Römer 16
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
2. Empfehlung der Phöbe. Grüße an viele Freunde. (V. 16) 3. Grüße anderer an die Römer. (V. 24) 4. Feierliche Lobpreisung.
1 Ich empfehle euch aber Phöbe, unsere Schwester, die im Dienste der Kirche zu Kenchreä ist, Phöbe überbrachte diesen Brief, der sie gleichsam in die römische Gemeinde einführen soll. Sie ist als Christin die Schwester des Apostels und als Diakonissin dem Dienste der Armen und Pilger geweiht. Kenchreä war der Hafen von Korinth am Ionischen Meere, etwa 800 Schritt von der Stadt entfernt. - 2 dass ihr sie im Herrn, wie es Heiligen ziemt, Wie es sich geziemt, Christen aufzunehmen. - aufnehmet, und ihr beistehet in allen Anliegen, in denen sie eurer bedarf; denn auch sie hat vielen beigestanden, und auch mir selbst. Wie sie andern beigestanden, so stehet auch ihr bei. Worin sie dem heil. Paulus einen Dienst geleistet, ist nicht bekannt; ebenso wenig, zu welchem Zwecke sie nach Rom reiste. Wie überaus freundlich und im Umgange liebenswürdig muss der heil. Paulus gewesen sein, der, von tausend Sorgen in Anspruch genommen, von unzähligen Trübsalen heimgesucht, so viele grüßt, und dies nicht nur ihre Namen nennend, sondern auch ihre besonderen Eigenschaften beifügend! Sicher konnte Paulus seine Romreise nicht besser vorbereiten. Wie lieb der Apostel den Römern war, zeigt die Erzählung [Apg 28,15]. - 3 Grüßet Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, 4 (welche für mein Leben ihren Hals eingesetzt haben, Wo Aquilas und Priska dies getan, war den römischen Christen wohl bekannt, ist uns jedoch unbekannt. Vielleicht geschah es in Korinth [Apg 18,12ff], vielleicht zu Ephesus. [Apg 9,23ff] - denen nicht allein ich, sondern auch alle Gemeinden der Heiden danksagen) 5 und grüßet die Versammlung in ihrem Hause. Grüßet meinen geliebten Epänetus, welcher der Erstling Asiens in Christus ist. Epänetus war der erste bekehrte Heide aus der römischen Provinz Asien. Vielleicht führten ihn Aquilas und Priska zum Glauben. - 6 Grüßet Maria, Maria war wohl eine Diakonissin von jüdischer Herkunft, welche sich in Rom durch Werke der Liebe oder des Eifers ausgezeichnet hatte. - welche sich viele Mühe um euch gemacht hat. 7 Grüßet Andronikus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen, Juden oder Stammesgenossen (Benjamiten) oder Verwandte? - welche bei den Aposteln angesehen sind, die auch vor mir in Christus waren. Wer so spricht, demütigt sich, um andere desto wirksamer zu loben. - 8 Grüßet meinen im Herrn teueren Ampliatus. 9 Grüßet Urbanus, unsern Mitarbeiter in Christus Jesus, Wohl ohne im engeren Verhältnisse zu dem Apostel zu stehen, da wir sonst nichts von ihm wissen. - und meinen teueren Stachys. 10 Grüßet Apelles, den in Christus Bewährten. 11 Grüßet die Hausgenossen des Aristobolus. Grüßet Herodion, meinen Verwandten. Grüßet die Hausgenossen des Narcissus, welche im Herrn sind. Die Christen sind. Diese Worte sind wohl auch im ersten Satzgliede zu ergänzen. Ob Aristobolus und Narcissus dieselben sind, welche das römische Martyrologium als heilige nennt, steht nicht fest. Aristobolus war vielleicht einer der Enkel des Herodes d. Gr. Herodion gehörte wohl zu dessen Freigelassenen. Alsdann war Narcissus der mächtige Freigelassene und Freund des Kaisers Klaudius. Übrigens werden beide hier nicht selbst, sondern ihre Hausgenossen werden gegrüßt. - 12 Grüßet Tryphäna und Tryphosa, welche sich im Herrn mühen. Nach dem römischen Martyrologium waren Tryphäna und Tryphosa Schwestern aus Ikonium, welche zugleich mit der heil. Thekla von Paulus bekehrt wurden. Bei den Männern fügt Paulus mehrfach hinzu: „meine“, bei den Frauen nicht. - Grüßet die teuere Persis, die im Herrn viel Mühewaltung gehabt hat. 13 Grüßet Rufus, den Auserwählten im Herrn, Höchstwahrscheinlich ist dies der bei [Mk 15,21] erwähnte Rufus. Der heil. Paulus muss mit der Familie auf das engste befreundet gewesen sein. - und seine und meine Mutter. 