Zephanja 1

I. Androhung eines allgemeinen Vernichtungsgerichtes. (Kap. 1) a. Gericht über Erde und Stadt. (V. 6) b. Alle Stände trifft das Gericht. (V. 13) c. Der Schrecken des göttlichen Gerichtes.

Wort des Herrn, welches an Sophonias erging, Indem Gott seinen Geist erleuchtete. - den Sohn Chusis, des Sohnes Godolias', des Sohnes Amarias', des Sohnes Ezekias', Die Verschiedenheit der Aufschrift bei den verschiedenen Propheten spricht dafür, dass jeder einzelne diese selbst verfasst hat. - in den Tagen des Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda. Hinraffen fürwahr werde ich alles vom Erdboden hinweg, spricht der Herr, hinraffen Menschen und Vieh, hinraffen die Vögel des Himmels und die Fische im Meere, Zwischen Menschen und Tieren besteht die Beziehung, dass die letzteren für die ersten erschaffen sind und deshalb auch an dem Fluche teilnehmen, der um der Sünde willen über ihn kommt. Vergl. [2Petr 3,10]. - und die Gottlosen werden niederstürzen Hebr.: Und ich will wegnehmen den Anstoß samt den Übeltätern. – Der Anstoß sind die Götzenbilder. - und ich werde die Menschen von dem Erdboden vertilgen, spricht der Herr. Wer könnte einem solchen Gotte widerstehen, ihn nicht fürchten? Der Prophet will dem besonderen Gerichte, dass er nunmehr vor Augen stellen will, größere Glaubwürdigkeit sichern und den Schrecken davor steigern. - Ich werde meine Hand wider Juda und wider alle Bewohner Jerusalems ausstrecken Gott streckt die Hand aus, wenn er Großes und Schreckliches vollbringt, wenn er schlägt. Die Bewohner von Jerusalem werden besonders genannt, weil sie den Götzendienst besonders hätten meiden sollen, hatten sie doch den Tempel in ihrer Stadt und Priester und Gesetzesgelehrte. - und werde von dieser Stätte die Überreste Baals Nicht allein seine Verehrung, sondern selbst jede Spur. - und die Namen Selbst die Namen sollen verschwinden, so verhasst ist der Götzendienst dem Herrn. - der Tempeldiener samt den Priestern Die Tempeldiener sind die Götzendiener, von denen [2Koe 23,5] berichtet wird. Diesen haben sich verworfene Aaronitische Priester angeschlossen. - vertilgen, sowie die, welche das Heer des Himmels auf den Dächern Oft war auf dem Dache ein Obergemach, das zu Beratungen, zur Erholung, zum geheimen Gespräche und zum Gebete diente. Auf dem flachen Dache errichteten sie Altäre. Schon in alten Zeiten war der Dienst der Gestirne bei den Juden bekannt. Vergl. [5Mos 4,19; 5Mos 17,3.4, 2Koe 17,16] Insbesondere blühte er unter Manasse [2Koe 21,3]. - und zugleich den Herrn anbeten und bei dem Herrn und zugleich bei Melchom schwören, Durch die Anrufung ihnen Treue und Verehrung geloben. Melchom ist dasselbe wie Moloch, Melchom war ein Götze der Ammoniter. - und die, welche abtrünnig geworden sind von dem Herrn und den Herrn nicht suchen und nicht nach ihm fragen. Die Indifferentisten jener Zeit. - Stille vor dem Herrn, Dem Tumulte des Götzendienstes und der Verbrechen wird Einhalt geboten, denn schon naht der Tag des Herrn, der Tag des Gerichtes, der Tag des Unterganges des jüdischen Reiches, der Tag der Gefangenschaft. - Gott! denn nahe ist der Tag des Herrn, denn ein Schlachtopfer Der göttlichen Gerechtigkeit wird die Vernichtung der Gottlosen als Schlachtopfer dargebracht und so gleichsam die Erde entsühnt. - hat sich der Herr zugerichtet, er hat seine Geladenen geheiligt. Von anderen abgesondert, auserwählt und zu diesem Dienste angenommen. Gemeint sind die Chaldäer, welche Gott berufen hat. - Am Tage des Opferschlachtens des Herrn aber werde ich die Fürsten und die Königssöhne Aufzählung der einzelnen Stände. Die Vornehmen übertrafen die anderen an Rang, so auch an Verruchtheit: Beamte, Vornehme und die, welche aus königlichem Geschlechte sind. Amons Ruchlosigkeit wirkte ansteckend. Die Söhne des Josias waren zur Zeit der Prophezeiung noch nicht geboren oder noch sehr jung, an ihnen erfüllte sich die Weissagung des Herrn. Beide taten, was vor dem Herrn übel war, Joachaz ward von Pharao Nechao der Herrschaft beraubt, die Herrschaft Joakims ward durch mancherlei Stürme erschüttert. Vergl. [2Koe 23,23; 2Koe 24,2] Der Enkel des Josias Joachin ward in die babylonische Gefangenschaft weggeführt, der letzte König Sedekias endlich musste seine Söhne vor seinen