Weisheit 2
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Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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d. Die Sünder, welche die Unsterblichkeit leugnen und sich allen Lastern hingeben (V. 9), den Gerechten bedrücken und ihn dem schimpflichsten Tode überliefern wollen (V. 20), sind in schwerem Irrtum, da sie nicht erkennen, dass der Mensch für die ewige Seligkeit geschaffen, der zweite Tod aber erst durch den Neid des Teufels in die Welt gekommen ist.
1 Sie Die Gottlosen. [Weish 1,16] - denken nämlich Dass sie würdig sind, dem Tode zu verfallen, zeigen ihre Gedanken und Worte. - bei sich verkehrt und sagen: Kurz und verdrießlich Voller Beschwerden. - ist die Zeit unsers Lebens und es gibt keine Rettung beim Ende des Menschen, Nichts vom Menschen wird gerettet. - auch ist keiner bekannt, der aus dem Totenreiche zurückgekehrt wäre. Der Schluss ist falsch. Da er aber gewollt ist, ist nur zu antworten, was Abraham [Lk 16,13] sagt. – Einige erklären das Griech im Sinne von erlösen: Ein Erlöser vom Totenreiche hat sich noch nicht gefunden. - 2 Denn aus nichts Von selbst. Griech.: von ungefähr ohne Eingreifen eines höheren Wesens. - wurden wir geboren und werden nachher sein, als wären wir nicht gewesen; ist doch der Atem in unserer Nase ein Dunst Durch das Atmen findet sich das physische Leben an. Das Hauptorgan des Atmens ist die Nase. - und die Rede Das innere Wort. - ein Fünkchen bei der Bewegung unsers Herzens. 3 Ist dieses erloschen, so wird unser Leib zu Asche und der Geist verfliegt wie dünne Luft; unser Leben verschwindet wie die Spur einer Wolke Die Wolke verschwindet, ohne eine Spur zu hinterlassen. – Dass der Mensch in seinem menschlichen Leben und Handeln von den Organen des Körpers wesentlich abhängt, ist jenen ein willkommener Anhaltspunkt, das Wesen des Menschen selbst in diese Erscheinungen zu setzen. - und zerfließt wie Nebel, der von den Strahlen der Sonne verscheucht und von ihrer Wärme herabgedrückt worden. Sind wir ohne Plan einer göttlichen Vorsehung entstanden durch zufälliges Zusammentreffen der Atome, so kann man nicht auf ein unvergängliches Sein der Seele schließen und aus dem natürlichen Verlangen nach Glückseligkeit folgen, dass die Vorsehung, die uns in dieses Dasein gesetzt, dem Menschen auch zu der ihm zukommenden Entwicklung und Seligkeit führen werde. Der Augenschein lehrt ferner, dass mit dem Tode von der Seele nichts mehr zu sehen ist. Die Erfahrung lehrt sodann auch, dass noch keiner aus der Unterwelt zurückgekehrt ist. Nun ist endlich auch klar, dass das Denken ein rein physikalischer Vorgang ist, durch das Herz ähnlich hervorgebracht, wie durch den Anschlag des Feuersteins der Funke, und das Atmen wie der Rauch des Brandes. Oberflächliche Betrachtung des Lebens bietet ihnen Stoff zur Beschönigung ihrer inneren Herzensbosheit, und so verhüllen sie ihr schlechtes Leben scheinbar mit dem Mantel der Vernünftigkeit und Rechtmäßigkeit. - 4 Auch unser Name wird zeitig vergessen werden und niemand wird unserer Werke gedenken. Im Griech. steht dieser Vers vor: unser Leben verschwindet. - 5 Denn Koordiniert zu V. 2ff. Neuer Grund zur Veranschaulichung der Vergänglichkeit des Menschen, insbesondere des Andenkens. - wie das Vorübergehen eines Schattens Unselbständig und unwirklich. - ist unsere Lebenszeit und unser Ende kennt keine Wiederkehr, denn diese ist fest verschlossen und niemand kehrt zurück. Man stirbt nicht zweimal, und ist jemand gestorben, kann man nicht mehr zurückkehren. - 6 Darum Praktische Konsequenzen des Systems: Lasset uns genießen (V. 6-10), die Schwachen unterdrücken (V. 10-12), den