Römer 11
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
c. Die jetzige Verwerfung Israels, welche Gott in weisester Absicht verhängt hat, wird einst ein Ende haben (Kap. 11): 1) Die Verwerfung trifft nicht das gesamte Volk Israels. (V. 10) 2) Die gegenwärtige Verwerfung der Juden dient zunächst dem Heile der Heiden, zuletzt aber auch Israels. (V. 24) 3) Wenn die Fülle der Heiden eingegangen ist, wird auch die Fülle des Volkes Israel des verheißenen Heiles teilhaftig werden. (V. 32) 4) Schlusswort des dogmatischen Teiles Kap 1 – 11: Preis der göttlichen Güte und Weisheit.
1 Ich sage also: Hat etwa Gott sein Volk verworfen? Der Apostel hat wohl [Ps 93,14] vor Augen. Hat Gott das auserwählte Volk derart verworfen, dass Israel nicht mehr sein Volk ist und kein Teil oder Glied desselben mehr die dem Volke einst von Gott gegebenen Verheißungen auf sich beziehen kann? - Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, aus der Nachkommenschaft Abrahams, vom Stamme Benjamin. Mit großem Nachdrucke hebt der Apostel hervor, dass er aus dem Geschlechte Abrahams und zwar aus dem Stamme ist, welcher mit dem Stamme Juda vereint beständig zum Volke Gottes gehört hatte. Hätte Gott Israel ganz verworfen, so würde er nicht aus diesem Volke Apostel berufen haben. [Roem 1,1] - 2 Nicht hat Gott sein Volk verstoßen, das er vorhergekannt hat. Das er als das seine von Ewigkeit her erkannt und anerkannt hat. Die weitere Erklärung siehe V. 28, 29. Gott hat dies Volk einmal auserwählt, also wird es in seiner Gesamtheit nie verworfen, stets werden einige aus demselben treue Diener Gottes sein. - Oder wisset ihr nicht, was die Schrift im Abschnitte des Elias sagt, wie er vor Gott wider Israel klagt? Daraus, dass das ganze Volk den Glauben an das Evangelium zurückzuweisen scheint, folgt nicht, dass es auch insgesamt von Gott verworfen ist, wie das Beispiel des Elias zeigt. - 3 Herr! sie haben deine Propheten getötet, [1Koe 18,4] - sie haben deine Altäre umgestürzt; und ich bin allein übriggeblieben, Ich allein von allen Anbetern des wahren Gottes. Dann ist niemand mehr im ganzen Volke, der dir gehörte. - und sie trachten mir nach dem Leben. 4 Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? Ich habe mir siebentausend Mann übrig behalten, welche ihre Knie nicht gebeugt haben vor Baal. Baal ist eine die Sonne sinnbildende Gottheit. Die Worte finden sich so nirgends in der heil. Schrift, sind aber leicht aus den Worten, mit denen Gott Elias tröstet, herzuleiten. Die Zahl 7 steht hier wohl für eine unbestimmte Angabe, wie oft z. B. [1Mos 4,15, 3Mos 26,18.24.28] u. a. Gott hat diese Männer, mehrere Taufende, sich bewahrt, d. h. durch seine Gnaden verhindert, dass sie mit den übrigen zum Götzendienste abfielen. Der Apostel führt das Versprechen nicht kurzweg an, sondern leitet aus demselben seine Folgerung ab. - 5 So ist also auch in unserer Zeit Wie einst zur Zeit des Elias: Gott hat sich einige aus Israel erhalten, welche ihren Messias anerkannt und sich dem Evangelium unterworfen haben. Ist gleich die Zahl derselben an sich durchaus nicht gering, so doch im Vergleich zu dem gesamten Volke. - ein Rest nach der Auswahl der Gnade Nach der Wahl, welche aus Gnade geschieht, welche ohne Verdienst und nicht aus Werken ist. - gerettet worden. 