14 Grüßet Asynkritus, Phlegon, Hermas, Patrobas, Hermes und die Brüder, die bei ihnen sind. 15 Grüßet Philologus und Julia, Nereus und dessen Schwester, und Olympias und alle Heiligen, die bei ihnen sind. 16 Grüßet einander im heiligen Kusse. Von den Juden, welche sich mit einem Kusse begrüßten, vergl. [Lk 7,45, Lk 22,48, Mt 26,48] ging der Kuss als Zeichen der gegenseitigen Liebe auf die ersten Christen über. Dass aber alles Sinnliche dabei ausgeschlossen erschien, zeigen die Namen für denselben. - Es grüßen euch alle Gemeinden Christi. Wie wir oft im Namen Abwesender grüßen, die, wenn gebeten, gern ihren Gruß dem unsrigen beifügen würden, so hier Paulus. (Theod.) Dieser Gruß, der alle anderen Gemeinden vereint zeigt, veranlasst den Apostel, einige Mahnungen einzufügen, ehe er die Grüße seiner Freunde anschließt. - 17 Ich bitte euch aber, Brüder! dass ihr euch in Acht nehmet vor denen, welche Spaltungen und Ärgernisse verursachen der Lehre entgegen, die ihr gelernt habt; und meidet sie. Der Apostel redet von zukünftigen Gefahren, von judaisierenden Irrlehren, wegen deren er den Römern schon jetzt Erkundigung einzuziehen befiehlt, um dieselben, wenn sie nach Rom kommen, zu erkennen und ihre Gemeinschaft zu fliehen. Paulus fordert nicht auf, mit ihnen zu disputieren, denn solche Dispute mit Irrlehrern führen zu nichts, als zur Verwirrung der Zuhörer. - 18 Denn solche Menschen dienen nicht unserm Herrn Christus, sondern ihrem Bauche; Sie suchen nicht die Ehre Christi, sondern nur, wie sie herrlich leben können. - und mit süßen Worten und Schmeicheleien verführen sie die Herzen der Arglosen. Die unschuldigen Seelen urteilen über andere nach sich. - 19 Denn Denn: Begründung zu V. 17. Ich bitte euch. Es folgen zwei einander entgegengesetzte Satzglieder. Meine Mahnung scheint vielleicht nicht notwendig zu sein, wenn allein der Glaube der Römer in Betracht kommt, dessen Ruf zu allen Gemeinden gedrungen ist; sie ist aber notwendig wegen der Arglist und Bosheit der Feinde, welche von den Gläubigen große Klugheit und Einfalt erheischt. - euer Gehorsam ist allerorten kund geworden. Darum freue ich mich über euch; aber ich wünsche, dass ihr weise seiet im Guten und einfältig im Bösen. Weise werden die Römer sein, wenn sie sich nicht durch den äußeren Schein und die schmeichelnden reden der judaisierenden Irrlehrer verblenden lassen und das wahre Gute, welches sie von den Aposteln empfangen, mit dem Scheingute falscher Lehrer vertauschen. Einfältig im Bösen werden sie sein, wenn sie, wie die kleinen Kinder, gleichsam das Böse nicht einmal erfassen können. - 20 Der Gott des Friedens aber zertrete den Satan alsbald unter euern Füßen. Die Römer sollen den Mut nicht verlieren. Geeigneter ist die Lesart: Gott wird zertreten. Eine vollständige Vernichtung des Feindes und ihres Hauptes, des Satans, wird verheißen, zu der auch die Römer durch ihre Weisheit (V. 19) ihren Teil beitragen sollen. Wo Gott und die Römer vereint gegen den Satan und dessen Diener kämpfen, wird der Sieg auch schnell davongetragen werden. - Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch! 21 Es grüßt euch Timotheus, In anderen Briefen gesellt er dessen Namen dem seinen in der Überschrift bei. (2. Kor., Phil., Kol., 1Thess., 2 Thess., Philem.) - mein Mitarbeiter, auch Lucius und Jason Vielleicht der [Apg 17,5ff] erwähnte. - und Sosipater, Wohl der [Apg 20,4] genannte, der mit Jason und dem heil. Paulus die Kollekte überbringt. - meine Verwandten. Genossen desselben Stammes. - 22 Ich, Tertius, der diesen Brief geschrieben, grüße euch im Herrn. Tertius, dessen sich der Apostel bei Abfassung dieses Briefes als seines Schreibers bedient hat, fügt diesen seinen eigenen Gruß auf Veranlassung des Apostels bei. - 23 Es grüßt euch Kajus, mein Gastfreund, und die ganze Gemeinde. Es grüßt euch Erastus, der Schatzmeister der Stadt, und der Bruder Quartus. Kajus ist der [1Kor 1,14] genannte, ein reicher und vornehmer Bürger von Korinth. Wahrscheinlich war auch Erastus ein solcher. Von Quartus ist weiter nichts bekannt. - 24 Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch allen! Amen. 25 Dem aber, der mächtig ist, euch zu stärken nach meinem Evangelium und der