Gerechten, der uns in unserem Glücke stört, vernichten. (V. 12-21) - kommet und lasset uns die gegenwärtigen Griech.: Die wirklichen gegenwärtigen Güter. – Gegensatz: die übersinnlichen Güter, insbesondere die zukünftigen. - Güter genießen, mit Hast das Geschaffene gebrauchen, so lange wir jung sind. 7 Köstliche Weine und Salben wollen wir in Fülle gebrauchen und keine Lenzesblüte entgehe uns. 8 Mit Rosen Eigentlich: Rosenknospen, die sich noch nicht zerblätternde Rose. - wollen wir uns bekränzen, ehe sie verwelken; es gebe keine Flur, die unsere Lust nicht durchstreift. Zahlreiche Anklänge an solchen Reden finden sich bei den griechischen Dichtern. - 9 Keiner von uns gehe leer aus bei unserm Wohlleben, überall wollen wir Zeichen der Freude hinterlassen; Vergl. [Weish 5,13]. - denn dies ist unser Anteil und dies unser Los. 10 Lasset uns den armen Gerechten Den sogenannten Gerechten. Arm – hilflos. Die Grausamkeit geht mit der Wollust Hand in Hand. Doch auch im Atheismus liegt das „Recht des Stärkeren“. Die Fülle der sinnlichen Freuden reicht nur für wenige, und ist das Ich einmal der Mittelpunkt aller Bestrebungen, so kommt der Nebenmensch nur so weit in Betracht, als er diesen dient. Nur wer in dem Mitmenschen das Kind desselben himmlischen Vaters sieht und in übernatürlichen Gütern das höchste Gut findet, vermag dem Nächsten voll gerecht zu werden. - vergewaltigen und nicht der Witwe schonen noch Ehrfurcht haben vor den grauen Haaren hochbetagter Greise. 11 Unsere Macht gelte als Gesetz der Gerechtigkeit, denn was schwach ist, erweist sich als unnütz. Wenn man sie fragt, mit welchem Rechte sie das tun, was V. 10 geschildert ist, antworten sie: Mit dem Rechte des Stärkeren – wie die wilden Tiere. Daraus, dass der Schwache nichts vermag, zeigt sich, dass ihm in der Welt kein Platz gebührt. - 12 Lauern wir also dem Gerechten auf, denn er ist uns unnütz und steht unsern Werken entgegen und die Sünden wider das Gesetz Das Gesetz Moses. - wirft er uns vor und bringt uns in übeln Ruf wegen der Sünden gegen unsere Erziehung. Steigerung der Motive des Hasses: Er dient uns zu nichts in unserer Lust, ja er stört uns darin – sein Denken und sein Wesen ist gegen unser Treiben gerichtet – seine Worte halten uns unsere Verfehlungen vor – er bringt uns in den Ruf, dass wir zuchtlos leben (gegen unsere religiösen Bildung). - 13 Er rühmt sich, Er verheißt mit Zuversicht. Griech.: Er verkündet laut und feierlich. - die Erkenntnis Verbunden mit Liebe und Tat. - Gottes zu besitzen und nennt sich Gottes Sohn. Behauptet, von Gott als dessen Kind angesehen und geliebt zu werden. - 14 Er ist zum offenen Ankläger unserer Gedanken Anschauungen. In unserem Gewissen weckt er Vorwürfe, vor den Menschen zieht er uns Beschämung zu. - geworden. 15 Schon sein Anblick ist uns lästig, denn unähnlich anderen ist sein Leben und seine Wege Religiöse Anschauung und Lebensweise. Vergl. [Apg 24,14]. - sind abgesondert. 16 Wir gelten ihm als Verworfene Griech.: Schlacken, Unreinheit. - und er hält sich von unsern Wegen fern wie von Verunreinigung Wie von (levitisch) verunreinigenden Dingen. - und zieht das Ende der Gerechten vor und rühmt sich, Gott zum Vater zu haben. Vergl. V. 13. Das wahre Glück erwartet er nach dem Tode, und dies deshalb, weil er sich Gottes als Vaters rühmt. - 17 Lasset uns denn sehen, ob seine Reden sich bewahrheiten, Ob sein Ende glücklich (V. 17), ob Gott sein schützender Vater ist. (V. 18) - und lasset uns versuchen, was über ihn kommen wird, und wir werden erfahren, welches sein Ende sein wird. Doppelübersetzung? - 18 Denn ist er Griech.: Wenn der Gerechte der Sohn Gottes ist. – Diese Stelle hat im Heilande ihre Erfüllung gefunden. [Mt 27,40.43] Zwar fordert der Zusammenhang nicht mit Notwendigkeit, diese Stelle von Christus zu verstehen, aber könnte das Wort auch von jedem Gerechten gesagt werden, so wäre dieser nur typisch ein Vorbild des Gerechtesten der Gerechten. Von Christus verstehen Tertull., Klem. Alex., Orig., Euseb., Cyrill Alex., Laktant., Ambros., Aug. u.a. diese Stelle. - wahrhaft Gottes Sohn, so wird dieser sich seiner annehmen und ihn aus den Händen seiner Widersacher befreien. 