6 Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken, denn sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade. Ist die Gnade nicht umsonst, so ist sie keine Gnade (Aug.). Der Begriff Gnade schließt also jede Verpflichtung aus: Nichts von dem, was der Rechtfertigung vorangeht, weder der Glaube, noch die Werke verdienen die Gnade der Rechtfertigung selbst (Konzil v. Trient Sitz 6 Kap. 8). - 7 Wie nun? Was Israel suchte, das hat es nicht erlangt; Weil Israel einen falschen Weg einschlug, und, da es durch seine Werke gerechtfertigt werden wollte, auf den Stein des Anstoßes stieß. Vergl. [Roem 9,30ff, Roem 10,2.3]. - die Auserwählten aber haben es erlangt, die übrigen dagegen wurden verblendet, Ein geringer Teil (der Rest nach Wahl der Gnade V. 5) hat die Gerechtigkeit aus dem Glauben erlangt, die meisten suchten, Gottes Gerechtigkeit verkennend, die eigene [Roem 10,3] und wurden so verblendet, dass sie ihren Messias nicht anerkannten. - 8 wie geschrieben steht: Gott gab ihnen einen Geist der Betäubung, Der heil. Paulus führt [5Mos 29,3.4] frei und dem Sinne nach an. Die Verblendung, welche Moses seinen Zeitgenossen vorwirft, ist ein Vorbild der Verblendung der Juden Christus gegenüber. (Wie das Wort „gab“ zu verstehen ist, siehe [Roem 9,Anm.21]) - Augen, mit denen sie nicht sehen, und Ohren, mit denen sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag. 9 Und David spricht: Dass der Psalm ein messianischer ist, hat der Herr durch seine Anführungen [Joh 15,25] und die Apostel [Joh 2,17, Apg 1,2, Roem 11,9.10, Roem 15,13] so klar gezeigt, dass das fünfte allgemeine Konzil den Theodor von Mopsuestia, der behauptete, es sei nur in angepasstem Sinne von Christus und seinem Reiche zu verstehen, verdammte. Freilich ist der Wortsinn ein vorbildlicher: der Gerechte steht an der Stelle Christi, des Gerechten der Gerechten. - Es werde ihnen ihr Tisch zum Fallstricke, zum Fange, zum Anstoße und zur Vergeltung. Das letzte Wort weist auf die Strafe als strenge Wiedervergeltung hin. Der Tisch ist ohne Bild das göttliche Gesetz oder die heil. Schrift (Orig.), die ihnen zum Fallstricke ward, indem sie, Gottes Gerechtigkeit verkennend, ihre eigene suchten. Wie dies geschehen konnte, sagt der andere Teil des Satzes in Form der Verwünschung voraus. - 10 Verdunkelt werden sollen ihre Augen, dass sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge immerdar! Gott wird ihnen sein Licht entziehen, und in ihrer Seele wird es dunkel werden, so dass sie nicht allein ihr Gesetz nicht mehr verstehen, sondern das Gesetz selbst ihnen auch zu so hartem Joche werden wird, dass es ihren Rücken beugt und sie nicht mehr gerade stehen lässt. - 11 Ich frage nun: Haben sie etwa also angestoßen, um zu fallen? Das sei ferne! Aber durch die Sünde jener ist den Heiden das Heil geworden, damit sie angereizt werden, jenen nachzueifern. Hat Gott den größeren Teil der Juden, indem er ihnen wegen ihres Unglaubens seine Gnaden entzog, derart an dem Steine des Anstoßes zu Falle kommen lassen, dass sie keine Hoffnung haben, wieder aufzustehen? (Cyr. v. Alex., Theoph., Euth.). Obwohl Christus für alle Menschen starb und seinen Aposteln befahl, allen Völkern das Evangelium zu verkünden, wollte Gott dennoch, dass die Heilsbotschaft zuerst den Juden, welchen die Verheißungen gegeben waren, alsdann den Heiden gebracht würde. Da die Juden das Heil zurückwiesen, geschah es, dass die Apostel sich an die Heiden wendeten und diesen vor den Juden das Heil brachten. (Chrys.) Vergl. [Apg 13,46]. So ist der Unglaube der Juden nicht Ursache, sondern Gelegenheit der schnelleren Verkündigung des Evangeliums bei den Heiden. Die Juden sollen also angeeifert werden, gleichfalls in die Kirche einzutreten (Chrys., Ambr.). - 12 Wenn aber ihre Sünde der Reichtum der Welt, und ihre Verringerung Die kleine Zahl, welche das Heil erlangt hat, während die meisten Juden es von sich wiesen. (Chrys., Theod., Sedul.) - der Reichtum der Heiden, wie viel mehr ihre Vollzahl? Ergänze: wird ein Reichtum der Welt, (d. i. hier) der Heiden sein. - 13 Denn euch, den Heiden, Der größere Teil der römischen Gemeinde musste aus Heidenchristen bestehen. - sage ich: Soweit ich Heidenapostel bin, will ich mein Amt verherrlichen, Der