Weisheit 12
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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2. Der Segen der Weisheit und das Unglück der Torheit zeigen sich auch im Untergang der Kananiter, der auch Gottes Barmherzigkeit zeigte, die jenen Zeit zur Buße ließ und sie zur Erkenntnis des einen wahren Gottes führen wollte.
1 O Herr, wie gut und lieblich ist dein Geist in allem! Wie gütig und nachsichtig also bist du mit allen Geschöpfen! – Griech.: Denn dein unvergänglicher Geist ist in allem, d.i. Gott durchdringt vermöge seiner Unermesslichkeit alles. Unvergänglich ist der Hauch (Geist) Gottes in allen, weil durch ihn die symbolisierte Seele teilhat an der Unvergänglichkeit Gottes. – Die Übersetzung der Vulgata ist eine freiere. - 2 Daher züchtigst du diejenigen, die fehlen, nicht nach Verdienst, Nicht nach aller Strenge, sondern nach deiner Liebe, die nur soviel Strafe auferlegt als notwendig ist, um den Sünder zurückzuführen. Gott straft nicht so lange, nicht so viel, nicht so schnell, als die Sünde es an sich verdient. - weisest sie über das, wodurch sie sich versündigt haben, mahnend zurecht, damit sie von der Bosheit ablassen und an dich glauben, In liebetätigem Glauben. – Die dargelegte Wahrheit bezieht sich auch auf die Kananiter, wie der Übergang V. 3 zeigt. - o Herr! 3 Zwar jene alten Bewohner Die eigentlichen Kananäer. - deines heiligen Landes, die dir ein Greuel waren, 4 weil sie dir verhasste Dinge durch Zauberei und gottlose Opfer Vergl. [3Mos 18,21]. - trieben 5 und erbarmungslos ihre Kinder töteten, Hinweis auf den Molochsdienst. - menschliche Eingeweide fraßen Der Genuss von Menschenfleisch und Menschenblut, namentlich zu magischen Zwecken, war im heidnischen Aberglauben nicht selten. - und Blut Menschenblut. - aus der Mitte deines Heiligtums Die Verschiedenheit der griechischen Lesarten lässt keine sichere Auslegung des Textes zu. Nach einigen: fernab von deinem Heiligtum, von deinem Gesetze. Nach anderen: mitten aus dem Opfer weg. – In der Tat war das Blut Gott vorbehalten: [1Mos 9,3ff] und [3Mos 17,14]. Ist nun das Blut des Menschen so heilig, dass für dasselbe Tierblut Gott geopfert werden soll, wie groß war da der Frevel jener, die nicht nur den Ersatz, sondern Menschenblut selbst genossen und vergossen? - schlürften, 6 und Eltern, die Vernichter hilfloser Seelen, wolltest du durch die Hand unserer Väter austilgen, 7 damit diese eine der Kinder Gottes würdige Heimstätte empfingen, das Land, das dir vor allen andern teuer Griech.: geehrt. Dorthin hatte Gott die Patriarchen geführt. - ist. 8 Allein auch jener schontest du, weil sie Menschen waren, und entsandtest als Vorläufer deines Heeres die Hornisse, Wespen. Siehe [2Mos 23,28, 5Mos 7,20]. - um sie nach und nach Vergl. V. 2. - auszurotten. [Jos 24,12] - 9 Nicht als wärest du nicht so mächtig gewesen, die Gottlosen im Kampfe den Gerechten zu unterwerfen oder sie durch wilde Tiere oder durch ein hartes Wort auf einmal zu vertilgen 10 sondern um nach und nach das Gericht zu vollziehen, gewährtest du Raum zur Buße, wiewohl dir wohl bewusst war, dass ihr Geschlecht ruchlos und ihre Bosheit wie zur Natur geworden war und dass ihr Sinn sich in Ewigkeit nicht ändern konnte. Sie bereiteten sich selbst eine Unmöglichkeit zur Bekehrung, während