Verkündigung Jesu Christi, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, welches seit ewigen Zeiten verborgen war, Von Ewigkeit her hatte Gott vor, seinen Sohn zu senden, doch wollte er, dass dieser sein Heilsplan verborgen blieb, bis Christus ihn ausführte und die Apostel ihn der ganzen Welt verkündeten. - 26 (welches nun mittelst der Schriften der Propheten nach der Anordnung des ewigen Gottes Die Prophezeiungen waren zu dunkel, als dass sie vor ihrer Erfüllung verstanden werden sollten; ja selbst nachdem sie in Erfüllung gegangen, musste Christus noch nach seiner Auferstehung den Jüngern den Sinn derselben erschließen (Thom.). Die Anordnung Gottes erwähnt der Apostel, um zu sagen, dass die Verkündigung mit Autorität statthat. Derselbe ewige Gott, der alles Verborgene kennt [Dan 13,42], hat jetzt dieses Geheimnis verkünden lassen. Zum Gehorsame des Glaubens: d. i. zu dem Ziele, für das auch Paulus das Apostelamt empfangen hat. Vergl. [Roem 1,5]. - kundgemacht ist zum Gehorsam des Glaubens), das unter allen Völkern bekannt gemacht worden ist, 27 dem allein weisen Gott, Zu der V. 25 gedachten Macht Gottes kommt seine Weisheit hinzu: Gott ist allein weise; er ist der Urheber der Weisheit, der nicht weise heißt, weil er an der Weisheit teil hat, sondern die Weisheit hat ihren Ursprung von ihm (Orig.). - ihm sei Ehre und Preis durch Jesus Christus von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Diese große Lobpreisung steht bei vielen Vätern und in vielen Handschriften nicht an dem Orte, den der heil. Paulus ihr angewiesen zu haben scheint. Die Grüße wurden in der alten Kirche bei den öffentlichen Lesungen wahrscheinlich ausgelassen. Die feierliche Doxologie, mit der das Kapitel endet, wollten die Christen aber nicht gern missen, und da sie zu kurz war, um ein besonderes Lesestück zu bilden, zogen sie es vor, dieselbe einem anderen Lesestücke anzuschließen. Deshalb setzten sie, da Kap. 15 einen geeigneten Schluss hat, die Doxologie nach [Roem 15,13]. Gewiss aber wollte der heil. Paulus diesen herrlichen Brief nicht endigen, ohne dem mächtigen und weisen Gott durch Jesus Christus Preis zu sagen, und so den Römern eine genauere und tiefere Erkenntnis der Lehre von der Allgemeinheit der Erlösung und der Berufung der Heiden zu vermitteln.
Zitiert in 90
- Dieses Kapitel Christifideles Laici(§35)Redemptoris Missio(§53)
- V. 1 Summa (EN)(II-II 187.2)Fragen(Women in the Church)Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) Mulieris Dignitatem(§27) - V. 2 CCC(¶2087)Summa (EN)(II-II 187.2)Fragen(Women in the Church)Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 3 Apostolicam Actuositatem(§1
§10) Christifideles Laici(§35§45 Familiaris Consortio(§54)Lebanon(§45)Lumen Gentium(§33)§49 §59) - V. 4 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) Familiaris Consortio(§54) - V. 5 Amoris Laetitia(§15)Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 6 Summa (EN)(II-II 26.10)Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) Mulieris Dignitatem(§27) - V. 7 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 8 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 9 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 10 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 11 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 12 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) Mulieris Dignitatem(§27) - V. 13 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 14 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 15 Apostolicam Actuositatem(§1)Christifideles Laici(§49
§59) - V. 16 Apostolicam Actuositatem(§1)
- V. 25 CCC(¶2641)Summa (EN)(I 10.1)Catechesi Tradendae(§53)Dei Verbum(§16)Fides Et Ratio(§7)Redemptoris Missio(§53)
- V. 26 CCC(¶143
¶1204 Catechesi Tradendae(§53)Dei Verbum(§5¶2087 ¶2641) §16) Familiaris Consortio(§51)Fides Et Ratio(§7)Lumen Fidei(§29)Reconciliatio Et Paenitentia(§35)Redemptoris Custos(§4)Redemptoris Mater(§13)Redemptoris Missio(§53)Verbum Domini(§25)Veritatis Splendor(§66) - V. 27 CCC(¶2641)Summa (EN)(II-II 103.1)Redemptoris Missio(§53)