Weisheit 5

Die Ausgaben hier ziehen die Grenze zwischen einigen Versen dieses Kapitels an verschiedenen Satzteilen, sodass ein Zitat neben dem falschen Satz landen kann.

d. Das Los der abgeschiedenen Gerechten wird ruhmvoll sein, schrecklich aber das Los der Sünder, die bekennen müssen, dass ihr Urteil über das Leben der Gerechten wie über den Wert der menschlichen Dinge ein Irrtum war (V. 15): Während die Gerechten belohnt werden, trifft die Gottlosen Gottes Zorn.

Alsdann Nach dem [Weish 4,19] angegebenen Zeitpunkt. - werden die Gerechten mit großer Standhaftigkeit Griech.: Zuversicht. - denen gegenüberstehen, Das Gegenüberstehen bezeichnet den Gegensatz des Ausganges im Gericht und die Anklage, welche die Gerechten (Griech.: Singular) erheben. - von welchen sie bedrängt und der Frucht ihrer Arbeiten beraubt wurden. Durch Verweigerung des Lohnes. Griech.: welche sie bedrängten und ihre Mühe verachteten. Vergl. [Weish 5,3.4]. - Bei diesem Anblicke werden diese von schrecklicher Furcht verwirrt werden Noch mehr als [Weish 4,20]. - und staunen Außer sich sein. - über deren unerwartete und unverhoffte Rettung Über die Vertauschung der Geschicke. Sie hatten die Gerechten als arme Schwärmer verachtet, jetzt sind jene gerettet, ihr eigenes Heil ist verscherzt. Sie haben an keine Fortdauer geglaubt, viel weniger an eine zukünftige Herrschaft der Guten. - und werden voll Beklommenheit des Geistes bei sich sagen und reuevoll seufzen: Schilderung des nun erwachten Schuldbewusstseins, der Beschämung, inneren Verwirrung und Reue. Doch zur Buße ist keine Zeit mehr. - Das sind die, welche wir einst verlachten und mit Spottreden verhöhnten! Wir Toren Die das große Wort der Bildung geführt, legen jetzt das Geständnis ihres Wahnsinns ab. Nicht sie, wir waren Toren, die wir das Zukünftige für das Gegenwärtige hingaben. Wir haben die Würde und Bestimmung des Menschen mit Füßen getreten. - hielten ihr Leben für Wahnsinn und ihr Ende für ehrlos! Sehet, wie sie unter die Kinder Gottes gezählt sind Durch Gottes Richterspruch. - und ihr Anteil unter den Heiligen ist! So sind wir also vom Wege der Wahrheit abgeirrt Wir haben den wahren Zweck des Lebens nicht erkannt und nicht nach seiner Erreichung gestrebt. - und das Licht der Gerechtigkeit hat uns nicht geleuchtet und die Sonne der Erkenntnis ist uns nicht aufgegangen! Wir nahmen das Licht nicht wahr (18,4), welches der Wandel der Gerechten verbreitet und das den Weg zur Nachfolge zeigt. Vergl. [Spr 24,25]. - Wir haben uns abgemüht auf dem Wege der Ruchlosigkeit und des Verderbens Griech.: Wir sind übersättigt worden (bis zum Ekel). In ihrer Verblendung hielten sie dies für vorübergehend. - und sind harte Wege Unwegsame Wüsten. So nennen sie jetzt, nachdem der Taumel der Luft vorüber ist, die Wege des Lasters. Vergl. [Ps 13,3, Spr 15,19]. - gewandelt, aber den Weg des Herrn haben wir nicht gekannt! Praktisch. - Was hat uns der Hochmut genützt? Oder was hat uns das Brüsten mit dem Reichtum Reichtum mit Übermut im Gefolge. - gebracht? Dies alles ist vorübergegangen wie ein Schatten, wie ein vorübereilender Bote, Vergl. [Job 9,25.26]. - wie ein Schiff, welches das wogende Meer durchschneidet, von dem, ist es vorüber, keine Spur noch die Bahn seines Kieles in den Fluten mehr zu finden ist; oder wie wenn ein Vogel durch die Luft fliegt und von seinem Fluge sich kein Merkmal findet, sondern nur das Rauschen der Fittiche, das die leichte Luft peitscht; in gewaltigem Fluge die Luft teilend, fliegt er dahin mit flatternden Schwingen und nachher findet sich kein Merkmal seines Fluges mehr; oder wie wenn ein Pfeil nach dem Ziele abgeschossen wird und die Luft sich teilt und sofort wieder zusammenschließt, so dass man seinen Durchflug nicht erkennt. Die Bilder bieten zwei Vergleichungspunkte: die Schnelligkeit und die Spurlosigkeit, und so ergänzen sie sich gegenseitig. - So sind auch wir, kaum geboren, sofort wieder dahingeschwunden Wie kurz kommt ihnen jetzt das lange