Augen sterben sehen, ward des Augenlichtes beraubt und in Ketten nach Babylon geschleppt. - heimsuchen und alle, die mit Gewändern der Fremden angetan sind. Die mit Verachtung heimischer Sitte die Weichlichkeit und die Gewohnheiten der Heiden nachahmen, sich bald den Babyloniern, bald den Ägyptern anschließen, durch die Art ihrer Kleidung schon ihre antitheokratische Gesinnung kundgebend. - Und ich will an jenem Tage alle heimsuchen, die stolz die Schwelle überschreiten, die das Haus des Herrn, ihres Gottes, mit Unrecht und Trug erfüllen. Welche mit anmaßender Miene und stolzem Aufzuge in den Tempel eintreten und von dem, was sie durch Bedrückung und Trug erworben, Opfer darbringen. - An jenem Tage, spricht der Herr, wird lautes Geschrei gehört werden vom Fischertor Das Tor lag im Nordteil der Stadt gegen Osten. Vielleicht drangen die Chaldäer durch dieses Tor in die Stadt. - her und Wehegeheul von der Unterstadt und großes Krachen von den Höhen her. Die ganze Stadt durchtönt Wehegeschrei. Die Unterstadt lag auf dem Hügel Akra. - Jammert, ihr Bewohner des Kessels! Des Tales zwischen dem Hügel Akra im Westen und Bezetha und Moria im Osten, der sich bis zur Quelle Siloe erstreckt. - verstummt ist das ganze Volk Kanaan, In diesem Tale waren wohl große Kaufhäuser, denn der hebräische Text lautet: Vernichtet ist das gesamte Volk Kanaans (die gesamte Kaufmannschaft), Juden, welche die Sitten Chanaans nachahmten. - alle, welche Silber um sich her aufhäuften, sind ausgetilgt. Und es wird zu jener Zeit geschehen: Ich werde Jerusalem mit Leuchten durchforschen Wie jemand, der etwas mit großer Sorgfalt sucht, so wird Gott selbst das Entfernteste und Verborgenste durchforschen, damit kein Schuldiger entgehe oder verborgen bleibe. - und die Männer heimsuchen, welche auf ihren Hefen hocken, Die in ihren Lastern dahinleben. Wie der Wein, der sich abklärt, rein wird und die Hefe nach unten sinkt, so haben sie in Muße ihrer Bosheit gelebt, ohne dass sich das Unglück gegen sie regte. - die in ihren Herzen sprechen: Der Herr tut weder Gutes noch tut er Böses. Ihr Reichtum wird der Plünderung, ihre Häuser der Verödung überliefert werden; bauen sie Häuser, so sollen sie diese nicht bewohnen; pflanzen sie Weinberge, so sollen sie keinen Wein davon trinken. Die Drohungen sind dem Gesetze entnommen. Vergl. [3Mos 26,31; 5Mos 28,30.39]. - Nahe ist der große Tag des Herrn, nahe ist er und kommt eilends heran; bitter ist die Stimme des Tages des Herrn, da zagen die Streiter. Im Hebr. wird „bitter“ zu dem letzten Gliede gezogen: Bitter schreit da der Held. Donner und Blitze kündigen den Tag an. Wenn schon die Helden zagen, was werden die übrigen tun? - Ein Tag des Zornes ist dieser Tag, Was aus dem Zorne für die Menschen folgt, zeigen die weiteren Zusätze. - ein Tag der Drangsal und Angst, ein Tag des Verderbens und des Elends, Hebr.: Der Wüste und Verwüstung. - ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölkes und des Sturmes, Der höchste Grad des Übels wird durch die vierfache Erwähnung dichtester Finsternis bezeichnet, welcher diejenigen anheimfallen, die das Licht des Herrn verschmähten. - ein Tag des Posaunenschalles und des Lärmblasens wider die festen Städte und wider die ragenden Zinnen. Auch die festesten Bollwerke werden, wenn die Zeichen des Feindes zum Angriffe ertönen, erobert werden. - Dann werde ich die Menschen bedrängen, dass sie wie Blinde umhertappen, Dass sie vor Angst und Schrecken nicht wissen, wohin sie fliehen sollen und kein Weiser da ist, der ihnen rate. Eine solche Strafe der Blindheit hatte Moses schon angedroht. [5Mos 28,29] - denn sie haben wider den Herrn gesündigt; ihr Blut soll ausgeschüttet werden wie Staub Nichts wert geachtet, wie Staub, den jeder mit Füßen tritt. - und ihre Leiber wie Kot. Ihre Leichname werden, der Ehre der Bestattung beraubt, unter freiem Himmel vermodern. - Auch ihr Silber und ihr Gold wird sie nicht zu retten vermögen am Tage des Zornes des Herrn, So mögen denn die Reichen sich nicht mit falscher Zuversicht schmeicheln. - vom Feuer seines Eifers wird die ganze Erde verzehrt werden, denn schnell Unerwartet. - wird er allen Bewohnern der Erde ein Ende machen. Vergl. [Zeph 1,2].

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