Weisheit 9

d. Wiedergabe der an Gott gerichteten Bitte um Weisheit. (V. 19)

Gott meiner Väter Abraham, Isaak, Jakob. Vergl. [Weish 3,6, 2Chr 1,9]. Gott wird an seine Verheißung gemahnt und an die Verdienste der Väter erinnert. - und Herr der Barmherzigkeit! Hat Gott sich auch durch den Bund mit den Vätern zur Hilfe verpflichtet, so ist doch alles, was er gibt, Geschenk seiner Gnade und Liebe. - der du alles durch dein Wort geschaffen und durch deine Weisheit Weitere Beweggründe der Erhörung: Gott, Macht, die Weisheit, mit der er den Menschen erschuf und ihm die Herrschaft über die Natur verlieh (V. 2, 3), Salomons besonderes Verhältnis zu Gott (V. 4b, 5a), seine Schwäche. (5bff) – „Durch deine Weisheit“: Man kann hierbei auch an das Wort Gottes, die persönliche Weisheit, den Sohn denken, da die Weisheit V. 4 des Thrones Besitzerin heißt. - den Menschen bestimmt hast, dass er über die Geschöpfe herrsche, welche du gemacht hast, dass er den Erdkreis mit Billigkeit und Gerechtigkeit verwalte und mit lauterem Herzen Diese Begriffe sind wohl Synonyma: Rechter Gebrauch aller Geschöpfe. - Gericht halte, gib mir die Weisheit, deines Thrones Beisitzerin, Als Person gefasst ist es der Sohn, der auf dem gleichen Throne sitzt, als Eigenschaft steht die Weisheit Gott ratend zur Seite. - und verstoße mich nicht aus der Zahl deiner Diener; Indem du mir die Weisheit versagst. – Statt Diener kann man auch übersetzen: Kinder. - denn ich bin dein Knecht Für den du Sorge tragen musst. Vergl. [Ps 118,125]. – und der Sohn deiner Magd, Das Bild ist vom Verhältnis der israelitischen Sklavin zu ihrem Herrn hergenommen. - ein schwacher Mensch, von kurzer Lebensdauer und von zu geringer Einsicht in Recht und Gesetz. Um so hohe Pflichten zu erfüllen. - Denn wenn auch einer unter den Menschenkindern vollkommen wäre, Alle natürlichen Vorzüge des Leibes und der Seele in sich vereinigen würden. - so würde er doch, wenn ihm deine Weisheit fehlt, für nichts zu achten sein. Du hast mich zum König über dein Volk auserwählt Also musst du mir auch die Möglichkeit dazu gewähren. - und zum Richter über deine Söhne und Töchter; Ich soll an ihnen gleichsam deine Stelle vertreten. - du hießest mich einen Tempel auf deinem heiligen Berge Moria, auf dem Abraham opferte und der Engel erschien [1Mos 22,2], auf dem unter David wiederum der Enge sich zeigte, der der Pest ein Ende machte, und wo David einen Altar errichtete. [2Sam 24,16ff] Auch seiner Bestimmung nach, die Stätte des Tempels zu sein, ist der Berg heilig. - bauen und in der Stadt deiner Wohnung einen Altar, ein Nachbild deines heiligen Zeltes, Vergl. [2Mos 25,9.40]. Der Altar ist der Rauchopferaltar. - das du von Anbeginn Insofern er Abbild des Weltalls und des ewigen, himmlischen Zeltes ist. [Hebr 8,9] - her vorbereitet hast. Bei dir ist deine Weisheit, Die Vers 4 erwähnt ward. Sie kennt die Ordnung der Welt und die sittliche Ordnung. - die deine Werke kennt und die zugegen war, als du den Erdkreis schufest, und weiß, was in deinen Augen wohlgefällig und was nach deinen Geboten recht ist. Sende sie Die Wirkung der Weisheit besteht in einer allen drei göttlichen Personen eigenen Erleuchtung. - hernieder von deinem heiligen Himmel und von dem Throne deiner Hoheit, dass sie mit mir sei und mit mir arbeite, damit ich wisse, was dir wohlgefällig ist. Denn sie weiß und versteht alles und wird mich in allem meinem Tun verständig Alles zu vollbringen so, wie es sein soll. - leiten und mich durch ihre Macht bewahren. So werden meine Werke wohlgefällig sein und ich werde dein Volk gerecht regieren und des Thrones meines Vaters würdig sein. Denn welcher Mensch könnte Gottes Ratschluss kennen? Oder wer ersinnen, was Gott will? Dass wir seinem Gesetze gemäß in jedem einzelnen Falle handeln. - Sind doch die Gedanken der Sterblichen Mit dem Körper zu einem Wesen vereinigter und durch jenen oft behinderter Wesen. - furchtsam Schwankend, unsicher. - und unsere Voraussicht unsicher. Denn der vergängliche Leib belastet die Seele und die irdische Hülle Griech.: Zelt. Ausdruck des unsteten und des flüchtigen irdischen Daseins. - drückt den vieles denkenden Geist nieder. Kaum mutmaßen wir das, was auf Erden ist, und was uns vor den Augen liegt, finden wir nur mit Mühe; wer aber wird erforschen, was im Himmel ist? Wer wird deinen Sinn erkennen, wenn du ihm nicht Weisheit verleihst und deinen Heiligen Geist aus der Höhe sendest Wir erkennen nicht einmal das, was uns am nächsten berührt, viel weniger dehnt sich unsere Erkenntnis über alles Irdische aus, wie aber gar auf das noch entferntere Himmlische? Doch am allerwenigsten auf den unergründlichen Ratschluss Gottes. - und so der Pfad der Erdenbewohner gerade gemacht wird und die Menschen lernen, was dir gefällig ist? Im Griech. endet die Frage mit V. 17. - Denn die dir, o Herr! von Anbeginn her gefällig waren, Der jetzige griechische Text ist davon etwas verschieden. ihnen wurde nur durch die Weisheit Heil.

Zitiert in 29