sie, wenn sie gewollt, sich hätten zum Guten wenden können (wie Rahab und zum Teil die Gabaoniter). - 11 Denn von Anbeginn an waren sie ein verfluchtes Geschlecht. [1Mos 9,25] - Auch nicht aus Furcht vor jemanden hattest du Nachsicht mit ihren Sünden. Ähnlich der Heiland über die Juden [Lk 13,34]. - 12 Denn wer dürfte zu dir sagen: Was hast du getan? Oder wer wollte deinem Urteilsspruche sich widersetzen? Das Folgende lautet im Griech.: Oder wer wird dich anklagen wegen Vernichtung von Völkern, die du geschaffen hast? Oder wer wird dir entgegentreten als Rächer ungerechter Völker? – Vier Gründe, die beweisen, dass Gott nicht aus Furcht vor jemanden sein Urteil gemildert. - oder wer vor dein Angesicht treten, um ruchlose Menschen zu verteidigen? Oder wer dir Schuld beimessen, wenn Völker zugrunde gehen, die du geschaffen hast? 13 Es ist ja außer dir kein anderer für alles Sorge tragender Gott, dass du zu beweisen hättest, dass du kein ungerechtes Urteil fällst. Oder: Es ist kein Gott außer dir, der du ja Sorge trägst für alles, um (durch die liebreichen Erweise deiner Sorge) zu zeigen, dass dein Gericht kein zu strenges, kein ungerechtes ist. - 14 Weder König noch Herrscher Unumschränkter, mächtiger Herr. Nach anderen: Weder ein rechtmäßiger König noch ein Gewaltherrscher. - kann dir unter die Augen treten und dich über die zur Rede stellen, die du vernichtet hast. 15 Da du also gerecht bist, ordnest du alles nach Gerechtigkeit; auch hältst du es für unvereinbar mit deiner Macht, den zu verurteilen, der keine Strafe verdient. Nur eine Schranke hat Gottes Strafgewalt und diese ist keine äußere, sondern innere, seine Heiligkeit und Gerechtigkeit selbst. - 16 Denn deine Macht ist der Grund deiner Gerechtigkeit; Grund der Gerechtigkeit: Gott ist von jedem Geschöpfe unabhängig; von seiner Allmacht stammt jedes Geschöpf und jede Kraft des Geschöpfes, so ist weder in ihm noch im Geschöpfe ein Grund, eines dem anderen auf Kosten der Gerechtigkeit zu bevorzugen; er kennt als Schöpfer aller Dinge alle Kräfte. - und weil du der Herr aller Dinge bist, erzeigst du dich schonend gegen alle. Gott hat alles erschaffen und liebt sein Werk. Andere Gründe siehe [Weish 11,24ff]. - 17 Denn V. 17 enthält die Lösung einer Schwierigkeit, V. 8 den Hauptgrund. - du zeigst denen deine Macht, die an deine Allmacht nicht glauben, Vergl. [Weish 1,3]. - und ahndest an denen, welche von dir nichts wissen wollen, ihre Vermessenheit. 18 Du richtest aber, o Herrscher der Stärke, Der du Herr deiner Macht bist, oder: Mächtiger Herrscher. - mit Sanftmut und regierst uns mit großer Nachsicht; denn das Können steht dir zu Gebot, wenn du nur willst. 19 Durch solches Walten hast du dein Volk gelehrt, Gott hat bei einer Handlung viele Ziele. - dass der Gerechte auch menschenfreundlich sein muss, Vergl. [Mt 6,44ff]. - und erwecktest in deinen Kindern die frohe Hoffnung, dass du, wiewohl Richter, Fehlt im Griech. - Gelegenheit zur Buße bei den Sünden gewährst. 