Römer 15
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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c. Die Starken sollen, dem Beispiele Christi folgend, die Schwachen tragen. (V. 13) IV. Schlusswort des gesamten Briefes. (15,14 – 16,24) 1. Einiges über die Beziehungen des Apostels zu den römischen Gläubigen: Grund, warum Paulus an die Römer mit Freimut geschrieben hat, (V. 21) und Vorsatz, nach Rom zu kommen.
1 Wir Stärkeren nun müssen die Gebrechlichkeiten der Schwachen tragen, und nicht nach eigenem Gefallen leben. Zu den Mahnungen, jede Gelegenheit zum Ärgernis zu meiden [Roem 14,14] fügt der Apostel eine allgemeine Verhaltensregel bei. Wie in einem Gebäude gewisse Teile, das Fundament und die Säulen, die Last des Ganzen tragen, so werden in dem geistlichen Gebäude der Kirche einige stark gemacht, damit sie die Last der anderen tragen (Thom.). Dies hängt nicht vom freien Willen ab, sondern ist Pflicht („wir müssen“). - 2 Ein jeder von euch sei dem Nächsten gefällig zu seinem Besten, zur Erbauung. Zum geistlichen Nutzen des Nächsten, und damit wir zu seiner größeren Vollkommenheit beitragen. - 3 Denn auch Christus hat nicht sich selbst zu Gefallen gelebt, Derjenige lebt sich zu Gefallen, der nur das Seine sucht, ohne auf das Heil anderer Rücksicht zu nehmen. - sondern wie geschrieben steht: Die Schmähungen derer, die dich schmähten, fielen auf mich. [Ps 68,10] - 4 Denn alles, was geschrieben ist, Nach Gottes Absicht sollte alles, was in's Alte Testament aufgenommen ward, dazu dienen, die Christen zu unterrichten. Seine Kirche hatte Gott im Auge, als er die heil. Schriftsteller inspirierte; denn wenngleich die heil. Schriften zunächst den Juden gegeben sind, verstehen diese seit der Ankunft Christi dieselben nicht mehr, noch wollen sie es. - ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Geduld und den Trost aus der Schrift die Hoffnung haben. Damit wir in den Heimsuchungen dieses Lebens die Standhaftigkeit übend und durch den Trost, den die heil. Schriften in ihren Verheißungen gewähren, uns stärkend die Hoffnung auf die ewige Seligkeit haben, festhalten und in ihr wachsen. - 5 Der Gott der Geduld und des Trostes Der Urheber der Geduld und des Trostes. Der Apostel nimmt die in V. 1 gegebene Mahnung wieder auf. Diese beiden Gaben sind den Römern zur Wiederherstellung und Bewahrung der Eintracht vor allem notwendig. Die Starken bedürfen der Geduld, damit sie die Skrupeln der Schwachen, tragen die Schwachen, welche von den Starken betrübt sind, des Trostes. - aber gebe euch, dass ihr eines Sinnes untereinander seiet Jesus Christus gemäß; Nach dem Willen und Vorbilde Jesu Christi. - 6 damit ihr einmütig mit einem Munde Im Herzen einmütig, mit gleichem Bekenntnisse des Mundes. - Gott und den Vater unseres Herrn Jesus Christus Gott, der Christus seiner heiligsten Menschheit nach geschaffen und seiner heil. Gottheit nach aus sich gezeugt hat, so wahrhaft Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. - preiset. 7 Darum Ist auch die Eintracht ein Geschenk Gottes, so müssen die Menschen doch zu ihrer Erhaltung mitwirken. So werden sie Gott preisen. - nehmet euch einer des andern an, wie auch Christus sich eurer annahm zur Ehre Gottes. Wie Christus Juden und Heiden in seine Freundschaft aufgenommen hat, um so Gottes Ehre zu mehren. - 8 Denn ich sage: Jesus Christus ist Diener der Beschneidung Der Juden. - geworden, um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen; Gottes Ehre ist in verschiedener Weise durch die Aufnahme der Juden und der Heiden gemehrt worden: die Juden hat Gott gewissermaßen aus Gerechtigkeit aufgenommen, weil es ihren Vorvätern verheißen war, die Heiden aus Barmherzigkeit. Da nun beide von Christus angenommen und zu einem Leibe vereint sind, müssen sie einmütig Gott, den Treuen und Barmherzigen, preisen. - 9 die Heiden aber preisen Gott um seiner Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich unter den Völkern preisen, o Herr! und deinem Namen lobsingen. [2Sam 22,50, Ps 17] ist typisch (vorbildlich). - 10 Und wiederum sagt die Schrift: Freuet euch, ihr Völker, mit seinem Volke! Nach der Sept. - 11 Und abermals: