Weisheit 15

Gegensatz zum Schaden der göttlichen Verehrung von Menschen: Nutzen der Erkenntnis des wahren Gottes. (V. 6) 3. Erneute Schilderung der Torheit des Götzendienstes.

Du aber, unser Gott! Der Gegensatz gilt wohl nicht nur der Erkenntnis an sich, sondern auch den Folgen desselben. Hat der Götzendienst Verderben im Gefolge, so die Verehrung des wahren Gottes vollendete Gerechtigkeit und Wurzel der Unsterblichkeit. (V. 3) - bist gütig und wahrhaft, langmütig und über alles voll Erbarmen waltend. Denn Griechisch: Denn wenn wir gesündigt haben, sind wir dein. Wir wollen aber nicht sündigen, wissend, dass wir dir zugezählt sind. - wenn wir auch sündigen, sind wir doch dein, deine Größe Wohl die in V. 1 aufgezählten Eigenschaften. Doch ist V. 11, 24 ff: 12, 16, 18 auch Gottes Macht und Herrschaft (griech. hier) als Grund der Liebe und Barmherzigkeit Gottes angegeben. Das Lateinische bietet eine sehr freie Übertragung. Im Griech. sind Gegensätze: Wir sind nicht verloren, wenn wir sündigen, wie die Götzendiener, welche kein Vertrauen auf eine unendliche göttliche Barmherzigkeit haben; ja, wir werden gar nicht sündigen, weil die Erkenntnis des wahren Gottes und seines Verhältnisses zu uns von der Sünde abhält, während der Götzendienst zur Sünde führt. - wohl kennend; und wenn wir nicht sündigen, so wissen wir, dass wir dir zugehören. Durch Schöpfung, Erhaltung, Erwählung, Wunder usw. - Denn dich erkennen ist vollkommene Gerechtigkeit und deine Gerechtigkeit und Macht kennen ist die Wurzel der Unsterblichkeit. Vergl. [Jer 9,23.24, Joh 17,3]. - Denn nicht hat uns menschlicher Kunst arge Erfindung in Irrwahn geführt noch ein gemalter Schatten, eine unfruchtbare Arbeit, nämlich ein Schnitzwerk Griech.: eine Gestalt beschmutzt (einem hässlichen Gegenstande gewidmet) mit mancherlei Farben. - mit bunten Farben bemalt, dessen Anblick des Toren Lust reizt, dass er die leblose Gestalt eines toten Bildes Gegenstandes. - lieb gewinnt. Die Liebhaber des Bösen Insofern der Götzendienst nur Böses bringt. - sind es wert, auf solche Dinge ihre Hoffnung zu setzen, Sie haben es durch ihre Torheit und Schlechtigkeit verdient, dass Gott dies zulässt. - sowohl die, welche sie verfertigen, wie die, welche sie lieben und verehren. Der Beweis für beides folgt alsbald. - Mühsam knetet ja auch der Töpfer die Erde weich und macht daraus verschiedene Gefäße zu unserm Gebrauche. Ein Herz, das solches tut, hat allen Sinn für Wahres und Edles verloren. Die geschilderte Torheit [Weish 13,10.11-14; 15ff] wird durch diese Verfertigung von irdenen Götzen noch übertroffen, aber über alles Törichte hinaus geht der Tierdienst. [Weish 15,18] vergl. [Weish 12,24]. - Aber von demselben Tone macht er Gefäße, welche reinem Ziele dienen, und ebenso solche für das Gegenteil; Alles, was er verfertigt, macht er aus Ton, in der Bestimmung der Gefäße allein liegt ihre Verschiedenheit. - wozu aber ein jedes von diesen Gefäßen gebraucht werden soll, entscheidet der Töpfer. So bildet er mit verwerflicher Mühe aus dem nämlichen Tone einen Gott, er, der kurz zuvor selbst aus Erde gebildet worden und in kurzem wieder dahin zurückkehrt, woher er genommen ist, wenn dies Darlehen der Seele, Die Seele ist der Erde, aus der der Mensch gebildet