20 Denn wenn du die, welche Feinde deiner Diener Oder: Deiner Kinder. (V. 19) - und des Todes schuldig waren, mit so großer Langmut Die griechischen Lesarten sind verschiedenartig. Am besten: Mit Aufmerksamkeit (mildernde Umstände suchend) und mit Nachsicht. - straftest, dass du ihnen Zeit und Gelegenheit gabst, von ihrer Bosheit abzustehen: 21 mit wie großer Sorgfalt Dass du ja nicht zu hart strafest. - richtest du nicht da deine Söhne, deren Vätern du Eidesschwüre und Bündnisse guter Verheißungen gegeben hast! 22 Während du uns also züchtigst, schlägst du unsere Feinde mit vielfältigen Griech.: tausendfältigen. - Plagen, damit wir deiner Güte gedenken, wenn wir richten, und wenn wir gerichtet werden, auf deine Barmherzigkeit hoffen. Ist dies nicht ein Widerspruch gegen V. 20? Durchaus nicht. Die Schonung zeigte sich in seiner Langmut, die Strenge, als die Zeit der Langmut verstrichen war. Ferner ist die Strenge nur relativ zu nehmen: im Verhältnis zu ihren Sünden und im Vergleich zur liebevollen Behandlung der Kinder. - 23 Daher Weil du deine und unsere Feinde so vielfach züchtigtest, hatten die Strafen derselben noch besondere verschärfende Umstände. - hast du auch die, welche in ihrer Torheit und Ungerechtigkeit dahinlebten, Griech.: in Torheit des Lebens dahinlebende (verharrende) Ungerechte. - eben durch das auf das stärkste gepeinigt, was sie verehrten. Sind die Kananiter oder die Ägypter gemeint? Der Ausdruck: unsere Feinde (V. 24) weist in der Zeit der Abfassung dieses Buches auf die Letzteren. Zudem passt die Beschreibung der Verehrung heiliger Tiere nur auf sie, wie auch V. 27 auf [2Mos 5,2] hinweist und mit [Weish 11,4] parallel ist. - 24 Denn sie wandelten allzu lange Nach anderen: allzu weit; ihr Irrtum ging über den größten Irrtum der Menschen hinaus. - auf dem Wege des Irrtums, indem sie das für Götter hielten, was selbst im Tiergeschlechte das Verächtlichste Griech.: was selbst unter den Tieren der Feinde das Verächtlichste ist. - ist, und wie unverständige Kinder dahinlebten. 25 Darum sandtest du über sie wie über unvernünftige Kinder Sie ließen sich wie Kinder in törichter Weise betrügen. - das Strafgericht zur Verhöhnung. 26 Sie aber, durch Spott und strafende Mahnung nicht gebessert, erfuhren ein Gericht, Gottes würdig. 27 Denn durch eben die Dinge, über die sie sich in ihrem Leiden erbosten, nämlich durch eben das, was sie für Gottheiten hielten, sahen sie sich vertilgt und sie, welche vorher Gott nicht zu kennen behaupteten, erkannten ihn als wahren Gott. In der [Weish 11,14] bezeichneten und [Weish 10,19] angegebenen, hier auch am Schlusse wiederholten Weise: Sie erkannten ihn, aber diese Erkenntnis war für sie ohne Frucht, deshalb kam die Vollendung des Gerichtes über sie. Griech.: Denn an denselben, über die sie sich betrübten, als sie dadurch litten, nämlich an denselben, die sie für Götter hielten, sahen sie, als sie durch sie gestraft wurden, den, welchen sie vorher nicht zu kennen behauptet und erkannten ihn als wahren Gott. Deshalb brach dann die Vollendung ihrer Verdammnis über sie herein.
Zitiert in 19
- V. 1 Divino Afflante Spiritu(§30)Maximum Illud(§28)
- V. 2 Amoris Laetitia(§91)Maximum Illud(§28)
- V. 10 Summa (EN)(I 63.4
III 2.12) - V. 15 Amoris Laetitia(§91)
- V. 16 Amoris Laetitia(§91)
- V. 17 Amoris Laetitia(§91)
- V. 18 Summa (EN)(II-II 158.1
II-II 158.8) Amoris Laetitia(§91)Maximum Illud(§28) - V. 19 Spes Non Confundit(§22)
- V. 20 Compendium of the Social Doctrine of the Church(489)Spes Non Confundit(§22)
- V. 21 Spes Non Confundit(§22)
- V. 22 Spes Non Confundit(§22)
- V. 26 Evangelium Vitae(§32)