einschränkenden Partikel, welche im latein. und griech. Texte steht (quidem) folgt kein aber, dem Gedanken nach ist also zu ergänzen: Ich bemühe mich aber es so zu ehren. - 14 ob ich nicht auf irgendeine Weise die, mit denen ich dem Fleische nach verwandt bin, zur Nacheiferung bewegen und einige von ihnen retten kann. 15 Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, Die Verwerfung entspricht als Strafe dem Vergehen der Juden (V. 12), der Zurückweisung des Glaubens. Die Versöhnung der Welt, durch welche die Heiden Freunde Gottes geworden sind, vergl. [Roem 5,10], entspricht den Worten „Reichtum der Welt“ (V. 12) und „Heil der Heiden“. (V. 11) - was wird ihre Aufnahme anders sein, als Aufleben von den Toten? Diese Worte sind sehr dunkel und haben deshalb die mannigfaltigste Auslegung gefunden. Am besten scheint es, sie als eine Art Sprichwort aufzufassen (Chrys.), welche den höchsten Nutzen oder die größte Glückseligkeit bedeutet (Theoph., Oek.). Der Sinn ist dann ähnlich wie der von V. 12. Freilich sagt der heil. Paulus hier nicht, worin jener Nutzen und jene Glückseligkeit besteht. Der Apostel will also seinerseits auch etwas zur Bekehrung der Juden beitragen. Damit niemand seine Arbeit für vergeblich und seine Hoffnung für eitel halte, zeigt er, dass er die Bekehrung der Juden mit Recht erhofft. - 16 Wenn aber die Erstlinge heilig sind, so ist es auch die Masse; und wenn die Wurzel heilig ist, so sind es auch die Zweige. Die Hoffnung des Apostels gründet sich auf die Heiligkeit der Juden, welche er in zwei Vergleichen nachweist. Ist auch diese Heiligkeit nur eine äußere, gesetzmäßige, so ist sie doch eine solche, welche die innere gleichsam vorbereitet und das Recht auf diese verschafft. Der erste Vergleich ist aus [4Mos 15,19-21] entlehnt. Da die Masse in den Erstlingen dargestellt ist, wird sie mit denselben geheiligt. Die Zweige entspringen aus der Wurzel, also haben sie das Leben derselben in sich. Erstlinge und Wurzel sind die Patriarchen, welche, Gott wohlgefällig und heilig, von Gott die Verheißungen empfingen und ihren Nachkommen überlieferten. - 17 Wenn aber einige Zweige abgebrochen wurden, und du als Schoß eines wilden Ölbaumes auf sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des edlen Ölbaumes teilhaftig geworden bist, Wenn die Heiden hören, dass sie den Juden vorgezogen sind, können sie sich zum Stolze angereizt fühlen. Um dies zu verhüten, führt der Apostel das zweite Bild weiter aus. Nur wegen eurer Verbindung mit Israel seid ihr Heiden in dem Besitz der dem auserwählten Volke verheißenen Güter gelangt. „Einige Zweige“ nennt der Apostel die ungläubigen Juden im Vergleich mit allen Gläubigen des A. T. und mit denen, die einst zu dem Glauben an den Messias kommen werden. - 18 so rühme dich nicht wider die Zweige. Wenn du dich aber rühmst, so wisse: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel dich. Nicht die Juden haben von den Heiden das Heil empfangen, sondern umgekehrt kommt das Heil von den Juden (Thom.). - 19 Du wirst nun sagen: Die Zweige wurden abgebrochen, damit ich eingepfropft werde. Welches auch früher der Vorzug Israels war; jetzt wenigstens sind wir Heiden den Juden vorgezogen und dürfen uns rühmen gegen die Juden, da Gott es in der Absicht zuließ, dass sie von dem messianischen Reiche ausgeschlossen wurden, damit die Heiden in dasselbe eintraten. Denn niemand will etwas verlieren, wenn er nicht etwas Besseres damit gewinnt; wie der Arzt am Fuße eine Wunde lässt, um das Auge zu heilen, so scheint auch daraus, dass die Sünde der Juden den Heiden zum Heile geworden ist (V. 11), zu folgen, dass diese von Gott mehr geliebt werden, als die Juden. (Thom.) - 20 Gut! wegen des Unglaubens sind sie abgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben; sei nicht hoffärtig, sondern fürchte dich! Der Glaube ist ein Geschenk Gottes ohne unser Verdienst, dessen wir uns also nicht rühmen können, und von dem das Heil abhängt. Nun kann aber der Glaube nicht ohne Demut bewahrt werden; also sei nicht hoffärtig, sondern fürchte vielmehr, auch du möchtest, wie jene natürlichen Zweige, den Glauben verlieren und durch den Unglauben abgebrochen werden. - 21 Denn wenn Gott der natürlichen Zweige nicht geschont hat, so möchte er auch deiner nicht schonen. 