ist, nur gleichsam als Darlehen gewährt. - das er genoss, von ihm gefordert wird. Jedoch seine Sorge ist nicht, dass er bald krank werden wird, noch, dass sein Leben so kurz ist, sondern er wetteifert mit Gold- und Silberarbeitern, Gerade den Stoff dazu benutzend, der ihn lebhaft an seine Nichtigkeit erinnern sollte. - ahmt die Erzgießer nach und macht sich einen Ruhm daraus, Trugbilder Welche das Aussehen von Gold, Silber, Erz haben. Im Griech. erinnert das Wort Trugbilder an Schlacken. Daher das nun folgende Bild: Sein Herz ist Asche, ist zu Metallasche ausgebrannt. - zu formen. Denn sein Herz ist Asche und seine Hoffnung nichtiger als Erde und sein Leben verächtlicher als Ton, Denn diese hat doch Bestand und lässt aus sich etwas Nützliches machen, seine Hoffnungen aber sind nichtig, weil ohne Gegenstand, und sein Leben verächtlicher als Ton, weil dieser seinen Platz ausfüllt, nicht aber ein solcher Mensch, der seinen Schöpfer misskennt. - kennt er doch den nicht, Durch strafbare Unwissenheit. - der ihn gebildet und der ihm eine tätige Seele eingehaucht und den Lebensodem eingeblasen hat. Vielmehr halten sie unser Leben für ein Spiel, des Lebens Aufgabe für Trachten nach Gewinn Griech.: für einen gewinnreichen Jahrmarkt. - und glauben, man müsse aus allem, auch aus dem Bösen, Gewinn ziehen. Ein solcher weiß ja, dass er mehr als alle andern sündigt, indem er aus irdenem Stoffe zerbrechliche Gefäße und Bildwerke verfertigt. Die irdene Ware ist gebrechlich, aus demselben Tone werden Geschirre zum täglichen Gebrauch und auch Götzen gemacht, der Stoff ist der geringste. - Aber alle Toren Nicht allein der Tonarbeiter. - und die über die Maßen unseligen Stolzen Der Text der Vulgata ist wohl nicht ganz unverderbt. Griech.: unselig mehr als die Seele eines unmündigen Kindes. - sind die Feinde deines Volkes, jene seine Unterdrücker. Die ägyptischen Griechen, die Ptolemäer. - Denn alle Götzen der Heiden halten sie für Götter, die doch weder ihre Augen zum Sehen brauchen können noch ihre Nase zum Einatmen der Luft noch ihre Ohren zum Hören noch die Finger ihrer Hände zum Betasten und deren Füße nicht minder träge zum Gehen sind. Denn ein Mensch hat sie gemacht und einer, dem selbst der Odem geliehen ist, sie gebildet; Nur Gott, der kraft seiner Wesenheit lebt, kann Leben schaffen. - kein Mensch vermag ja, einen ihm auch nur ähnlichen Götzen zu machen. Denn da er selbst sterblich ist, formt er mit ruchlosen Händen nur Totes. Er selbst ist ja besser als die, welche er verehrt; denn, wenn auch sterblich, lebt er doch, jene aber niemals. Aber auch die verächtlichsten Tiere Oder: die Tiere, das Verächtlichste. - verehren sie, denn mit der Unvernunft der anderen verglichen, sind sie noch viel schlechter als diese. Es ist unsinniger, ein Tier zu verehren als ein Götzenbild. - Nicht einmal ihr Anblick vermag dem Beschauer ein Wohlgefallen zu gewähren, sondern sie sind dem Lobe Gottes und dessen Segen entzogen. Sie werden dem Dienste Gottes entzogen und zum Bösen gemissbraucht. Demgemäß ist V. 18 „die verächtlichen Tiere“ nicht von der natürlichen Hässlichkeit, sondern von der Abscheulichkeit zu verstehen, die sie durch die Verehrung bekommen.

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