Lobet den Herrn alle Völker, und preiset ihn alle Nationen! Etwas anders der hebr. Text. - 12 Und wiederum spricht Isaias: Es wird geschehen, die Wurzel Jesse und der, welcher sich erhebt, die Völker zu beherrschen, auf ihn werden die Völker hoffen. Die Heiden werden sich bekehren, aber gleichsam den zweiten Platz im messianischen Reiche einnehmen, da sie sich an Israel anschließen müssen, dem die Verheißungen zu Teil geworden. - 13 Der Gott der Hoffnung aber Die letzten Worte des Propheten veranlassen den Apostel, der römischen Gemeinde, welche zum größeren Teile aus Heidenchristen bestand, diesen Segen zu wünschen. - erfülle euch mit jeglicher Freude und Frieden im Glauben, auf dass ihr überreich seiet in der Hoffnung und in der Kraft des Heiligen Geistes! Auf dass ihr mehr und mehr wachset in jener Hoffnung auf das ewige Leben, welche nicht trügt. Die Hoffnung ist die Frucht jenes Friedens mit Gott und jener geistigen Freude, welche alle genießen, die, mit Gott versöhnt, nicht mehr die Schrecken der Hölle fürchten. Diesen Frieden und die damit verbundene Freude erwerben und besitzen wir durch den Glauben, durch den wir gerechtfertigt werden. - 14 Ich bin aber auch selbst, meine Brüder! in Betreff eurer versichert, Ob die Römer aus den Ermahnungen des heil. Paulus vermuten konnten, er habe eine weniger günstige Meinung von ihnen? Jedenfalls redet er mit großem Nachdrucke: obgleich ich euch ermahnt habe, habe ich dennoch diese feste Überzeugung. - dass auch ihr voll seid der Liebe, Griech.: Güte des Herzens im Gegensatze zu Sündhaftigkeit, also: jegliche Tugend. (Chrys.) - erfüllt mit aller Erkenntnis, so dass ihr euch einander ermahnen könnet. Ohne dass ihr nötig habt, von anderen ermahnt zu werden. - 15 Indes habe ich an euch, Brüder! zum Teile freimütiger geschrieben, um euch daran zu erinnern, kraft der mir von Gott verliehenen Gnade, Der heil. Paulus entschuldigt nicht sowohl seinen Brief und dessen Inhalt, als er vielmehr die Bedeutung desselben durch sein Amt erklärt. Wohl bin ich überzeugt, dass auch ihr selbst einander ermahnen könnt, dennoch habe ich es auch getan, wegen meines besonderen Berufes. - 16 dass ich ein Diener Jesu Christi bei den Heiden bin, und den heiligen Dienst am Evangelium Gottes verrichte, damit die Darbringung der Heiden wohlgefällig werde, geheiligt durch den Heiligen Geist. Durch die Taufe wird der Christ Christus als Glied zuerteilt, um in ihm geistigerweise gekreuzigt zu werden und zu sterben. Da nun Christus sich am Kreuze dem Vater aufopfert, müssen auch wir uns opfern als des Heilandes Glieder. Die Apostel dienen bei diesem geistigen Opfer gleichsam als Diener, welche das Opfer vorbereiten und dem höchsten Priester darstellen. So wird ihre Predigt zu einem Teile des Opfers. Ähnlich [Roem 12,1] (Orig., Chrys., Theoph.) - 17 Und so kann ich mich in Christus Jesus dessen rühmen, was Gott betrifft. Er kann sich rühmen in seiner Vereinigung mit Christus, dessen Diener er ist und der durch ihn wirkt, und betreffs der ihm von Gott verliehenen Gnade. - 18 Denn ich vermesse mich nicht, Aus Bescheidenheit wählt der Apostel die verneinende Form. Der Apostel will sich nur dessen rühmen, was Christus durch ihn gewirkt hat. - etwas von dem zu sagen, was Christus durch mich nicht gewirkt hat, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Tat, 19 in Kraft von Zeichen und Wundern, in Kraft des Heiligen Geistes; so dass ich von Jerusalem an ringsum bis nach Illyrien Jerusalem ist die Südgrenze seines Arbeitsfeldes, Illyrien die Nordgrenze. In der gesamten, zwischen diesen Punkten gelegenen Länderstrecke hat Paulus das Evangelium so verkündet, dass er dort nicht mehr zu wirken braucht (V. 23). - die frohe Botschaft von Christus verkündet habe. 20 So aber So nämlich. - hab' ich es gehalten, dass ich dieses Evangelium nicht da gepredigt habe, wo Christi Namen bekannt war, damit ich nicht auf fremdem Grunde bauete; sondern wie geschrieben steht: 21 Die, welchen keine Kunde von ihm geworden ist, werden sehen; und die nicht gehört haben, werden verstehen. Der Prophet spricht im allgemeinen von den Völkern, welchen noch nichts von dem Messias verkündet