Weisheit 6
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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e. Alles dies geht insbesondere die Fürsten an, so muss es ihnen denn insbesondere am Herzen liegen, nach Weisheit zu trachten. (V. 23) II. Salomon wird redend eingeführt und preist die Weisheit. (6,24 – 19,20) Was ist die Weisheit? Welches ihr Ursprung? Welches ihre Geheimnisse?
1 Besser ist Weisheit als Kraft und ein kluger Mann besser als ein starker. Das im [Weish 5] geschilderte Strafgericht kommt über die Bösen, weil sie die Gerechtigkeit der von Gott beschirmten Guten nicht besitzen. Säßen sie selbst auf Thronen, sie werden vernichtet, während Gott die Weisen (Gerechten) beschützt und belohnt. Darum ist Weisheit (Gerechtigkeit) besser als Macht und Herrschergewalt. - Höret also, ihr Könige! und nehmet Einsicht an, lernet ihr Richter der Erde weitum! 2 Vernehmet es, ihr, die ihr der Völker Menge beherrschet und euren Stolz setzet in die Scharen der Nationen; 3 denn von dem Herrn ward euch die Herrschaft verliehen und die Gewalt vom Allerhöchsten, Also dürfen sie dieselbe nicht nach Gutdünken gebrauchen, sondern in der von ihm vorgeschriebenen Weise. - er wird eure Werke untersuchen und eure Gedanken durchforschen. 4 Denn obgleich ihr Diener seiner Herrschaft Als solche solltet ihr mithelfen, dass eure Untergebenen in dem euch zugewiesenen Gebiete des irdischen Daseins zum letzten Ziele gefördert wurden. - waret, habt ihr nicht recht gerichtet und das Gesetz der Gerechtigkeit „Der Gerechtigkeit“ fehlt im griech. Text. - nicht beobachtet und seid nicht nach dem Willen Gottes gewandelt. 5 Schrecklich und schnell wird er euch erscheinen, denn das strengste Gericht ergeht über die Machthaber. Ihr Stand fordert die höchste Tugend: sie sind Stellvertreter Gottes. - 6 Denn dem Geringen wird Barmherzigkeit zuteil, Von dem Geringen, der nur ein Talent erhalten, wird auch nur eines gefordert. - aber die Gewaltigen werden gewaltige Züchtigungen zu erdulden haben. 7 Denn Gott wird niemandes Stand ausnehmen noch irgend jemandes Größe scheuen, Griech.: Denn der Herr aller wird nicht eines Angesicht scheuen und keine Größe fürchten. – Auch der Mächtige und Große ist ein Geschöpf Gottes und verschwindet vor ihm wie nichts. - hat er doch den Kleinen wie den Großen selber geschaffen und sorgt für alle auf gleiche Weise. Von Seiten Gottes ist der Akt seines Willens in seiner Liebe gegen alles der gleiche, doch insofern ist seine Liebe verschieden, als er dem einen ein größeres Gut bestimmt als dem andern. (Thom.) – Aber inwiefern ist Gottes allgemeine Fürsorge Grund dafür, dass er den Mächtigen nicht scheut im Gerichte? Er hält gleiches Gericht über alle, ist unparteilich, weil er aller Schöpfer ist. So liebt er denn alle als seine Kinder und setzt keinen dem anderen im Gerichte nach ohne Rücksicht auf Verdienst oder Missverdienst. - 8 Den Gewaltigen aber steht eine stärkere Strafe bevor. Weil sie sich gegen Gott erheben in ihrer Würde als seine Stellvertreter. Sie verlangen selbst Gehorsam von den Untertanen, also sollen sie solchen Gott leisten, von dem sie ihr Recht haben. Sie geben Ärgernis, stürzen sich nicht nur selbst ins Verderben, sondern mit sich ihre Familien, Städte und Länder. - 9 An euch also, ihr Könige! ergehen diese meine Reden, dass ihr Weisheit lernet und nicht irre gehet. In Ausübung eurer königlichen Gewalt. - 10 Denn diejenigen, welche die Gerechtigkeit Alle Tugend. - recht Den Umständen entsprechend. - wahren, werden gerechtfertigt werden; und die sich darüber haben belehren lassen, werden sich zu verantworten wissen. Rechtfertigung finden. - 11 So seid denn begierig nach meinen Worten und liebet sie, und ihr werdet die rechte Lebensweise erlangen. Nachdem die Notwendigkeit des Strebens nach Weisheit (Kenntnis und Übung des göttlichen Willens) gezeigt ist, wird die Leichtigkeit der Erwerbung derselben dargelegt. - 12 Strahlend und unverwelklich Nie verblassend in ihrer Schönheit. - ist die Weisheit und leicht wird sie von denen gesehen, welche sie lieben, und von denen gefunden, welche sie suchen. 