immer wird der Arme vergessen sein, die Geduld Hebr.: die Erwartung. - der Bedrängten nicht auf immer verloren sein. Erhebe dich, o Herr! nicht überhebe sich der Mensch, Aug. und Euseb. beziehen dies Wort in besonderer Weise auf den Antichrist. - vor deinem Angesichte sollen die Völker gerichtet werden. Sollen Strafe dulden vor deinem Richterstuhle. - Setze einen Gesetzgeber Die Sept. las wohl in ihrer Vorlage Zuchtmeister, Tyrannen. Aug., Hieron. verstehen dies vom Antichrist, während einige Ausleger eine Andeutung auf den Heiligen Geist darin finden, der sie über ihr Elend belehren soll. Hebr.: Bereite ihnen Schrecken, Jahve, lass die Völker erkennen, dass sie Menschen sind. - über sie, o Herr! damit die Völker erkennen, dass sie Menschen sind. Sela. Die Verseinteilung ist im Hebr. einige Male passender als in der Vulgata (und Septuag) – V. 15a der Vulgata gehört im Hebr. noch zu V. 14, der Anfang von V. 16 zu V. 15. – Im Munde des Priesters ist [Ps 9] in seinem ersten Teile bis V. 17 ein Dankgebet für den Sieg, den Christus über den Teufel, das Christentum über das Heidentum errungen hat und in der Kirche noch fortwährend erringt. Weiterhin, besonders von V. 22 an, ist der Psalm flehendes Gebet um Sieg der Kirche über die Gottlosigkeit und um Sieg der Gläubigen in allen gefahren ihres Heils.

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