Weisheit 8

c. Genauere Darlegung, warum Salomon Gott um die Weisheit gebeten: Belehrt, dass sie auf das innigste mit Gott verbunden ist (V. 4), andere Güter enthält oder übertrifft (V. 8), besonders den Königen von höchstem Nutzen ist (V. 16), hat er sie begehrt und, da er wusste, dass Gott allein sie geben kann, von ihm erbeten.

Sie reicht also mit Kraft von einem Ende zum andern Vom höchsten Himmel bis in die Tiefen der Erde, vom Anfang der Schöpfung bis an ihr Ende, vom höchsten Engel bis zum kleinsten Wurm. (Bernh.) - und ordnet alles mit Sanftmut. Die Kraft befähigt, das Ziel zu erreichen, die Sanftmut, solche Mittel zu gebrauchen, die der Natur der mitwirkenden Dinge entsprechen. (Aug.) - Sie habe ich geliebt und sie von meiner Jugend an auserwählt und habe sie mir als Braut heimzuführen gesucht und bin ein Liebhaber ihrer Schönheit geworden. Das Bild drückt die intensivste Liebe aus. Es schwebt auch im Folgenden dem Dichter vor. Die Braut besitzt Adel des Geschlechtes (V. 3), Mitgift (V. 5), Einsicht (V. 6), Tugend (V. 7), Erfahrung. (V. 8) - Edlen Ursprung verherrlicht sie, da sie mit Gott Umgang hat, Dessen, der sie liebt. Mit Gott in Gemeinschaft stehend, besitzt sie dessen Adel und teilt ihn ihrem Liebhaber mit. - und der Herr aller Dinge hat sie lieb; denn Grund: Aus Liebeserweisungen Gottes erkennen wir seine Liebe. - sie ist eine Lehrmeisterin der Zucht Gottes und Wählerin seiner Werke. Sie wählt aus, was er wirken wird. - Und wenn Reichtum im Leben wünschenswert ist, was ist reicher als die Weisheit, die alles schafft? Wenn Einsicht etwas wirkt, Wenn einer von seiner Braut Einsicht verlangt, die etwas wirkt. - wer ist unter allem, was da ist, eine größere Künstlerin als sie? Und wenn jemand Gerechtigkeit Inbegriff aller Tugenden. - lieb hat, so hat ihr Bemühen große Tugenden als Wirkung; denn sie lehrt Mäßigkeit und Klugheit, Gerechtigkeit und Starkmut, Die vier Kardinalstugenden. - welche das Nützlichste sind im Menschenleben. Die theologischen Tugenden beziehen sich unmittelbar auf Gott, kommen also hier nicht in Betracht. In diesen vier moralischen Tugenden sind alle anderen enthalten. - Wenn aber jemand Verlangen trägt, viel zu wissen, so weiß sie das Vergangene und ermisst das Zukünftige, sie versteht künstliche Wendungen der Reden Spruchweisheit. - und Lösung der Rätsel; Auch in Rätseln und Gleichnissen vorgelegte Weisheit. Vergl. [1Koe 10,1]. - Zeichen und Wunder weiß sie, Erkennt deren Übernatürlichkeit und Ziele, ja weiß sie voraus. - ehe sie geschehen, und die Ereignisse der Zeiten und Weltalter. Deshalb beschloss ich, sie mir zur Lebensgemeinschaft heimzuführen, wohl wissend, dass sie mich ihrer Güter teilhaftig machen Griech.: Rat erteilend, wodurch ich Güter erlangte, nämlich die in den vorigen Versen genannten. - und in Sorgen und Trauer mir zusprechen wird. Um ihretwillen werde ich Er spricht vom Standpunkt seiner Jugend aus, in der diese Güter noch zukünftig waren. Alles dies erwartete er. - Ruhm bei den Menschen erlangen und Ehre bei den Alten schon als Jüngling. Auch werde ich scharfsinnig im Gericht erfunden werden Vergl. [1Koe 3,16-28]. Das Rechtsprechen ist eine der vorzüglichsten Pflichten eines Königs. - und in den Augen der Mächtigen bewundert und die Fürsten werden mich anstaunen. Im Rate. Doppelübersetzung. - Wenn ich schweige, werden sie auf mich warten, und wenn ich rede, auf mich lauschen, und wenn ich länger fortrede, die Hände auf ihren Mund legen. Zeichen des ehrerbietigsten Schweigens. Vergl. [Job 29,9]. - Überdies werde ich durch sie Unsterblichkeit erlangen und den Nachkommen ein ewiges Andenken hinterlassen. Ich werde Völker beherrschen und Nationen Angrenzende, fremde Völker. - werden mir untertan sein. Furchtbare Könige werden mich fürchten, wenn sie mich Von mir. - hören; unter dem Volke Unter meinem Volke. - werde ich mich gütig und im Kriege tapfer zeigen. Wenn ich wieder in mein Haus gehe, Von öffentlichen Versammlungen oder anderen Geschäften. - werde ich bei ihr ausruhen; Die Weisheit ist gleichsam die Ehegattin Salomons. - denn ihr Umgang hat nichts Bitteres und ihre Gesellschaft nichts Widriges, Wie bisweilen die Lebensgemeinschaft mit anderen. Die Betrachtung der Weisheit selbst wie der Gegenstand der Betrachtung bringen Freude, da letztere über alles Irdische erhaben ist. - sondern Frohsinn und Freude. Indem ich nun dies Alles von V. 3-16 Gesagte. - bei mir bedachte und in meinem Herzen erwog, dass Unsterblichkeit mit der Weisheit verwandt sei Und so auch ihm verwandt werde. - und in ihrer Freundschaft edles Ergötzen, in den Werken ihrer Hände unerschöpflicher Reichtum, Diese Gemahlin schafft ihm durch ihre Frauenarbeit unendlichen Reichtum, moralische Tugenden (V. 7) wie zeitliche Güter. (V. 5) - in ihren Wechselreden Weisheit und in ihrer Unterhaltung Umschreibung des Lebens und Strebens in der Ehe. - Ruhm sei, ging ich umher, suchend, wie ich sie in mein Haus aufnehmen könnte. Ich war aber ein Jüngling von guten Anlagen und hatte ein gutes Gemüt erhalten. Eigenschaften, welcher der sich um die Weisheit Bewerbende ihr entgegenbringen muss: Natürliche Güte und Makellosigkeit des Leibes. - Und da ich besser war, Da ich an sittlichem Werte der Seele zunahm, kam ich zu einem keuschen Leibe (bewahrte ich den Leib unbefleckt). Andere übersetzen das Griechische: Oder vielmehr, weil ich gut war. Also: Ich hatte von Natur eine glückliche Anlage und eine schöne Seele erhalten, nein, besser gesagt, gerade weil die Seele gut war, wurde ihr auch ein entsprechender Leib gegeben und so kam erst die glückliche Anlage zustande. - erlangte ich einen unbefleckten Leib. Indem ich aber erkannte, dass ich nicht anders ihrer mächtig Teilhaftig – der Weisheit. Vergl. [JSir 6,27]. Die Weisheit steht Salomon immer als Braut vor Augen. Auch das folgende Gebet geht nicht auf die Enthaltsamkeit, sondern auf die Weisheit. sein könnte, es würde mir denn von Gott gegeben – und das war schon Weisheit zu wissen, von wem diese Gabe kommt, - so trat ich vor den Herrn und bat ihn und sprach von ganzem Herzen:

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