22 Siehe also die Güte und die Strenge Gottes: gegen die, welche gefallen sind, die Strenge, gegen dich aber die Güte Gottes, wenn du in der Güte beharrst; Mit der Gnade mitwirkend. Der von Gott ohne Verdienst verliehene Glaube wird nur bewahrt, wenn der Mensch mit dem Glauben mitwirkt; ohne vorhergehende Verdienste erlangt, geht der Glaube nur durch die Schuld des Menschen verloren. - sonst wirst auch du abgehauen werden. 23 Aber auch jene werden, wenn sie nicht im Unglauben verharren, eingepfropft werden; denn Gott ist mächtig genug, sie wieder einzupfropfen. Die Macht Gottes erweckt die Hoffnung, er werde, wenn nichts dem entgegensteht, das tun, was er kann: die Juden wieder zu dem messianischen Reiche zulassen. - 24 Denn wenn du von dem wilden Ölbaume, dem du der Natur nach angehörst, abgeschnitten und gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft wurdest, um wie viel mehr werden die, welche der Natur nach ihm angehören, ihrem eigenen Ölbaum eingepfropft werden? 25 Denn ich will euch, meine Brüder! Der Übergang aus der Einzahl in die Mehrzahl zeigt den Heidenchristen, dass der Apostel eine wichtige Sache vorlegt, worauf auch das Wort „Geheimnis“ hinweist. Geheimnis ist im N. T. eine Sache, welche dem menschlichen Verstande an sich unzulänglich ist und nur soweit erkannt und erfasst wird, als Gott sie uns offenbart und kundgibt. Hierher gehört ganz besonders die Berufung der Heiden zur Kirche. - über dieses Geheimnis nicht in Unwissenheit lassen (damit ihr euch nicht selbst erhebet), [Spr 3,7] Damit ihr nicht etwa die Juden als des messianischen Heiles unwürdig verachtet. Das Geheimnis besteht in der Beantwortung der Fragen: Wie lange wird die Verblendung der Juden dauern? Und welches wird dann Israels Los den Heiden gegenüber sein? (V. 26) - dass die Verblendung über einen Teil von Israel gekommen ist, bis die Fülle der Heiden eingeht. 26 Und so Nicht allein die Zeitfolge wird angedeutet, sondern zugleich der ursächliche Zusammenhang: die Bekehrung der Heiden wird auch Israel zur Nacheiferung anregen. (Vergl. V. 11, 14) Dies ist das Geheimnis: Das gesamte Israel wird sich nach der Bekehrung der Heiden der Kirche anschließen und gleichsam durch jene zum Glauben kommen. So wird [Mt 24,14] und [Mk 13,10] weiter geführt. Die Theologen schließen aus dieser Stelle, dass das Ende der Welt nicht herankommt, ehe die Fülle der Heiden und ganz Israel in die Kirche eingetreten und der ganze Erdkreis katholisch geworden ist (oder gewesen ist). Die „Fülle“ der Heiden und „das ganze“ Israel schließen nicht aus, dass einzelne Personen ungläubig bleiben (Thom.). - wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Aus Sion wird der Retter kommen, der die Bosheit von Jakob wegnimmt und abwendet. Ist der Zusammenhang des Eintrittes der Heiden in die Kirche mit der Bekehrung Israels ein Geheimnis, so steht die letztere doch noch aus der heil. Schrift bereits fest. Der heil. Paulus vereinigt zwei Stellen: [Jes 59,20] und [Jes 27,9]. - 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde weggenommen haben. Der Anfang des Heiles, die Hinwegnahme der Sünden, wird in diesem Gliede mehr hervorgehoben. „Mein Bund“ besteht in der Nachlassung ihrer Sünden. - 28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen; hinsichtlich