Leben vor! - und vermögen kein Merkmal der Tugend aufzuweisen, In diesem Leben. - sondern sind inmitten unserer Bosheit dahingerafft worden. So sprechen die Sünder in der Hölle. Dieser Vers findet sich im Griechischen nicht. Die Vulg. fasst also die vorausgehenden Worte nicht als unmittelbar nach dem Gerichte, sondern in der Hölle gesprochen, wo die Verdammten ja in der Ewigkeit Zeit haben für solche Erinnerungen. Mit Recht, denn der Wurm (V. 2) beginnt im Gericht und nagt in der Hölle fort. - Denn Begründung und Bestätigung des Verfassers. - die Hoffnung des Gottlosen ist wie eine Flocke, die vom Winde weggeführt wird, und wie leichter Schaum, der vom Sturm zerstreut wird, und wie Rauch, der vom Winde zerteilt wird, und wie die Erinnerung an einen vorübergehenden eintägigen Gast. Im Gasthause. – Vollständig ist alles vergangen. - Die Gerechten jedoch leben ewig, Das, worauf die Guten ihre Hoffnung gesetzt, ist nicht gehaltlos, denn Gott gibt ihnen Lohn, und nicht bestandlos, denn sie leben glückselig in Ewigkeit. - ihr Lohn ist bei dem Herrn Ist bei dem Herrn aufbewahrt, wird durch den Herrn zuteil, ist der Herr selbst. [1Mos 15,1, Offenb 22,12] - und die Sorge für sie bei dem Allerhöchsten. Darum Weil Gott für sie sorgt. - werden sie das Reich der Herrlichkeit empfangen und eine Krone der Schönheit Das herrlichste Reich, die schönste Krone. (Nachgeahmte Hebraismen.) Zwei Heerlager stehen sich einander gegenüber und kämpfen um die Herrschaft. Da im großen Erdenkampfe Gott für die Gerechten streitet, können sie nicht unterliegen. - aus der Hand des Herrn, denn mit seiner Rechten wird er sie schirmen und mit seinem heiligen Arme sie verteidigen. Griech.: den Schild über sie halten. - Sein Eifer wird Waffenrüstung anlegen Bild: der gegen die Bösen kriegführende Gott. Der Verfasser hat wohl [Jes 59,17ff] vor Augen. Vergl. [Eph 6,13ff]. Die Natur leistet Gott hierbei Kriegsdienste. - und alle Geschöpfe zur Rache wider seine Feinde waffnen. Griech.: Als Waffenrüstung wird er anlegen seinen Zorneseifer und die Geschöpfe zur Waffe machen wider seine Feinde (diese von den Gerechten abzuwehren). - Gerechtigkeit wird er als Harnisch anlegen und untrügliches Gericht In dem keine Heuchelei bestehen kann. - als Helm nehmen. Die Billigkeit wird er als unüberwindlichen Schild ergreifen, seinen unerbittlichen Zorn zum Speere schärfen und mit ihm wird der Erdkreis wider die Unsinnigen streiten. Zuerst ist der Eifer Gottes tätig aus Liebe zu den Frommen, dann die Gerechtigkeit, die jedem vergilt nach seinen Taten, weiter die göttliche Heiligkeit, die das Böse verabscheut, das Gute liebt, die Weisheit Gottes, welche die Herzen durchdringt, der Zorn, kraft dessen er mit Energie den Rachekampf ausführt und die rechte Ordnung herstellt. Gott handelt nicht aus Leidenschaft, sondern aus Heiligkeit. - Wohlgerichtete Blitzespfeile werden wie aus einem wohlgewölbten Bogen aus den Wolken zum Verderben Fehlt im Griech. - ausfahren und sicher ihr Ziel treffen. Aus grimmiger Steinschleuder Griech.: von der Steinschleuder des Zornes. So geschah es einst in Ägypten. Alle Elemente tragen zur Bestrafung der Sünder bei. - wird dichter Hagel geschleudert werden, des Meeres Gewässer werden wider sie wüten und die Ströme werden sie unerbittlich überschütten. Der Hauch seiner Macht wird sich wider sie erheben und wie ein Wirbelwind sie zerteilen. Ihre Bosheit wird die ganze Erde zur Wüste machen und ihre Ruchlosigkeit die Throne der Machthaber umstürzen. Das Buch ist mit Rücksicht auf Verfolgungen von Seiten der Machthaber geschrieben. – Der Zweck der Strafe der Gottlosen ist ein dreifacher: Wiederherstellung der gestörten sittlichen Ordnung, Besserung der Fehlenden, Verhütung der Nachahmung durch ähnliche Sünden. Der Mensch hat die Geschöpfe zur Sünde gebraucht, Gott gebraucht sie strafend gegen ihn. Der Verfasser verlegt diese Strafgerichte auf die Erde, in das irdische Leben.

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