C. In Bethlehem sammelt Ruth Ähren auf einem Acker; durch göttliche Fügung kommt sie auf den Acker des Booz, eines reichen Bethlehemiten, Verwandten des Elimelech. (V. 7) 2. Göttliche Belohnung der Pflichttreue Ruths. (2,8 – 4,22) A. Ruth findet Gnade vor Booz, da er vernommen, wie sie sich gegen ihre Schwiegermutter verhalten und dass sie unter den Schutz des Herrn geflohen sei. Sie sammelt reichliche Gaben an Lebensmitteln und Getreide, sie sie ihrer Schwiegermutter bringt.
1Elimelech aber, ihr Mann, hatte einen Verwandten, einen mächtigen und wohlhabenden Mann,Die Vulgata übersetzt dasselbe Wort zweimal verschieden. - namens Booz.2 Und Ruth, die Moabitin, sagte zu ihrer Schwiegermutter: Befiehlst du, so gehe ich auf das Feld und lese die Ähren, die den Händen der Schnitter entgehen, wo ich immer bei einem gütigen Hausvater Gnade finde.Dem Gesetze [3Mos 19,9, 3Mos 23,22, 5Mos 24,19] entsprechend. Nicht alle scheinen die Vorschrift beobachtet zu haben, wie V. 22 zeigt. Die beiden Frauen litten Not. - Diese antwortete ihr: Gehe hin, meine Tochter!3 Da ging sie hin und las Ähren auf hinter den Schnittern her.Emsig sammelnd, (V. 7) - Es traf sich aber, dass dieser Acker einem Manne namens Booz gehörte, der aus der Verwandtschaft Elimelechs war.Durch Gottes Fügung kam sie hierher. -4 Und siehe, er kam aus Bethlehem und sprach zu den Schnittern: Der Herr sei mit euch!Mit Gott vermag man alles. - Sie entgegneten ihm: Der Herr segne dich!5 Da sprach Booz zu dem Jünglinge, der über die Schnitter gesetzt war: Wem gehört dieses MädchenOder: junge Frau. - an?Er kannte alle Bethlehemiten, doch nicht sie. -6 Er antwortete ihm: Es ist eine Moabitin, welche mit Noemi aus dem Lande Moab gekommen ist;7 sie hat gebeten, hinter den Schnittern hergehend, die Ähren auflesen zu dürfen, die zurückbleiben; und sie steht seit dem Morgen bis jetzt auf dem Felde und ist nicht einen Augenblick nach Hause zurückgekehrt.8 Da sprach Booz zu Ruth: Höre, meine Tochter!Booz ist also bereits älter Ruth noch jung. - gehe auf keinen andern Acker zum Auflesen und verlass diesen Ort nicht, sondern halte dich an meine Mägde,Diese banden wohl. -9 und wo sieIm Hebr.: Maskul: die Schnitter. - schneiden, da folge ihnen; denn ich habe meinen Knechten geboten, dass niemand dir wehre. Und wenn dich dürstet, so gehe hin zu den Gefäßen und trinke von dem Wasser, von dem auch die Knechte trinken.10 Da warf sie sich auf ihr Angesicht, neigte sich nieder zur Erde und sprach zu ihm: Woher kommt mir dies, dass ich in deinen Augen Gnade gefunden habe und du dich gewürdigt hast, mich, ein fremdes Weib, zu kennen?11 Er antwortete ihr: Es ist mir alles kund geworden, was du an deiner Schwiegermutter nach dem Tode deines Mannes getan hast; und dass du deine Eltern und das Land, in dem du geboren, verlassen hast und zu einem Volke gegangen bist, welches du vorher nicht kanntest.Anklang an [1Mos 12,1]. -12 Der Herr vergelte dir dein Tun und du mögest den vollen Lohn von dem Herrn, dem Gott Israels, erlangen, zu dem du gekommen bist und unter dessen FlügelSchutz, Vorsehung. Vergl. [2Mos 19,4, 5Mos 32,11] u.a. - du dich geflüchtet hast.13 Da sprach sie: Ich habe in deinen Augen Gnade gefunden,Hebr.: Lass mich finden. - mein Gebieter; du hast mich getröstet und hast zu dem Herzen deiner Magd gesprochen, obwohl ich doch keiner deiner Mägde gleich bin!Ich bin ja nur eine Fremde. -14 Booz sprach zu ihr: Wenn die Essenszeit da ist, so komm hierher und iss Brot und tauche deinen Bissen in den Essig. Da setzte sie sich neben die Schnitter, und er legte ihr Röstkorn vor, und sie aß und wurde satt und nahm das, was übrig blieb, an sich.Ruth und Booz
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Bilder bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.15 Hierauf stand sie auf, um nach ihrer Gewohnheit wieder Ähren zu sammeln. Booz aber gebot seinen Knechten und sprach: Wenn sie auch mit euch schneiden wollte,Richtiger: Zwischen den Garben hin sammeln wollte. Zwischen den Garben fanden sich mehr einzelne Ähren und die Mäher konnten diese noch aufraffen. - so verwehret es ihr nicht;16 auch werfet von euern Garben geflissentlich etwas hin und lasset es liegen, dass sie es ohne Scheu auflese, und niemand schelte sie, wenn sie sammelt.17 So las sie denn auf dem Felde auf bis zum Abend; und als sie das, was sie gelesen hatte, mit dem Stabe ausschlug und ausklopfte, fand sie etwa ein Epha Gerste, das ist drei Maß.Etwa 39,39 Liter. -18 Diese nahm sie auf und ging in die Stadt zurück und zeigte sie ihrer Schwiegermutter; darauf zog sie das hervor, was sie übrig behalten hatte von der Speise, von der sie sich gesättigt hatte, und gab es ihr.19 Da fragte ihre Schwiegermutter sie: Wo hast du heut gesammelt und wo hast du gearbeitet? Gesegnet sei der, welcher sich deiner erbarmt hat! Sie teilte ihr mit, bei wem sie gearbeitet hatte, und sagte, dass der Name des Mannes Booz heiße.20 Da antwortete ihr Noemi: Gesegnet sei er von dem Herrn! denn dieselbe Gnade, die er den Lebenden erwiesen, hat er auch den Toten bewahrt!Hebr.: Gesegnet sei er von Jahve, da er seine Gnade nicht den Lebendigen und den Toten entzogen hat. - Und wiederum sprach sie: Der Mann ist unser Verwandter!Hebr.: Von denen einer, welcher uns aus der Witwenschaft zu erlösen haben. -21 Ruth sprach: Auch das hat er mir befohlen, ich solle mich so lange zu seinen Schnittern halten, bis alle Saaten eingeerntet seien.22 Ihre Schwiegermutter sagte zu ihr: Es ist besser, meine Tochter, dass du mit seinen Mägden hinausgehest, um zu ernten, damit niemand auf einem fremden Acker dir wehre!23 So hielt sie sich zu den Mägden des Booz und ernteteHebr.: sammelte. - mit ihnen so lange, bis Gerste und Weizen in die Scheuern gebracht waren.An die Gerstenernte schloss sich nach 2 oder 3 Wochen die Weizenernte an.