der Auserwählten aber Lieblinge um der Väter willen. Diese Voraussagung musste den Lesern, welche Zeugen der jüdischen Hartnäckigkeit waren, wunderbar erscheinen, deshalb beschreibt der Apostel weiter Gottes weise Absichten. Das Subjekt des Satzes sind die Israeliten (Chrys., Theod.). „In Hinsicht des Evangeliums“: soweit sie das Evangelium, ohne welches das Heil nicht erlangt werden kann, verwerfen. „Feinde“: nämlich Gottes (Theod.) nach seinem jetzigen strengen Gerichte (V. 22, 15, 17), nicht jedoch, soweit die Verheißungen in Betracht kommen. Also kann Israel nicht auf immer verworfen werden. „Um euretwillen“: da die Sünde der Juden die Gelegenheit eures Heiles ist. - 29 Denn Gottes Gnadengaben Zunächst ist wohl von den Israeliten gewährten Vorrechten und der Annahme zum Volke Gottes die Rede. - und die Berufung gereuen ihn nicht. Wenn auch Israel zur Zeit Gottes Zorn unterworfen ist, wird sich dennoch Gottes Liebe einst in der Annahme des ganzen Volkes offenbaren, ähnlich wie es mit den Heiden selbst geschehen ist. - 30 Denn wie auch ihr einst Gott nicht glaubtet, jetzt aber durch ihren Unglauben Gelegentlich ihres Unglaubens. Chrys., Cyr. v. Alex., Theoph. konstruieren: Wie die Heiden gelegentlich des Unglaubens der Juden jetzt schon Barmherzigkeit erlangt haben, so werden die Juden, deren Ungehorsam Gott jetzt zulässt, einst, wenn die Fülle der Heiden in die Kirche eingetreten ist, durch die (gelegentlich der) den Heiden erwiesene Barmherzigkeit zur Nacheiferung angestachelt, Barmherzigkeit erlangen. - Barmherzigkeit erlangt habt, 31 so wurden auch sie jetzt ungläubig wegen eurer Begnadigung, damit auch sie Barmherzigkeit erlangen. 32 Denn Gott hat alles in dem Unglauben Griech.: Ungehorsam, wie auch V. 30. Alles: Juden und Heiden. - eingeschlossen, damit er sich aller erbarme. Wie Gott dies getan, siehe oben [Roem 1]. Dennoch wollte Gott sie dadurch nicht zu Grunde gehen lassen, sondern sich erbarmen. - 33 O Tiefe Unendlichkeit des Reichtums usw., welchen kein menschlicher Verstand zu erfassen und zu durchdringen vermag. Die drei Genitive hängen gleichmäßig von dem Vokativ ab (Orig., Chrys., Theod., Theoph., Euth.), wie sie auch durch drei Fragesätze seinem Ziele geeignet zuzuleiten, und offenbart sich in dem Werke der Erlösung, in dem Gott den Weg wählte, welcher seine allseitige Gerechtigkeit und Vollkommenheit am hellsten offenbarte; die Erkenntnis Gottes ist seine vollkommene Kenntnis aller Dinge, besonders derer, welche am besten zu einem bestimmten Ziele führen. - des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte, und wie unerforschlich seine Wege! Die „Gerichte Gottes“ gelten wohl dem Reichtum der Barmherzigkeit, während die „Wege“ sich auf die Weisheit und Erkenntnis beziehen (Thom.). Dieselben sind für den menschlichen Verstand unerkennbar, ehe Gott sie offenbart, nach der Offenbarung aber noch unerschöpflich. - 34 Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? 35 Oder wer hat ihm zuerst etwas gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Die drei Fragen entsprechen die in V. 33 angeführten Eigenschaften Gottes, so dass die erste sich auf die Erkenntnis, die zweite auf die Weisheit, die dritte auf die Reichtümer bezieht (Theod.). - 36 Denn von ihm und durch ihn und in ihm Richtiger nach dem Griech.: für ihn. - ist alles. Alles, was wahres Sein hat, nicht also die Sünde (Thom.). Alle Dinge sind ihrem Ursprunge nach von Gott, sie werden in der Gegenwart von Gott erhalten, ihr letztes Ziel ist Gott (Basil., Ambr.). - Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Mit dieser Lobpreisung Gottes schließt der Apostel die gesamte Darlegung der Güte und Erbarmung Gottes gegen das Menschengeschlecht, uns zum Vorbilde.