ist; Paulus überträgt die Worte durch eine Art Allusion auf diejenigen, zu denen die Predigt anderer Apostel noch nicht gedrungen ist. - 22 Darum bin ich auch vielfach verhindert worden, zu euch zu kommen, und bin auch gehalten bis zur Stunde. Der letzte Zusatz: Und bin usw. fehlt im Griech. und vielen lat. Handschriften. - 23 Da ich nunmehr aber in diesen Gegenden keinen Wirkungskreis habe, schon seit vielen Jahren her aber das Verlangen habe, zu euch zu kommen, 24 so hoffe ich, wenn ich meine Reise nach Spanien antreten werde, euch auf der Durchreise zu sehen, Die römische Kirche muss also lange vor dem Jahre 58 gegründet sein; mit Recht also wird diese Stelle angerufen, um das Zeugnis der Geschichte zu bestätigen, nach dem Petrus im Jahre 42 nach Rom kam. - und von euch dorthin das Geleite zu empfangen, wenn ich euch zuvor einigermaßen Er deutet an, dass keine Zeit im Stande wäre, sein Verlangen ganz zu stillen (Chrys.). Der heil. Paulus zeigt den römischen Christen auch sonst großes Vertrauen, da er nicht nur von ihnen für die Reise ausgestattet werden will, sondern selbst Begleiter aus Rom mitzunehmen wünscht, die ihn in Spanien empfehlen. - genossen habe. 25 Jetzt aber reise ich nach Jerusalem, den Heiligen zu dienen. Vergl. [Apg 20,3-21, Apg 24,17]. - 26 Denn Macedonien und Achaja fanden für gut, für die Armen unter den Heiligen zu Jerusalem eine Beisteuer zusammenzubringen. 27 Sie fanden es für gut, sie sind auch deren Schuldner; denn wenn die Heiden an deren geistigen Gütern An dem Evangelium und seinen Gütern. - teilgenommen haben, so sind sie schuldig, ihnen auch mit den leiblichen zu Diensten zu sein. Der griech. Ausdruck kennzeichnet das Almosenspenden als eine Art Gottesdienst. - 28 Habe ich nun dieses vollbracht und ihnen diesen Ertrag eingehändigt, so will ich bei euch hindurch nach Spanien reisen. 29 Ich weiß aber, Nicht durch eine Offenbarung, sondern aus der Erfahrung. - dass, wenn ich zu euch komme, ich in Fülle des Segens des Evangeliums Christi Mit den Gnaden, welche Christus durch seine Predigt ihnen gewähren wird. Der Apostel nahm sich damals (Ende 58 oder Anfang 59) zwei Reisen vor: nach Jerusalem und nach Spanien. Nur die erstere durfte er zur Zeit wirklich ausführen, die zweite über Rom viel später, da er im Frühjahre des Jahres 62 als Gefangener nach Rom kam. - kommen werde. 30 Ich bitte euch also, Brüder! bei unserm Herrn Jesus Christus und bei der Liebe des Heiligen Geistes, In Christus sind wir eines, verbunden durch den Heiligen Geist, der seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen hat. - dass ihr mir helfet mit eurem Gebete für mich zu Gott, Griech.: dass ihr durch Gebet für mich bei Gott mit mir ringen wollet. - 31 damit ich von den Ungläubigen, die in Judäa sind, errettet werde und das Opfer meiner Dienstleistung den Heiligen zu Jerusalem angenehm sei; Zwei Bitten. - 32 damit ich mit Freuden zu euch komme, nach dem Willen Gottes, Alles indes überlassen wir dem Willen Gottes, der vielleicht nach seiner Weisheit nicht jeden Wunsch erfüllt. Vergl. [Roem 10,1]. und mich mit euch erquicke. 33 Der Gott des Friedens aber sei mit euch allen! Amen.
Zitiert in 47
- Dieses Kapitel Summa (EN)(I 21.4)Ad Sinarum Gentem(§14)
- V. 1 Summa (EN)(II-II 32.2)
- V. 4 Summa (EN)(II-II 62.3
II-II 83.8 Dei Verbum(§14)Pastores Gregis(§3II-II 185.1 III 51.2) §15) Sacrosanctum Concilium(§33)Spiritus Paraclitus(§1)Verbum Domini(§40) - V. 5 CCC(¶520
¶2627) Spes Non Confundit(§4) - V. 6 CCC(¶2627)
- V. 7 Ecclesia In Europa(§28)
- V. 8 Summa (EN)(III 7.7
III 42.1) Ecclesia In Europa(§28)Evangelium Vitae(§51) - V. 9 Ecclesia In Europa(§28)
- V. 10 Ecclesia In Europa(§28)
- V. 11 Ecclesia In Europa(§28)
- V. 12 Ecclesia In Europa(§28)
- V. 13 CCC(¶162
¶2627 Ecclesia In Europa(§28)Redemptor Hominis(§18)Spes Non Confundit(§18)¶2657) - V. 14 Ecclesia In Europa(§28)
- V. 16 CCC(¶1070)Ad Gentes(§23)Gaudium et Spes(§38)Lumen Gentium(§21)Octogesima Adveniens(§37)Presbyterorum Ordinis(§2)
- V. 19 CCC(¶693)
- V. 20 Summa (EN)(III 42.1)
- V. 26 Sacramentum Caritatis(§90)
- V. 27 CCC(¶1070)Summa (EN)(II-II 187.4)
- V. 30 CCC(¶2629)Summa (EN)(II-II 83.7
Suppl 72.2)