Weisheit 4
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Glück der Frommen. (V. 6) c. Aber sterben nicht manche Frommen in der Blüte der Jahre? Gewiss, indes dieser Tod ist glückselig, nicht vorzeitig, unzeitig oder verächtlich, der Tod der Sünder dagegen ist in jeder Beziehung unglücklich.
1 O wie schön ist ein keusches Geschlecht Gegensatz zu [Weish 3,19]. Die Beziehung zu [Weish 3,14.15] tritt im griech. Texte hervor: Besser ist Kinderlosigkeit, verbunden mit Tugend (Keuschheit). - in seiner Herrlichkeit! denn unsterblich Gegensatz zu [Weish 3,16] und [Weish 4,4]. - ist sein Andenken, bei Gott ist es gekannt Wird liebend anerkannt und erlangt Belohnung. Vergl. [Mt 7,23]. - und bei den Menschen. 2 Ist es gegenwärtig, so ahmt man es nach; ist es den Augen entzogen, so sehnt man sich nach ihm; und ewig triumphiert es, die Siegeskrone tragend, da es sich den Siegespreis für die Kämpfe unbefleckter Reinheit errungen. Griech.: Und in der Ewigkeit triumphiert sie mit dem Siegeskranze in den Händen. - 3 Die zahlreiche Menge Griech.: Nachkommenschaft. - der Gottlosen aber gedeiht nicht und unechte Sprösslinge Griech.: was von unechten Schösslingen entsprossen ist. Wie aus unechten Schösslingen keine gedeihliche Frucht, sondern nur zeitweiliger Blätterreichtum erwartet werden kann oder höchstens unreife Früchte, so aus sündhaften Eltern nur unvollkommene Kinder. Ist dies schon wahr in dieser Welt [Weish 3,12], so noch mehr im Jenseits das Unglück beider ein ähnliches. [Weish 3,18.19] und [Weish 4,19; Weish 5,2ff] - treiben keine tiefen Wurzeln und fassen keinen festen Grund. 4 Wenn sie auch zeitweilig grüne Zweige treiben, so werden sie doch, weil sie nicht feststehen, vom Winde erschüttert und durch die Übermacht der Stürme entwurzelt. 5 Denn ihre Äste werden abgebrochen, ehe sie ausgewachsen sind; ihre Früchte sind unnütz und herb zum Essen und zu nichts tauglich. 6 Denn Erkenntnisgrund dafür, dass die Nachkommenschaft schlechter Menschen nicht gedeiht. - aus unerlaubtem Beischlafe entsprungene Kinder werden Zeugen der Schlechtigkeit gegen ihre Eltern bei ihrem Der Eltern und Kinder Gericht. - Gerichte. 7 Der Gerechte aber Bevor der Verfasser den Ausgang des Gerichtes selbst darstellt, berücksichtigt er einen anderen Einwurf der Bösen: Die Guten und Gerechten sterben häufig frühzeitig, also ist der frühzeitige Tod der Sünder nicht als Strafe aufzuweisen. Dieser geheimnisvolle Tod der Gerechten ist kein Grund, die Vorsehung zu leugnen. Denn 1. Der Gerechte ist, wenn er vor der Zeit stirbt, nicht hoffnungslos, sondern wird aus Leiden in Freude versetzt. (V. 7) 2. Nicht geht er unvollendet hinweg, wie die Gottlosen, seine Tugend ist ihm vollendetes, ehrenvolles Greisenalter. (V. 8, V. 9) 3. Nicht zur Strafe wie die Gottlosen, hat Gott ihn aus diesem Leben genommen, sondern aus Wohlgefallen an ihm. (V. 10) 4. Er ist zu seinem ewigen Heile entrückt worden, damit die Lockungen der Bösen ihn nicht verführten. (V. 11-13) 5. Er ist abgeschieden, nachdem er sein Ziel in kurzer Zeit erreicht hat, während den Gottlosen auch ein hohes Alter nichts nützt, er beschämt also durch sein kurzes Leben das hohe Alter jener. (V. 16) - wird, sollte er auch vor der Zeit vom Tode ereilt werden, in der Erquickung Ruhe, Friede, Trost. - sein. 8 Denn ein ehrenvolles Alter ist nicht das hochbetagte und wird nicht nach der Zahl der Jahre bestimmt, sondern graues Haar ist für den Menschen die Einsicht Je mehr Weisheit, desto älter. - 9 und das wahre Greisenalter ein unbeflecktes Leben. Wer ein unbeflecktes Leben geführt, ist am Ziele seiner Bestimmung angekommen, wie der Greis am Ende des Lebens. - 10 Da er Gott wohlgefällig war, Sich durch sein Leben und Wirken Gott wohlgefällig gemacht hatte. - ward er von ihm geliebt, und da er inmitten von Sündern lebte, Und sich so in beständiger Gefahr befand. - wurde er entrückt. Der Ausdruck erinnert an Henoch [1Mos 5,24] (Klemens Rom.), der