Zitiert in 143
- Dieses Kapitel Summa (EN)(II-II 104.4)Ecclesia In Europa(§7)Ut Unum Sint(§62)Verbum Domini(§43)
- V. 1 Fragen(Judaism)
- V. 2 CCC(¶674)Fragen(Judaism)
- V. 3 Fragen(Judaism)
- V. 4 Fragen(Judaism)
- V. 5 CCC(¶674)Fragen(Judaism)
- V. 6 Summa (EN)(I 62.6
I-II 114.5 Fragen(Judaism)Gaudete Et Exsultate(§53)II-II 177.1 III 59.3) - V. 11 Nostra Aetate(§4)
- V. 12 CCC(¶674)Nostra Aetate(§4)
- V. 13 CCC(¶755)Lumen Gentium(§6
§24) Nostra Aetate(§4) - V. 14 CCC(¶755)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)
- V. 15 CCC(¶674
¶755) Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4) - V. 16 CCC(¶755)Summa (EN)(II-II 78.3
III 27.2) Evangelii Gaudium(§247)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4) - V. 17 CCC(¶60
¶755) Ecclesia In Medio Oriente(§21)Evangelii Gaudium(§247)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43) - V. 18 CCC(¶60
¶755) Ecclesia In Medio Oriente(§21)Evangelii Gaudium(§247)Lumen Ecclesiae(§9)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43) - V. 19 CCC(¶755)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43)
- V. 20 CCC(¶591
¶674 Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43)¶755) - V. 21 CCC(¶674
¶755) Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43) - V. 22 CCC(¶674
¶755) Summa (EN)(III 47.3)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43) - V. 23 CCC(¶674
¶755) Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43) - V. 24 CCC(¶60
¶674 Summa (EN)(III 44.2)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43)¶755) - V. 25 CCC(¶591
¶674 Summa (EN)(III 36.6)Fragen(Judaism)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4)¶755) - V. 26 CCC(¶674
¶755) Fragen(Judaism)Lumen Gentium(§6)Nostra Aetate(§4) - V. 27 Fragen(Judaism)Nostra Aetate(§4)
- V. 28 CCC(¶60)Fragen(Judaism)Lumen Gentium(§16)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43)
- V. 29 CCC(¶839)Summa (EN)(I 23.8
III 50.2 Fragen(Judaism)Ecclesia In Europa(§56)Evangelii Gaudium(§247)Lebanon(§35)Lumen Gentium(§16)Nostra Aetate(§4)Verbum Domini(§43)III 68.5 III 68.6 III 69.2 III 88.1) - V. 30 Nostra Aetate(§4)
- V. 31 CCC(¶674)Nostra Aetate(§4)
- V. 32 CCC(¶1870)Summa (EN)(Suppl 99.2)Misericordiae Vultus(§18)Nostra Aetate(§4)
- V. 33 Summa (EN)(I 14.1)Evangelii Gaudium(§11)Pastores Dabo Vobis(§35)Redemptoris Mater(§14
§18) - V. 34 Summa (EN)(I 23.8
II-II 52.3) Pastores Dabo Vobis(§35) - V. 35 Summa (EN)(I 21.1
I-II 114.1 Pastores Dabo Vobis(§35)I-II 114.2) - V. 36 Summa (EN)(I 44.1
III 32.2) Divinum Illud Munus(§4)Il Fermo Proposito(§27)Marialis Cultus(§49) - V. 86 Marialis Cultus(§49)