Weisheit 14

Die Ausgaben hier ziehen die Grenze zwischen einigen Versen dieses Kapitels an verschiedenen Satzteilen, sodass ein Zitat neben dem falschen Satz landen kann.

Torheit der Verehrung selbstgemachter Götzen. (V. 7) Zukünftige Strafen des Götzendienstes. (V. 11) 2. Ursprung der göttlichen Verehrung von Bildern von Menschen. (V. 20) Schaden dieser Verehrung für die Sitten.

Wieder ein anderer denkt eine Seefahrt zu unternehmen und im Begriff, die Reise durch die wilden Fluten anzutreten, ruft er ein Holzstück an, gebrechlicher als das ist, welches ihn trägt. Denn dieses Holz hat die Gier nach Erwerb erdacht und der Künstler mit seiner Geschicklichkeit hergestellt; Ursachen, weshalb das Schiff fester gemacht ist: weil man durch die Fahrt desselben möglichst große Schätze sammeln will, sodann weil Gottes Hand das Schiff lenkt, da hier der Mensch seine Kräfte den Absichten Gottes entsprechend entwickelt. Das Götzenbild aber ist ohne Kunst und Anstrengung und ohne so ernsten Zweck verfertigt und ist ein Abscheu vor Gott. - deine Vorsehung aber, o Vater! Vergl. [Weish 11,11]. - leitet es; denn auch im Meere hast du einen Weg bereitet und einen gar sicheren Pfad mitten durch die Fluten, Anspielung auf den Durchzug der Israeliten durch das rote Meer. - zum Beweis, dass du mächtig bist, aus allem zu erretten, auch wenn jemand sich ohne Kunst auf das Meer wagt. Und damit die Werke deiner Weisheit nicht wirkungslos seien, Griech.: Aber du willst nicht, dass die Werke deiner Weisheit wirkungslos seien usw. Antwort auf den möglichen Einwand: Warum führt Gott nicht ohne Schiffe und Kunst über das Meer? Gott will, dass die Fähigkeiten, welche er in die Dinge gelegt, entwickelt werden. Seine Vorsehung zeigt sich wirksamer, wenn sie untergeordnete Ursachen wirken lässt, als wenn sie selbst stets eingreift. - deshalb vertrauen die Menschen sogar einem geringfügigen Holze ihr Leben an und kommen glücklich im leichtgezimmerten Fahrzeuge über das Meer. Ja, auch als vor alters die hochmütigen Riesen umkamen, [1Mos 6,4] - flüchtete die Hoffnung des Erdkreises Noe mit seiner Familie. - auf ein Floß, Die Arche war gegenüber der Sündflut, was ein gewöhnliches Floß den Wogen des Meeres gegenüber. - welches deine Hand leitete, und hinterließ der Welt einen Samen der Nachkommenschaft. Denn gesegnet ist das Holz, durch welches Gerechtigkeit Gute, Gottes Willen entsprechende Zwecke. Vergl. [1Tim 4,4]. Wenn aber jedes Holz gesegnet ist, durch das Gerechtigkeit geschieht, so umso mehr das Kreuzholz Christi, welches das Kreuz der Gerechtigkeit im vorzüglichsten Sinne geworden ist. - gewirkt wird. Aber ein von Menschenhänden gemachtes Götzenbild ist verflucht, es selbst und der es gemacht hat; dieser, weil er es gefertigt, jenes, weil es, wiewohl etwas Zerbrechliches, Gott genannt ward. Beide sind Gott gleich verhasst, der Gottlose und seine Gottlosigkeit. Das gottlose Werk: die Menschen, soweit sie gottlos handeln. (Hieron.) - Denn Erkenntnisgrund. Wir erkennen Gottes Hass aus der Strafe. - das Gebilde wird mit dem Bildner zugleich der Strafe verfallen. Die leblosen Wesen werden nicht so gestraft wie die Menschen und die bösen Geister, in dem, was jene trifft. Die Strafe des Götzendienstes ist Tod, Untergang an Leib und Seele, das Götzenbild wird zur Strafe für den Menschen (und auch für den bösen Geist, [1Kor 10,20]) vernichtet. - Darum werden auch die Götzen der Heiden keine Nachsicht finden, Griech.: Deshalb wird auch über die Götzen der Heiden Gericht gehalten werden. Vergl. [Jer 10,16]. - weil sie aus Gottes Geschöpfen zum Abscheu geworden sind, zur Verführung für die Seelen der Menschen und zur Falle den Füßen der Toren; denn der Anfang der Buhlerei Abgötterei (Raban, Bonavent.) d.i. vollendeter Abfall von Gott und Versunkensein in alle Laster. Die abgöttische Gesinnung ist zunächst nur dem eigen, der die Götzenbilder verfertigt, doch werden diese anderen ein Grund der Abgötterei. - ist das Ersinnen von Götzenbildern und ihre Einführung ist Entartung des Lebens. Denn sie waren nicht von Anbeginn Sondern wahre Gottesverehrung. - noch werden sie ewig bleiben. Durch menschlichen Irrwahn Der aber verschuldet ist (V. 8-10) und somit strafwürdig. - sind sie in die Welt gekommen und darum ward ein schnelles Ende für sie beschlossen. Auf Wahn gegründet, tragen sie den Keim des