wohl als Beispiel dem Verfasser dafür vor Augen steht, dass der Tod des Frommen ein Zeichen der Liebe Gottes ist. - 11 Er ward hinweggenommen, damit nicht die Bosheit seinen Sinn verkehrte noch Trug seine Seele täuschte. Gott erkennt also auch jenes Zukünftige, das in Wirklichkeit nicht eintritt, aber unter gewissen Bedingungen eintreten würde. Vergl. [1Sam 23,12; Mt 11,21; Mt 24,22]. Warum aber lässt Gott diesen Gerechten nicht in der Welt und schützt ihn so, dass er nicht verkehrt wird? Warum entreißt er nicht jeden Frommen der Gefahr und warum lässt er zu, dass manche fallen? Gottes Gerichte sind durchaus gerecht, antwortet der hl. Augustin, aber unerforschlich. - 12 Denn der Zauber Es ist über die Dinge dieser Welt, obwohl sie des höheren Teiles der Seele nicht würdig sind, ein die Sinnlichkeit bezaubernder Reiz ausgegossen. - der Verwerflichkeit verdunkelt das Gute Der Zauber, der über die sündhaften Gegenstände ausgegossen ist, stellt die Schönheit der Tugend in Schatten. - und die unstete Begierlichkeit Die Leidenschaft dreht sich im Kreise herum ohne Ruhe und zieht den Menschen mit sich. - verkehrt Das griechische Wort bedeutet wahrscheinlich: verändert, wandelt um. - auch arglosen Sinn. 13 In kurzem vollendet, hat er viele Jahre erreicht; Er hat sich das Ziel der Tugend, ein unbeflecktes Leben und damit die ewige Seligkeit erkämpft, also hat er ob auch jung an Jahren, soviel getan als andere in langer Lebenszeit. So ist denn sein Tod kein Ausrotten [Weish 4,4] oder Abreißen eines der Frucht entbehrenden Zweiges [Weish 4,5], sondern ein Erweis der Liebe Gottes. - 14 denn seine Seele war Gott wohlgefällig; darum eilte Er, ihn aus der Mitte der Laster hinwegzunehmen; die Völker Die Völker, die Gott nicht kennen, hier für die Bösen insgesamt gesetzt. - aber sahen es, ohne zu begreifen und zu Herzen zu nehmen. 15 dass Gottes Gnade und Barmherzigkeit seinen Heiligen zuteil wird und gnädige Heimsuchung seinen Auserwählten. Der Tod des Gerechten bereits ist eine Gnade, noch voller aber offenbart sich Gottes gnädige Erbarmung nach demselben. - 16 Es verurteilt aber der Gerechte, ist er gestorben, die noch lebenden Gottlosen und seine früh vollendete Jugend das lange Leben des Ungerechten. Die Gottlosen, welche den Gerechten wegen seines Leidens und frühen Todes verhöhnten, werden durch sein kurzes Leben beschämt, da er in demselben zur Vollendung kam, sie aber trotz des langen Lebens ihr Ziel nicht erreichen. - 17 Sie sehen zwar das Ende des Weisen, aber verstehen nicht, was Gott mit ihm vorhatte und warum ihn der Herr in Sicherheit gebracht hat. D.i. Warum der Grund seines frühen Todes seine Sicherheit ist. Der Grund ist V. 8ff angegeben. - 18 Sie sehen es und verachten ihn, Als Toren, dem seine Frömmigkeit nichts nützt. - ihrer aber der Herr wird spotten. Im Gerichte. - 19 Und sie werden darnach Nach diesem Leben, nachdem sie hier den Frommen verachtet. - mit Schimpf zu Fall kommen Fortsetzung des Bildes vom Baume [Weish 3,16] und [Weish 4,3-6]. - und unter den Toten ewig mit Schmach bedeckt sein; denn er wird diese Stolzen zerschmettern und verstummen machen Griech.: er wird sie lautlos kopfüber stürzen. - und bis auf den Grund erschüttern, Auf dieser Welt könnten sie durch Vernunft und Gewissen mit Gottes Hilfe noch zu Wahrheit und Leben gelangen, doch im Jenseits dienen diese Grundfesten der Seele der Strafe, die Gottlosen werden von Wahrheit und Glückseligkeit losgerissen. - dass sie in die äußerste Trostlosigkeit geraten Alle Kräfte der Seele und des Leibes empfinden die Erschütterung mit. - und seufzen, In Schmerz und Weh an Leib und Seele. - und ihr Andenken wird untergehen. 20 Furchtsam werden sie daherkommen zur Abrechnung ihrer Sünden und ihre Missetaten werden ihre Ankläger sein, die gegen sie auftreten. Vergl. 17,10 und [Roem 2,15].
Zitiert in 5
- V. 8 CCC(¶1308)Summa (EN)(II-II 63.3
III 72.8) - V. 9 Summa (EN)(II-II 63.3)
- V. 12 Mens Nostra(§4)