19 Durch Schmach und Marter wollen wir ihn prüfen, damit wir seine Unterwürfigkeit Unter Gott und seinen ehrfurchtsvollen Glauben an die Belohnungen des ewigen Lebens. Griechisch besser: Sanftmut. - erkennen und seine Geduld erproben. 20 Zum schimpflichsten Tode wollen wir ihn verurteilen, denn Heimsuchung Gnadenvolle Heimsuchung. - wird ihm zuteil werden nach seinen Worten. Wie er sich gerühmt hat. - 21 Solches denken sie und gehen irre, denn ihre Bosheit verblendet sie. 22 Sie erkennen die Geheimnisse Gottes Besonders die auf das zukünftige Leben bezüglichen Ratschlüsse Gottes. - nicht, Aus verschuldeter Verblendung. - hoffen nicht auf die Belohnung der Gerechtigkeit und erachten, dass heilige Seelen keinen Ehrenpreis finden. 23 Denn Gott hat den Menschen unsterblich Zur Unsterblichkeit, zu seligen Unsterblichkeit. - erschaffen und ihn nach seinem Bilde und seiner Ähnlichkeit Griech.: Zum Abbilde seiner Wesenheit. Die Vulgata gibt mehr die Stellen [1Mos 1,27] und [1Mos 5,1] wieder, auf welche der Text anspielt, als diesen selbst. - gemacht, Die Ebenbildlichkeit ist insofern Ursache der seligen Unsterblichkeit, als jeder Mensch zwar Gott durch seine Vernunft ähnlich ist und ihn erkennen und lieben kann, indes der Gerechte Gott außerdem wirklich, wenn auch noch unvollkommen erkennt und liebt. Diese Erkenntnis und Liebe aber wird im Himmel eine volle. Für diese hat Gott den Menschen bestimmt. (Thom.) - 24 aber durch den Neid des Teufels Der Gott um die Ehre, die er von den Menschen erhielt, die Menschen um ihre Unsterblichkeit an Seele und Leib und um den Platz beneidete, den sie an seiner Stelle in der Ewigkeit einnehmen sollen. - ist der Tod in die Welt gekommen; 25 diesen aber ahmen alle nach, Griech.: versuchen ihn, suchen ihn, den Verlust der seligen Unsterblichkeit, sich selbst zu bereiten. Diese Ähnlichkeit der Handlungsweise mit dem Teufel gibt die Vulg. in ihrer Übersetzung wieder. - die auf seiner Seite stehen. Die sich ihm gleichsam als Eigentum verkauft haben.
Zitiert in 43
- Dieses Kapitel Summa (EN)(I 75.6)
- V. 2 Summa (EN)(I 75.6)Veritatis Splendor(§93)
- V. 12 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)Veritatis Splendor(§93)
- V. 13 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)
- V. 14 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)
- V. 15 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)
- V. 16 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)
- V. 17 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)
- V. 18 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)
- V. 19 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)
- V. 20 Summa (EN)(III 25.4
III 46.4 Fragen(Why the Catholic Bible has more books)III 51.2) - V. 21 Summa (EN)(I-II 79.3
II-II 15.1) - V. 22 Summa (EN)(II-II 103.3)
- V. 23 CCC(¶1008)Summa (EN)(II-II 103.3)Evangelium Vitae(§7
§34) Gaudium et Spes(§12§17 Sollicitudo Rei Socialis(§29)Verbum Domini(§106)§18) - V. 24 CCC(¶391
¶413 Summa (EN)(I-II 81.1¶1008 ¶2538) II-II 36.4 Evangelium Vitae(§7III 8.7) §53) Gaudium et Spes(§17§18) Reconciliatio Et Paenitentia(§10)Verbum Domini(§106) - V. 25 CCC(¶2538)Summa (EN)(III 8.7)