13 Ja, sie kommt denen zuvor, die nach ihr verlangen, Die Weisheit ist eine Gnade Gottes. - um sich ihnen zuerst zu zeigen. Er braucht keine Mühe anzuwenden, sie in der Ferne zu suchen. Nur eines soll der Mensch tun: sie verlangen. - 14 Wer frühzeitig auf sie acht hat, wird keine Mühe haben, denn er wird sie an seiner Tür sitzend finden. 15 Über sie also nachzusinnen ist vollendete Klugheit Vergl. [Offenb 3,20]. - und wer um ihretwillen wacht, wird bald sorgenfrei sein. 16 Denn sie selbst geht umher und sucht die auf, die ihrer würdig sind, Die Weisheit kommt dem Suchenden zuvor, denn schon das Nachdenken über sie ist Weisheit, ein Streben, das auf das Höchste gerichtet ist. - und erscheint ihnen freundlich auf ihren Wegen Weitere Erklärung der zuvorkommenden Liebe der Weisheit. - und begegnet ihnen bei jedem Gedanken. Vergl. [Spr 1,20, Spr 8,1]. - 17 Denn Die Gesinnung der Weisheit ist eine wohlwollende, denn sie führt zur ewigen Herrschaft. (V. 21) Die dazwischenliegenden Glieder sind Ringe der Beweiskette. - ihr Anfang Anfang und Grundlage. - ist ein ganz aufrichtiges Verlangen nach Zucht. Weisheit. - 18 Das Streben nach Zucht ist Liebe und die Liebe ist Bewirkt. - Beobachtung ihrer Gesetze, die Beobachtung ihrer Gesetze aber ist Vollendung der Unvergänglichkeit; Bewirkt die Sicherheit des Heiles. - 19 die Unvergänglichkeit aber macht, Besteht darin. - dass man Gott nahe kommt. 20 So führt also das Verlangen nach Weisheit zur ewigen Herrschaft. Worin diese besteht, ist [Weish 5,17] und [Weish 3,8] gesagt. - 21 Wenn ihr also Freude habt an Thronen und Zeptern, ihr Könige der Völker! so liebet die Weisheit, auf dass ihr ewig herrschet. Liebet das Licht der Weisheit, ihr alle, die ihr über die Völker herrscht! Dies findet sich im heutigen griechischen Texte nicht. - 22 Was aber die Weisheit ist Ihr Wesen wird dem poetischen Charakter des Buches gemäß in ihren Eigenschaften und Wirkungen dargestellt. - und wie sie geworden, Vergl. [Spr 8,23-24]. Wie sie von Gott ausgegangen ist. - will ich verkündigen und will die Geheimnisse Gottes vor euch nicht verbergen, Vergl. [Job 28,20ff]. - sondern vom Anfang ihres Ursprungs an will ich nachforschen und ihre Erkenntnis ins Licht setzen und die Wahrheit nicht verschweigen; Die Häufung und Fülle der Ausdrücke ist wohl durch einen bewussten Gegensatz gegen die heidnischen Mysterien hervorgerufen. - 23 auch will ich nicht mit zehrendem Neide es halten, Ich will nicht mit der Mitteilung zurückhalten, umso weniger, als sie dadurch nicht in sich vermindert wird. Sie gehört zu den höchsten Gütern des Menschen, die nicht, wie die sinnlichen, durch Mitteilung schwinden. - denn ein solcher Mensch hat keine Gemeinschaft mit der Weisheit. 24 Der Weisen große Zahl ist das Heil des Erdkreises und ein weiser König ist die Stütze des Volkes. Grund, die Geheimnisse der Weisheit nicht zu verbergen. 25 Darum nehmet Zucht an durch meine Worte, und es wird euch frommen.
Zitiert in 26
- V. 1 Pacem in Terris(§47
§83) - V. 2 Pacem in Terris(§47
§83) - V. 3 Mystici Corporis Christi(§102)Pacem in Terris(§47
§83) - V. 4 Summa (EN)(II-II 99.1)Mystici Corporis Christi(§102)
- V. 5 Mystici Corporis Christi(§102)
- V. 6 Summa (EN)(I-II 73.9
I-II 73.10) Immortale Dei(§8)Mystici Corporis Christi(§102) - V. 7 Summa (EN)(I 20.3
I-II 112.4) Laudato si’(§94)Mystici Corporis Christi(§102) - V. 8 Mystici Corporis Christi(§102)
- V. 9 Mystici Corporis Christi(§102)
- V. 13 Summa (EN)(III 36.6)
- V. 20 Summa (EN)(I 82.5
I-II 30.1 II-II 122.6) - V. 21 Mystici Corporis Christi(§102
§105)