Unterganges in sich. So ist ihr Bestehen kurz im Vergleich zur Dauer der Welt, ja noch mehr zur ewigen Dauer der Wahrheit. - Denn Beweis des Verfassers, dass Menschenwahn die Götzenbilder eingeführt hat und sie nicht ursprünglich sind, aus Beispielen seiner Zeit. - von herber Trauer gebeugt, machte ein Vater sich das Bild eines ihm schnell entrissenen Sohnes und fing nun an, denjenigen, der unlängst als Mensch gestorben war, als einen Gott zu verehren und ordnete unter seinen Untergebenen heiligen Dienst und Opfer Eigentlich bedeutet das griechische Wort jede Feierlichkeit und religiösen Brauch. - an. Als dann im Laufe der Zeit die gottlose Gewohnheit überhandnahm, wurde dieser Irrwahn wie ein Gesetz beobachtet und auf der Gewalthaber Geheiß wurden Menschengebilde verehrt. Auch von denjenigen, welche die Menschen nicht gegenwärtig verehren konnten, weil sie zu weit weg wohnten, ließ man sich die Gestalt von fernher bringen und sie machten sich ein sichtbares Bild des Königs, den sie ehren wollten, auf dass sie ihn, den Abwesenden, ebenso eifrig verehrten, Griech.: zu schmeicheln. - wie wenn er gegenwärtig wäre. Zur Förderung der Verehrung derselben aber trieb jene, welche nicht daran dachten, auch des Künstlers außerordentliche Sorgfalt. Denn um jenem zu gefallen, der ihn in Dienst genommen hatte, wandte er alle seine Kunst an, die Ähnlichkeit zur höchsten Vollendung zu bringen. Möglichst zu idealisieren. - Der große Haufe aber, hingerissen durch die Schönheit des Werkes, hielt den, der kurz vorher nur als Mensch geehrt wurde, nun für einen Gott. Das wurde die Ursache zur Täuschung für das menschliche Leben, Für die Lebenden und ihre Sittlichkeit. - dass die Menschen entweder ihrer Neigung folgend oder ihren Königen zu Gefallen, den unmittelbaren Namen Den Namen Gottes, die richtige Vorstellung von Gott. - Steinen und Holz beilegten. Und nicht genug, dass sie in der Erkenntnis Gottes geirrt haben, nennen sie sogar so viele und so große Übel Frieden, während doch ihr Leben ein großer Kampf der Unwissenheit ist. Es war praktische Unwissenheit, die die Menschen mit sich im eigenen Innern und mit den Nebenmenschen in beständigen Kampf verwickelte, in dem kein Recht mehr heilig gehalten, keine Sitte mehr geachtet ward. - Denn da sie entweder ihre Söhne opfern oder sonst unheimliche Opfer darbringen oder Nachtwachen voll Aberwitzes halten, Griech.: Denn entweder kindermörderische Feste oder geheime Mysterien oder wahnsinnige, absonderliche Bräuche, Festlichkeiten feiernd. – Der Gebrauch der Kinderopfer erhielt sich bis unter den Prokonsul Tiberius im zweiten Jahrhundert v. Chr. in Afrika. - bewahren sie weder Leben noch Ehe rein, sondern einer tötet den andern aus Neid oder betrübt ihn durch Ehebruch und alles findet sich in buntem Gemisch durcheinander: Blut, Mord, Diebstahl und Trug, Verderbtheit, Treulosigkeit, Aufruhr, Meineid, Beunruhigung der Guten, Gottvergessenheit, Griech.: Undankbarkeit. - Befleckung der Seelen, Geschlechtsverwechslung, Unbeständigkeit der Ehen, Unordnung des Ehebruchs und der Unzucht. Denn die Verehrung der unseligen Götzen ist alles Übels Ursache, Anfang und Ende. Sie rasen, wenn sie sich ergötzen, oder weissagen doch Lügen oder leben ungerecht oder schwören unbedenklich Meineide. Bestätigung des V. 23-27 Gesagten durch die Erfahrung des Lebens. - Denn da sie auf leblose Götzen vertrauen, befürchten sie nicht Schaden zu leiden, wenn sie falsch schwören. Der letzte Grund, weshalb sie falsch schwören, liegt in ihrem Götzendienst, der ihnen die Vorstellung einer göttlichen strafenden Macht abgestumpft hat. Da sie aber doch beim Eide an die Gottheit denken und sich so verfehlen (nicht gegen die Götzen, aber gegen den wahren Gott), so sind sie straffällig. - Darum wird sie für beides Für ihren Götzendienst und ihren Meineid. - die gerechte Strafe treffen, weil sie übel von Gott dachten, indem sie Götzen anhingen und falsch schworen, in Trug die Gerechtigkeit verachtend. Griech.: mit Hinterlist schwörend in Verachtung der Heiligkeit (des Eides). - Denn nicht die Macht derjenigen, bei denen man schwört, sondern die den Sündern bestimmte Strafe wird stets über die Übertretung der Ungerechten kommen. Die Meineidigen werden gestraft wegen der Bosheit ihres dem Gewissen widerstehenden Herzens.

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